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Spiegellose mit WLAN Sony NEX-5R im Test

Die spiegellose Systemkamera Sony NEX-5R kommt mit 16-Megapixel-APS-C-Sensor, schnellem Hybridautofokus, verbessertem Bedienkonzept, WLAN-Modul und Langzeitbelichtung im Videomodus. Im Test zeigt sich, was sie leisten kann.

Sony NEX-5R

Hersteller
Sony
UVP
650.00 €
Wertung
48.0 Punkte
Testverfahren
1.6

Sony NEX-5R
  • +Full-HD-Video
  • +Touchscreen-Funktion
  • -kein
    -integrierter Blitz
  • -Sucher fehlt

Sonys neue spiegellose Systemkamera Sony NEX-5R ist in vielen Bereichen ähnlich ausgestattet wie das Vorgängermodell Sony NEX 5N (47,5 Punkte im Test): Hierzu gehören der 16,1-Megapixel-Exmor-HD-CMOS-Sen­sor im APS-C-Format, ein klappbares Dis­play mit Touch-Funktion und Videos in Full-HD-Qualität.

Neu sind einige Features die Sony zunächst bei höher angesiedelten Modellen eingeführt hat, wie der verbesserte Bionz-Prozessor, der Rauschen bis in hohe Lichtempfindlichkeiten effektiver unterdrücken soll.

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Für viele noch wichtiger: Der neue „Fast-Hybrid-Autofokus“ soll nun deutlich präziser und schneller reagieren. Mit an Bord ist ein WLAN-Modul, das den kabellosen Bildertransfer auf den PC, das Smartphone, den Fernseher oder Hot-Spots ermöglicht.

Parallel dazu bietet Sony die Möglichkeit, die Kamera mit Apps von der firmeneigenen Plattform individuell um Funktionen zu erweitern. Die Sony NEX-5R liegt aktuell bei 650 Euro, gleichzeitig bleibt die NEX-5N mit einem günstigeren Preis um 550 Euro bis auf weiteres im Markt.

Neu ist ein unbeschriftetes Einstellrad auf der Gehäuseoberseite, das zum Navigieren durch die Belichtungsprogramme dient. Unter der kaum sichtbaren Klappe verbirgt sich ein Anschluss für Zubehör, den Blitz oder einen elektronischen Sucher mit OLED-Display. © Sony
Neu ist ein unbeschriftetes Einstellrad auf der Gehäuseoberseite, das zum Navigieren durch die Belichtungsprogramme dient. Unter der kaum sichtbaren Klappe verbirgt sich ein Anschluss für Zubehör, den Blitz oder einen elektronischen Sucher mit OLED-Display.

Griffig und mit neuem Drehrad

Vom Gehäuse her ähnelt die 5R weitgehend der 5N. Sie ist aus Magnesium gefertigt, wirkt hochwertig und geradlinig modern. Im Vergleich zu anderen Systemkameras ist der Kamerabody extrem kompakt und schmal, sodass das angesetzte Standardzoom fast schon monströs wirkt. Aber auch mit längeren Objektiven vermittelt der vergleichsweise große, gummierte Griff ein sicheres Haltegefühl. Einen Bildstabilisator im Body gibt es allerdings nicht, der muss im Objektiv sitzen.

Auf das Objektiv-Bajonett passen Linsen nach dem E-Mount-Standard. Zusammen mit der 5R und dem Standardzoom stellte Sony weitere drei E-Mount-Objektive vor, die den neuen Hybrid-Fokus unterstützen: zwei Zooms, ein Tele-Zoom 55–210 mm und ein Mega–Zoom 18–200 mm sowie eine 24-mm-Festbrennweite. Darüber hinaus ist die R5 per Adapter mit allen Sony- und Konica-Minolta-A-Mount-Objektiven kompatibel.

Sinnvoll aufgerüstet ist die Neue in puncto Bedienbarkeit: An der Gehäuseoberseite verfügt sie über ein neues Drehrad. Damit wählt man zwischen den Aufnahmemodi (iA+,iA, P, A, S, M), der Szenenauswahl und dem hochauflösendem 2D-Schwenkpanorama. Das Rad ist allerdings nicht beschriftet, Navigation und Auswahl werden am Monitor angezeigt. Das ist ungewöhnlich, funktioniert aber in der Praxis recht gut und schnell.

Alternativ gibt es zum Auswählen das kombinierte Rändelrad um den Vierwege-Schalter auf der Kamerarückseite, das sich ebenso zur Belichtungssteuerung und beim Zoomen als sehr nützlich erweist. Wie die 5N bietet auch die 5R allerdings nur wenige Direktzugriffe, stattdessen eine frei belegbare „Fn“-Taste neben dem Auslöser, so dass sich die Fülle an Einstellmöglichkeiten nun etwas besser erschließt als beim Vorgänger.

