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16. April 2010
Richtig gestellt - 18 Shift- und Tilt-Objektive von Canon, Nikon und Hartblei Bild vergrößern 937 571 http://img1.magnus.de/image-r937x571-C-48c1a374-14625865.jpg

Richtig gestellt - 18 Shift- und Tilt-Objektive von Canon, Nikon und Hartblei

Shift- und Tilt-Objektive bieten einen breiten Verstellweg, um stürzende Linien auszugleichen. Unser Test prüft 18 Kandidaten in der Normal-position und um 8 mm verschoben.

Wer mit der Kamera vor ei­­­nem hohen Gebäude steht, hat drei Möglichkeiten: Im klassischen Fall richtet der Fotograf seine Kamera nach oben und fängt so das ganze Gebäude ein – allerdings kommt es dann zu stürzenden Linien: Nach oben erscheint das Haus auf dem Bild immer schmaler. Das lässt sich am Rechner korrigieren, ist aber zusätzliche Arbeit. Will der Fotograf die stürzenden Linien schon bei der Aufnahme vermeiden, muss er einen Punkt in Augenhöhe anvisieren und erhält so eine korrekte Abbildung. Allerdings ist nun der obere Gebäudeteil abgeschnitten. Die dritte Lösung bietet ein Shift-Objektiv: Bei Shift-Objektiven kann der Fotograf das Objektiv als Block gegenüber dem Bajonett ver­schie­ben und gewinnt so einen ebenfalls nach oben verschobe­nen Bildausschnitt.

Ein Beispiel: 24-mm-Objektiv an einer senkrecht gehaltenen Voll­formatkamera, Abstand zum Haus: 5 m, Kameraperspektive: 1,75 über dem Boden. Bei horizontaler Kamerahaltung wird das Haus bis zu einer Höhe von 5,50 m abgebildet. Bei einem um 8 mm geshifteten Objektiv, sind nun 7,17 m auf dem Foto. Allerdings zeigen alle Objektive einen mehr oder minder deutli­chen Kontrastabfall an den Bild­rändern. Shift-Objektive bieten zwar einen größeren Bildkreis, doch wie gut ist der Rand wirklich, wenn man um 8 mm shiftet, also bewusst den Randbereich nutzt? Unser Test prüft alle Kandidaten in der Normalposition und um 8 mm verschoben.


Bild vergrößern 670 1000 http://img3.magnus.de/image-r670x1000-C-6c6a840e-35280060.jpg Die klassische Aufgabe eines Shift-Objektivs: Stürzende Linien in der Architektur-Fotografie korrigieren.

Die klassische Aufgabe eines Shift-Objektivs: Stürzende Linien in der Architektur-Fotografie korrigieren.

Zusätzlich bieten alle Testkandidaten eine Tilt-Funktion. Dabei verkippt der Fotograf das Objektiv gegenüber der Sen­sorebene und erhält eine schräg im Raum liegende Schärfeebene: Im Normalfall bildet ein Objektiv eine Ebene parallel zur Sensorebene scharf ab. Mit frei positionierba­ren Schärfeebenen arbeiten vor allem Studio- aber auch Landschafts- oder Architekturfotografen, um gezielt die Schärfe zu „dehnen" oder Unschärfen zu erhalten (Scheimpflug).

Neben Nikon und Canon bietet Hartblei in Deutschland Shift-Ob­jektive an. Die deutsch-ukrai­ni­sche Koproduktion setzt aus­­­schließ­lich auf optische Kom­po­­nenten von Zeiss, so dass Probleme mit der Entspiegelung, wie sie etwa bei Walimex auftraten, kein Thema sind. Alle Hartblei-Optiken sind ursprünglich für das Mittelformat gerechnet worden und lassen sich daher im KB-Format als Shift oder Tilt einsetzen.


Bild vergrößern 670 1000 http://img3.magnus.de/image-r670x1000-C-b1322cce-35280063.jpg Durch das Verschieben der Optik aus der Mittelachse des Sensors kann die Kamera aufwärts „schielen“ ohne dass sie geneigt wird. Voraussetzung ist ein großes Bildfeld, in dem die Optik scharf zeichnet.

Durch das Verschieben der Optik aus der Mittelachse des Sensors kann die Kamera aufwärts „schielen“ ohne dass sie geneigt wird. Voraussetzung ist ein großes Bildfeld, in dem die Optik scharf zeichnet.

Wir haben von Canon und Nikon je eine APS-C und eine Vollformatkamera ausgewählt. Das geshiftete Bild einer APS-C-Kamera sollte auch bei offener Blen­de bis in die Ecken scharf sein. Im Fall einer Vollformatkamera dürfte meis­tens nur ein abgeblendetes Bild einen befriedigenden Eckkontrast zeigen. Zum Vergleich die Durchmesser der jeweiligen Bild­kreise bei einem Querformat-Bild und um 8 mm nach oben geshifteten Objektiv: Vollformat mit/ohne Shift: 43/54 mm, APS-C-Format mit/ohne Shift: 29/40 mm.


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