ColorFoto


23. Dezember 2007

Standardzooms an SLR-Kameras von Canon, Nikon, Olympus, Pentax und Sony

Wer eine neue Kamera kauft, kann für 50 bis 80 Euro Aufpreis ein günstiges Standardzoom mit­erwerben. Doch was taugen ­diese Set-Objektive im Vergleich zu den teureren Standardzooms ab 350 Euro?

Schnäppchen oder verlorenes Geld? Günstige Set-Objektive legen die Hersteller für einen ge­rin­gen Aufpreis den Kameras bei. Ihr Ruf ist jedoch wegen mäßigen Eckkontrasts, Säumen, geringer Lichtstärke und Verzeichnung schlecht. Unser Test zeigt, dass ein Teil dieser Vorurteile berechtigt ist, aber auch, dass einige teu­rere Standard­zooms nicht besser sind als die Set-Objektive. Zudem kann eines der Set-Objektive ab­solut über­zeugen und erhält eine Emp­fehlung. In unserer Tabelle finden Sie wegen der Vergleichbarkeit die Ein­zelpreise der Set-Objektive, nicht jedoch den Aufpreis, wenn Sie Set-Ob­jek­tive und Kamera gemeinsam kau­fen. Der Aufpreis beträgt in der Regel 50 bis 80 Euro.

Eine weitere Alternative für Einsteiger sind die – nochmals teure­ren – Megazooms. Als Universalobjektiv bietet sich derzeit das Sigma 3,5–6,3/18–200 mm DC OS für 330 Euro an. Dieses 18–200er konnte in ColorFoto 9/2007 trotz einiger Abstriche bei der Bildqualität  überzeugen und verbindet den großen Zoombereich mit ei­nem Bildstabilisator, der die geringe Lichtstärke ausgleicht.

Canon EOS 20DDie Objektivtests an der Canon EOS 20D gelten der Tendenz nach auch für die Canon EOS 350D und die Canon EOS 30D mit dem gleichen 8-Megapixel-CMOS-Sensor. Erhält ein Objektiv eine Empfehlung für die EOS 20D, ist es auch an den beiden anderen Kameras eine gute Wahl. Allerdings hebt die EOS 30D den Kontrast stärker an, sodass EOS-30D- und EOS- 20D-Ergebnisse nicht direkt vergleichbar sind. Auffällig sind die krassen Preisunterschiede: Während das lichtstarke 2,8/17–55er 900 Euro kostet, ist das lichtschwä­chere Set-Objektiv mit fast identi­schem Brenn­weitenbereich für nur 50 Euro Aufpreis zu haben.

Nikon D200Nikon bietet derzeit drei digitale SLR-Kameras mit fast baugleichem 10-Megapixel-CCD an: die D40X, die D80 und die D200. Der Tendenz nach gelten unsere Test­ergebnisse deswegen für alle drei Modelle. Allerdings hat die Nikon D40X keinen eingebauten ­Autofokus-Motor mehr und ist deswegen nur für Objektive mit integriertem AF-Motor geeignet. Ähnlich wie bei Canon sind die Preisunterschiede deutlich: 1400 Euro kostet Nikons Top-Standard­zoom mit Lichtstärke 2,8.

Olympus E-400Mit 10 Megapixeln auf der halben Diagonale des KB-Forma­tes stellt die E-400 hohe Anfor­de­run­gen an die Auflösung der Optiken, deren scheinbare Brennweite verdoppelt wird. Die Ergebnisse gelten der Tendenz nach auch für die Olympus E-410 und E-510. Deren Sensoren kommen zwar von einem anderen Her­steller, zeigen aber die gleichen geo­metrischen Grunddaten. Besonders interessant ist das Leica-Zoom we­gen des Bild­stabili­sa­tors.

Pentax K10DAuch bei Pentax ist das Set-Objektiv deutlich billiger als das alternative Standardzoom – doch über­zeugt dieses durch die bessere Leistung für maßvolle 300 Euro Aufpreis. Wenn Sie sich für Fremd­objektive interessieren, orientieren Sie sich bitte an den Testergebnissen an der Nikon D200 mit vergleichbarem Sensor.

Sony Alpha 100Wie Pentax baut auch Sony sein Objektivangebot aus, wird aber eben­falls noch etwas Zeit brauchen, bis der Umfang des Canon- oder Nikon-Programms erreicht ist. Zum einen sind nun immer mehr Minolta-Rechnungen mit So­ny-Label verfügbar. Zum anderen kommen neue Zooms und Festbrennweiten hinzu, die teilweise vom Partner Zeiss stammen. Bei Fremdobjektiven gilt unsere Bitte, dass Sie sich an den Testergebnissen an der Nikon D200 mit vergleichbarem Sensor orientieren.

Hinweis

Objektive von Fremdherstellern messen wir aktuell nur an Canon- und Nikon-Kameras sowie an Olympus. Pentax-, Sony- und Samsung-Fotografen bitten wir, sich bei Fremdobjektiven an den Canon- und Nikon-Ergebnissen zu orientieren: Bei gleicher Sensorgröße und gleicher Pixelzahl sind die Resultate der Tendenz nach ähnlich: Ist das gesuchte Zoom an der einen 10-Megapixel-Kamera mit „APS-C-Format“-Sensor gut, liefert es in der Regel auch an einer anderen ­Kamera mit vergleichbarem Sensor gute Ergebnisse. Die abso­luten Messwerte unterscheiden sich dagegen meist deutlich, da jeder Hersteller seine Kameras anders abstimmt. Nur bei Olympus sind wegen des kleineren Sensors derartige Quervergleiche problematisch, und so messen wir an der Olympus auch möglichst viele Fremdobjektive. Grundsätzlich gelten die Olympus-Resultate der Tendenz nach wiederum für die Leica- und Panasonic-SLR-Kameras für das 4/3-Format.


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