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26. Juli 2010
Bild vergrößern 937 http://img1.magnus.de/image-r937x524-C-4446341f-34870739.jpg © Nikon

Systemkameras

Kaufen mit System - Teil 1

Aktuell bieten acht Hersteller gut 40 Systemkameras an. Überblick schafft nun unsere große Kaufberatung mit Tests aller Modelle. Zudem erläutert Karl Stechl die wichtigsten Kaufkriterien: von Bildqualität über AF-Geschwindigkeit und Bildstabilisator bis zur Frage: mit oder ohne Spiegel?

Wer heute eine Systemkamera kaufen will, kann zwischen 40 Modellen von acht Herstellern wählen. In dieser Ausgabe stellen wir Ihnen 18 Modelle bis 650 Euro für Ein- und Aufsteiger mit allen Testergebnissen vor. Im nächsten Heft folgen dann gut 20 weitere Modelle bis 7000 Euro. Die Tabelle mit allen Daten und Testergebnissen finden Sie ab Seite 26. Im folgenden Text geht es um die entscheidenden Ausstattungsmerkmale und Kaufkriterien.


Mit oder ohne Spiegel?

Mit Olympus, Panasonic, Samsung und Sony sind derzeit vier Hersteller im Rennen, die spiegellose Systemkameras als Alternative zu klassischen SLR-Kameras von Canon (EOS), Nikon (D-Serie), Olympus (E-Serie), Pentax (K-Serie) und Sony (Alpha) anbieten. Für SLR-Kameras mit Umlenkspiegel und Phasen-AF-Modul im Gehäuseboden spricht un­­ter anderem die häufig geringere Auslöseverzögerung inklusive AF-Zeit – Ausnahmen wie die Panasonic DMC-G2/G10 bestätigen die Regel. Auch bietet der SLR-Sucher einen direkten (sozusagen „natürlichen“) Blick auf das Motiv, ohne die derzeitigen Einschränkungen bei elektronischen Suchern. Dazu gehören eine zum Teil noch mangelnde Auflösung und Wiederhol­frequenz.

Bild vergrößern 937 http://img1.magnus.de/image-r937x632-C-db1fc938-35282349.jpg © Olympus
© Olympus

Projiziert man das Konzept der spie­gellosen Sys­tem­­kameras in die Zukunft, könnten die Vorteile überwiegen. Die wichtigsten: Der feh­lende Spiegel erlaubt mehr Freiheiten beim Kamera- und Objektiv­design sowie kompaktere Gehäuse. Da der Bildsensor selbst das Signal für den (Kontrast-)Autofokus liefert, entfallen lästige Jus­tageprobleme. Der elektronische Sucher ermöglicht die perfekte Bildkontrolle bereits vor der Aufnahme, dazu 100 Prozent Bildfeldabdeckung und ein großes Sucherbild auch bei Einsteigermodellen. Und bei wenig Umgebungslicht kann der elektronische Sucher durch Signalverstärkung ein helleres Sucherbild liefern als der SLR-Sucher, der sich zudem nicht mit dem Videomodus kombinieren lässt.


Gehäuse & Ausstattung
Bei den Gehäusen dominiert in dieser Kameraklasse Kunststoff, was nicht heißt, dass keine spürbaren Unterschiede festzustellen wären. Dies lässt sich etwa an Form und Haptik der Handgriffe sowie an Art und Größe der gummierten Griffflächen im Bereich des Daumens festmachen. Solide und edel wirken die Sony NEX-5 und Olympus Pen E-P1 mit ihren Metallgehäusen, während sich die kleineren Schwestern mit Kunststoff (NEX-3) bzw. Metall ummanteltem Kunststoff (Pen E-PL1) begnügen müssen. Dass auch Kunststoffgehäuse nicht billig wirken müssen, beweisen unter anderem die Olympus E-620 und Pentax K-x.