. Das Menü wirkt auf der ersten Ebene in Sony-Gewohnheit klar strukturiert. Der komplette Funktionsumfang er-schließt sich aus den langen Reitern der Untermenüs. © Sabine Schneider
. Das Menü wirkt auf der ersten Ebene in Sony-Gewohnheit klar strukturiert. Der komplette Funktionsumfang er-schließt sich aus den langen Reitern der Untermenüs.

Funktionsvielfalt

Das Menü ist auf der obersten Ebene mit kleinen Icons klar und übersichtlich strukturiert, so dass sich auch Einsteiger schnell zurechtfinden. Sobald man allerdings in die Tiefen des Menüs eintaucht, kann man sich in der Funktionsmenge schon mal verlieren, zumal diese in endlos langen Reitern angeordnet sind. Sinnvollerweise kann man per Menütaste schnell zur letzten Einstellung oder optional zum Anfang des Menüs springen. Mit ein wenig Übung macht es sogar Spaß, mit der 5R zu spielen und die verschiedenen Funktionen auszuprobieren.

Wie die aktuellen SLT-Modelle und die höher angesiedelten NEXs bietet die 5R eine automatische Korrektur von Randabschattungen, Verzeichnungen und chromatischer Aberra­tion. Auch Funktionen wie DRO-Kontrast­optimierung, HDR-Fotos, rauschreduzierte „Multi Frame NR“-Fotos mit hohen ISO-We­r­ten oder Auto-Portrait-Framing sind möglich. 11 Bildeffekte mit 15 Varianten und sechs anpassbare Kreativstile erlauben individuelle Bildvariation schon bei der Aufnahme. Praktisch ist auch die Peak-Funktion, die beim Fokussieren die scharf abgebildeten Motivbereiche farblich hervorhebt.

Touch-Display mit Auslösefunktion

Verzichten muss der Fotograf bei der 5R auf einen integrierten Blitz und Sucher: Sony setzt hier auf einen elektronischen Zubehöranschluss, der sich unter einer kleinen Klappe an der Geräteoberseite versteckt. Darin lässt sich optional beides und weiteres Zubehör adaptieren. Ein kleiner aufsteckbarer Blitz (LZ 7) liegt der Kamera bei.

© Sony

Die Bildkontrolle erfolgt über ein hochwertiges 3-Zoll-Display, das mit 307.200 RGB-Pixeln Auflösung eine ordentliche Abbildungsqualität mit guter Feinzeichnung bietet. Damit der Fotograf flexibel arbeiten kann, ist der Monitor mit einem Gelenk versehen, der Kippbewegungen bis zu 180 Grad nach oben und etwa 45 Grad nach unten ermöglicht. Hält man die Kamera mit aufgeklapptem Monitor auf Armeslänge entfernt, sieht man bei Selbstporträts das eigene Gesicht im Bild.

Wie bereits in der 5N arbeitet der Monitor optional als Touchscreen, der sich mit ein wenig Übung intuitiv bedienen lässt. Neu ist, dass man nun über den Monitor nicht nur fokussieren, sondern mit einer Berührung auch auslösen kann – eine gute Idee. Wer die klassische Bedienung favorisiert, kann die Touchscreen-Funktionalität ausschalten und die Kamera ganz klassisch mithilfe von Tasten und Rädern bedienen.

Eine brauchbare Lupe mit 4,8x- und 9,6x-Vergrößerung ist eine Nützliche Hilfe beim manuellem Fokussieren. Ins Bild lassen sich außerdem alle Aufnahme-Informationen sowie eine elektronische Wasserwaage einblenden.

Mit zur Ausstattung gehört eine optionale Langzeitbelichtung im Videomodus, sodass Filme bei wenig Umgebungslicht automatisch heller als bei anderen Kameras wirken. © Sabine Schneider
Mit zur Ausstattung gehört eine optionale Langzeitbelichtung im Videomodus, sodass Filme bei wenig Umgebungslicht automatisch heller als bei anderen Kameras wirken.

HD-Videos mit Langzeitbelichtung

Videoaufnahmen im MP4-Format (AVCHD) macht die 5R in Full-HD mit Stereoton und kontinuierlichem Autofokus. Die höchste Bildqualität gibt es bei 1080p mit 50 Vollbildern pro Sekunde

Offensichtlich profitiert man hier von dem neuen Autofokussystem, das zu kaum merklichem Pumpen bei der Objektverfolgung führt. Neu ist, dass die 5R nun eine neue automatische Verschlussverzögerung bietet. Sie verlängert bei schlechtem Licht die Belichtungszeit, sodass die Aufnahmen heller als üblich ausfallen.

