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Kaufberatung Das Olympus-System: Sechs Systemkameras im Vergleich

Mit der Pen E-PL5 und der E-Pen PM2 führt Olympus den neuen 16-Megapixel-Sensor des Top-Modells OM-D E-M5 in die Klasse der kompakten Micro-Four-Thirds-Kameras unter 700 Euro ein. Im Vergleichstest fordern sie die angestammten Modelle heraus.

Das Olympus-System
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Olympus splittet sein Micro-Four-Thirds-System in die wenige Monate alte, weit über 1.000 Euro teure OM-D E-M5 und die bereits über mehrere Generationen bewähr­te Pen-Serie mit Kameras bis 700 Euro. Die lassen sich wiederum grob unterteilen in die gehobene Pen E-P3 und die kompakteren Modelle Pen Lite und Pen Mini.

Genau diese beiden Einstiegsvarianten hat Olympus zur Photokina 2012 neu aufgelegt: Die Pen PL5 alias Pen Lite und die Pen PM2, genannt Pen Mini, kamen gerade noch rechtzeitig für diesen Test. Über kurz oder lang sollen sie die PL3 und PM1 ablösen.

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Zunächst dürfte es allerdings wie so oft erst einmal auf eine zeitlich begrenzte Koexistenz hinauslaufen. Denn viele Händler haben die älteren Pen-Gehäuse noch auf Lager und verkaufen sie nun zu verlockenden Preisen: die PM1 für rund 350, die PL3 für 470 Euro inklusive Aufsteckblitz – Tendenz fallend.

Für die Nachfolger muss man glatt 250 Euro mehr ausgeben. Die P3 liegt bei 670 Euro mit integriertem Blitz, die OM-D bei 1.300 Euro. Letztere setzt sich nicht nur preislich deutlich von der Pen-Familie ab, sondern hat im Gegensatz zu dieser auch einen eingebauten elektronischen Sucher und als besonderes Highlight ein abgedichtetes Gehäuse und Set-Objektiv (12–55 mm) – bei spiegellosen Systemkameras noch immer ein höchst seltenes Gut. Panasonic bringt in Kürze ebenfalls ein spritzwassergeschütztes Modell, die Lumix DMC-GH3.

Olympus Pen E-PL5

Kauftipp Preis-Leistung: Die neue Olympus Pen E-PL5 (Pen Lite) löst die E-PL3 ab und verbindet eine Bildqualität auf OM-D-E5-Niveau (gleicher 16-Megapixel-Sensor) mit einem rund 600 Euro günstigeren Preis.

Sensor und Auflösung

Während die ältere Generation, vertreten durch die Pen P3, PL3 und PM1, noch mit 12 Megapixeln auskommen muss, sind die jüngeren Modelle OM-D, Pen PL5 und PM2 bereits mit dem neuen 16-Megapixel-CMOS ausgestattet. Die Sensorfläche entspricht stets 17,3 x 13,0 mm – gemäß Micro-Four-Thirds.

Da es sich dabei um einen von mehreren Herstellern getragenen Standard mit offener Lizenzpolitik handelt, bietet Micro-Four-Thirds (MFT) einen entscheidenden Vorteil gegenüber Konkurrenzsystemen wie Sony NEX und Samsung NX: eine große, vielseitige Auswahl an passenden Objektiven.

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Neben den etwa 28 Optiken von Olympus und Panasonic mit 7 bis 300 mm (14 bis 600 mm KB-äquivalent) gibt es auch diverse MFT-Festbrennweiten von Fremdmarken wie Sigma, Tokina, Voigtländer/Cosina und Walimex (bis 1360 mm). Alles in allem hat man mittlerweile die Wahl zwischen mehr als 40 MFT-Objektiven; dazu kommen noch einmal ebenso viele Four-Thirds-Modelle, die sich über Adapter an MFT-Gehäuse anschließen lassen.

Olympus OM-D E-M5 verfügt als Topmodell über einen elektronischen Sucher.
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Olympus OM-D E-M5 verfügt als Topmodell über einen elektronischen Sucher.