Bild vergrößern 937 http://img2.magnus.de/image-r937x326-C-928f8683-35282350.jpg © Sony
© Sony

Ein klarer Vorteil ist es, wenn die Kamera einen im Gehäuse eingebauten Bildstabilisator besitzt, da die Bildstabilisierung dann mit jedem angeschlossenen Objektiv funktioniert. Beispiele: die Olympus E-620 und beide Pen-Kameras, die Alpha-Modelle von Sony (nicht aber NEX-3/5) und die Pentax K-x. Ein eingebautes Blitzgerät besitzen alle Kameras außer der Olympus Pen E-P1; die Sony-Modelle NEX-3/5 werden mit Mini-Aufsteckblitz ausgeliefert.


Sucher & Monitor
Bei SLR-Modellen ist die Größe des Suchers ein nicht zu unterschätzendes Wohlfühlkriterium. Den besten Wert erreicht der elektronische Sucher der Panasonic DMC-G2 mit 0,7x. Auch bei der Auflösung (480.000 RGB-Bildpunkte) ist der G2-Sucher Spitze und am ehesten einem klassischen SLR-Sucher vergleichbar.


Bild vergrößern 937 http://img2.magnus.de/image-r937x681-C-a631bc76-35282354.jpg © Nikon
© Nikon

Auch beim Monitor zählt neben der Größe (zwischen 2,5 und 3 Zoll Diagonale) die Auflösung. Die aktuelle Messlatte legen die Sony-Modelle Alpha 550 und NEX-3/5 mit jeweils 307.000 RGB-Bildpunkten. Einen verstellbaren Monitor bieten Sony Alpha 390/500/550 und die NEX-Modelle, dazu die Nikon D5000, Olympus E-620 und Panasonic DMC-G2.

Bedienkonzept
Beim Bedienkonzept scheiden sich die Geister: Wer zahlreiche Tasten, Einstellräder und Bedienelemente schätzt, um intuitiven Zugriff auf möglichst viele Funktionen zu haben, wird in dieser Kamerakategorie nur bedingt fündig und sollte sich eher in der semiprofessionellen Klasse orientieren. Typisches Beispiel: die Nikon D300s. Gut ist es, wenn die Kamera ein Schnellzugriffsmenü (Quick-Access-Me­nü) besitzt. Beispiele: Bei Pentax K-x und Canon EOS 500D kann man in einer Matrix von Funktionsfeldern navigieren, um nach Anwählen eines Funktionsfelds per Drehrad Einstellungen zu verändern. Menügesteuerte Bedienführung lässt sich mit einem Touchscreen am konsequentesten realisieren, was derzeit aber nur die Panasonic DMC-G2 bietet.


Bild vergrößern 937 http://img4.magnus.de/image-r937x710-C-7cab6abf-35282357.jpg © Pentax
© Pentax

Bildqualität

■ Grenzauflösung
Gibt Auskunft über die Fähigkeit von Bild­sensor und Objektiv, feine Strukturen aufzulösen. Die Grenzauflösung wird in Linienpaaren pro Bildhöhe (LP/BH) angegeben. Je höher der angegebene Wert, desto schärfer das Bild.


■ Texturverlust
Mit der Kurtosismessung lässt sich ermitteln, inwieweit die Rauschunterdrückung kontrastarme Strukturen „glattbügelt“, also Detailverluste auftreten. Je kleiner der gemessene Wert, desto geringer der Texturverlust.


■ Rauschen
Mit Rauschen sind bei einer Digitalkamera Störungen des Bildsignals gemeint, die keinen Bezug zum eigentlichen Bildinhalt haben. Das Rauschen wird als „Visual Noise“ (VN) angegeben und nimmt meist bei höheren ISO-Einstellungen zu. Je nie­driger der VN-Wert, desto geringer das Rauschen.


■ Objektkontrast
Wird auch als Dynamik bezeichnet und meint die Fähigkeit der Kamera, Objektkontraste wiederzugeben. Die Dynamik wird in Blendenstufen angegeben. Je größer der Blendenwert, desto besser kommt die Kamera mit kontrastreichen Motiven zurecht.


■ Farbe/Weißabgleich:
Mit einer abfotografierten Farbmatrix wird ermittelt, inwieweit sich Original und Reproduktion unterscheiden. Die Farbgenauigkeit wird als DeltaE angegeben; je kleiner der Wert, desto genauer die Farbwiedergabe. Analog gilt dies für die Qualität des Weißabgleichs (DeltaRGB).

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