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Gut gefallen auch die beiden neuen Features WLAN- und App-Fähigkeit. Damit können Fotos direkt aus der Kamera an ein Smartphone oder andere Endgeräte mit WLAN-Unterstützung kabellos übertragen werden. Und die Kamera unterstützt PlayMemories Camera Apps, sodass sie bei Bedarf um nützliche Funktionen, etwa eine Fernsteuerungs-Funktion, erweitert werden kann. Derzeit ist das Angebot des App-Store zwar überschaubar und bringt nur geringen Mehrwert, soll aber laufend um Angebote erweitert werden.

Autofokus: 19 Bilder in Serie

Novum der im vergangenem Spätsommer vorgestellten Sony-Kameras ist das doppelte Autofokussystem, das sowohl in der neuen SLT-A99 als auch den beiden NEX-Modellen zum Einsatz kommt: Der „Fast Hybrid-Autofokus“ arbeitet mit einem 25-Feld-Kontrast-AF und zusätzlich einem Phasen-AF, der 99 Felder direkt auf dem Bildsensor nutzt. Der Phasen-AF ist bei der Scharfstellung für das Erkennen der Richtung verantwortlich und schickt den AF-Motor des Objektivs in die annähernd richtige Entfernung. Danach übernimmt der Kontrast-AF und stellt fein. Durch das doppelte Autofokussystem soll die 5R schneller auslösen und dabei die Schärfe präziser einstellen.

Mit einer Auslöseverzögerung von 0,63 s und 0,6 s bei 1.000/30 Lux meistert die 5R zwar ordentliche Werte, ist damit aber kaum besser als die 5N (064 s/0,7 s). Die Serienbildgeschwindigkeit liegt bei voller Auflösung bei 9 B/s. Die 5N schafft hier mit 10 B/s mehr, allerdings nur drei Bilder in Serie. Der 5R gelingen dagegen 19 Bilder am Stück. Mit einer Einschaltverzögerung von 1,7 s ist die 5R allerdings vergleichsweise langsam, die 5N ist bereits nach 0,9 s startklar.

Bessere Bildqualität

Insgesamt liegt die Bildqualität etwa auf dem Niveau der 5N. In puncto Bildauflösung holt die 5R aus dem 16-Megapixel-Sensor eine ebenso gute  Grenzauflösung von 1371 LP/BH bei ISO 100 bis 1068 LP/BH bei ISO 12.800.

Bei den DL-Werten liegt mal die eine mal die andere vorn, die 5R bei ISO 100, 6400 und 12.800 mit 1137/619/922 LP/BH versus 1014/505/386 LP/BH. Für Verluste in der Detailzeichnung bei höheren Empfindlichkeiten sprechen die Kurtosis-Werte von 2,3 bei ISO 1600 bis maximal 4,7 bei ISO 12.800.

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Der neue Bionz-Prozessor soll Rauschen bis zu den hohen ISO-Stufen wirkungsvoll unterdrücken. In der Tat entwickelt die Kamera über den gesamten Empfindlichkeitsbereich wenig  Noise (0,5 bis 1,6), im Vergleich zur 5N ist der Vorsprung aber eher marginal (0,6 bis 1,8). Erfreulich stark zeigt sich die Dynamik mit Werten zwischen 9,7 und 10,3 Blenden bei ISO 100/400 bis 9,3 bei ISO 1600. Selbst bei ISO 6400 sind noch 8,3 Blenden drin.

Testfazit

Sony bietet mit der NEX-5R ein weiteres Modell im Mittelklassesegment spiegelloser NEX-Kameras, das im Vergleich zur NEX-5N mit einer verbesserten Bedienung und Ausstattung bei ähnlicher Abbildungsleistung punktet. Das Konzept mit weniger manuellen und mehr Automatikfunktionen, einem neuen Dreh­rad und optionaler Touchscreen-Funktion passt in dieses Segment. Interessant vor allem für die Zukunft sind die WLAN-Tauglichkeit und die Möglichkeit, die Kamera nach eigenem Gusto mit Apps nachzurüsten.

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In puncto Bildleistung erreicht die 5R gute, aber kaum bessere Werte als ihre 5N-Schwester und beim Fokussieren ist sie nicht schneller, macht aber dafür mehr Bilder in Serie. Vom neuen Hybrid-Autofokus profitiert man offensichtlich vor allem im Full-HD-Videomodus, der mit präzisem, nahezu ruckelfreiem Autofokus und einer Option zur Langzeitbelichtung wirklich Spaß macht.

Alle Daten und Testergebnisse zum Sony NEX-5R

 
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