Ausstattung

Alle aktuellen Olympus-Systemkameras bringen sowohl ein Sensorreinigungssystem als auch einen mechanischen Bildstabilisator mit und fühlen sich im sauber verarbeiteten Vollmetallgehäuse hochwertig an. Besonders sicher liegt die OM-D mit Griffausbuchtung, weit hervortretender Daumenauflage und strukturierter Oberfläche in der rechten Hand.

Bei P3 und PL5 lässt sich der Kunststoffgriff abnehmen und durch den größeren MCG-2 ersetzen (knapp 30 Euro). Das geht zwar an der E-PM2 nicht, doch bietet sie immerhin eine kleinere Auswölbung an der vorderen Auflagefläche; PM1 und PL3 haben dagegen nur eine ebene, glatte Front.

Bei der Olympus Pen E-PL5 lässt sich das 3-Zoll-Touch-Display um knapp 90 Grad nach oben und um etwas weniger als 45 Grad nach unten ausklappen - das hilft bei Aufnahmen in Bodennähe oder über Kopf.
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Bei der Olympus Pen E-PL5 lässt sich das 3-Zoll-Touch-Display um knapp 90 Grad nach oben und um etwas weniger als 45 Grad nach unten ausklappen - das hilft bei Aufnahmen in Bodennähe oder über Kopf.

Auch beim Monitor sind OM-D und P3 den kleineren Pens überlegen: Statt des ein­ fachen 16:9-LCDs haben sie berührungsempfindliche, höher auflösende OLED-Displays, die vor allem im hellen Licht eine sichtbar bessere Vorschau zeigen.

Das Scharnier, mit dem der Monitor um ca. 90 Grad nach oben oder um etwa 45 Grad nach unten geklappt werden kann, verbaut Olympus nur in der Pen Lite und der OM-D. Deren 100%-Sucher liefert zwar ein ordentliches Bild, erreicht aber nicht ganz das hohe Niveau des externen Klappsuchers VF-2. Der wird gerne als nützliches Zubehör mit den sucherlosen Pen-Kameras verkauft, treibt die Kosten jedoch um satte 220 Euro in die Höhe. Alternativ dazu gibt es den günstigeren elektronischen Sucher VF-3 für rund 150 Euro.

Sind „AF-Modus/S-AF+MF“ und „MF-Assisten“ aktiviert, zeigt die PL5 bei der manuellen Fokuskorrektur automatisch eine Lupenansicht an.
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Sind „AF-Modus/S-AF+MF“ und „MF-Assisten“ aktiviert, zeigt die PL5 bei der manuellen Fokuskorrektur automatisch eine Lupenansicht an.

Autofokus, Performance, Video

Der 35-Feld-Kontrastautofokus ist im Konkurrenzvergleich schnell. OM-D und Pen P3 benötigen nur 0,22/0,32 bzw. 0,2/0,39 s zum Scharfstellen und Auslösen (1000/30 Lux). Die Pen Lite brauchte im Test durchschnittlich 0,27/0,48 (PL5) bzw. 0,3/0,37 s (PL3), die Pen Mini mit 0,28/0,49 (PM2) bzw. 0,3/0,46 s (PM1) etwas länger.

In Sachen Bildserien zeigen die 2012er-Modelle OM-D, PL5 und PM2, dass sich innerhalb einer Kamera­generation einiges bewegen lässt: Wäh­­­rend sie mehr als 8 B/s und 15 bis 17 Aufnahmen in Serie verarbeiten können, schaffen die Älteren nur 3,2 (E-P3), 5,3 (E-PL3) bzw. 5,5 B/s (E-PM1). 

Die Videofunktion der PM2 erlaubt Aufnahmen mit Full-HD-Auflösung und kontinuierlichem Autofokus.
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Die Videofunktion der PM2 erlaubt Aufnahmen mit Full-HD-Auflösung und kontinuierlichem Autofokus.

Auch bei der Full-HD-Videoqualität ist ein ordentlicher Fortschritt zu verzeichnen: Die Filme von PL5 und PM2 wirken sichtbar schärfer und bekommen die Artefakte in dunklen Bildbereichen besser in den Griff. Der Autofokus zieht während der Videoaufnahme die Schärfe relativ unauffällig und treffsicher nach.

Handhabung

Der Touchscreen scheint zum Standard-Feature zu avancieren: Sowohl PL5 als auch PM2 können im Gegensatz zu ihren Vorgängerinnen durch Berühren des Monitors auslösen oder das Messfeld positionieren; für viele Einstellungen im Menü muss der Anwender allerdings oft weiterhin die Kombi aus Vier-Richtungs-Wippe und Dreh­rad nutzen. Zudem fallen die klassischen Bedienelemente relativ klein aus.

Gegenüber OM-D und P3 spart Olympus bei der Pen Lite eine definierbare Funktionstaste, bei der Pen Mini zusätzlich das Moduswahlrad ein. Die OM-D erfordert zwar eine gewisse Einarbeitungsphase, lässt sich dann aber besonders komfortabel und effizient bedienen. Allerdings stört an ihr das kontinuierliche, leise Surren.

Standard bei Olympus: das Schnellmenü, das am rechten Bildrand neben der Live-Vorschau einblendet, und das Hauptmenü, in dem sich das „Anwender“-Register mit grundlegenden Einstelloptionen je nach Bedarf aus- oder einblenden lässt. Wer dort „AF-Modus/S-AF+MF“ und „MF-Assisten“ aktiviert, kann die vom Autofokus gefundene Schärfe bequem mit dem Objektivring anhand einer guten Lupenansicht korrigieren.

Bildqualität

Das Messlabor bestätigt: Der neue 16-Megapixel-Sensor von OM-D, PL5 und PM2 bringt gegenüber dem älteren 12-Megapixel-CMOS von P3, PL3 und PM1 ein deutliches Plus an Bildqualität. Neben der höheren Grenzauflösung (bis 1737 LP/BH) und den besseren Dead-Leaves-Werten (bis 1199 LP/BH) liefern die drei 2012er-Modelle einen größeren Dynamikumfang (bis 11,0 Blenden) und halten das Rauschen auf et was niedrigerem Niveau (0,6 bis 2,2 VN).

Allerdings dreht auch Olympus kräftig am Kon­trastregler und hebt die mittleren Frequenzen zu stark an. Zudem sprechen die Kurtosis-Werte von 1,2 bis 4,9 bei ISO 1600 und höheren Empfindlichkeiten für deutliche Verluste in feinen Strukturen. Trotz der Detailkritik schließen die neuen Pens nun zur OMD5 auf und können insgesamt überzeugen.

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Die drei im Jahr 2011 eingeführten Pens bieten eine demgegenüber schwächere, trotzdem aber für 12-MP-Kameras sehr respektable Auflösung, die von etwas über 1500 LP/BH bei ISO 100 kontinuierlich auf gut 1000 LP/BH bei ISO 6400 zurückgeht.

Schwächen zeigen sie jedoch bei den DL-Werten (meist deutlich unter 1000 LP/BH). Zudem hält sich das Rauschen zwar bis ISO 800 in Grenzen (VN 0,9 bis 1,3), wird jedoch mit ISO 1600/3200 (VN 1,8 bis 2,2) sichtbar, ab ISO 6400 (VN 3,0 bis 3,3) störend.

Fazit

Olympus veredelt seine beiden kompakteren Systemkameras Pen-Lite E-PL5 und Pen-Mini E-PM2 nicht nur mit einer schnelleren Serienbildgeschwindigkeit und einem hinzugekommenen Kunststoffgriff, sondern vor allem mit einem neuen CMOS-Sensor, einer von 12 auf 16 Megapixel gestiegenen Auflösung und einer überarbeiteten Signalverarbeitung.

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Im Vergleich zu den Vorgängerinnen PL3 und PM2 erreichen die Photokina-Neuheiten PL5 und PM2 dadurch eine signifikant bessere Bildqualität und schließen zur OM-D E-M5 auf. Da die noch mehr Bedienkomfort bietet und zu den wenigen Systemkameras mit Spritzwasserschutz gehört holt sie Platz 1.

 
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