TESTBERICHT Ricoh GXR A16 im Test
- Testbericht
- Datenblatt
Ricoh GXR A16
- Hersteller
- Ricoh
- UVP
- 650 €
- Wertung
- 45.5 Punkte
- Testverfahren
- 1.6
Bisher stellte Ricohs GXR-System, das auf Wechselmodule statt auf Wechselobjektive setzt, seine Käufer vor eine schwierige Entscheidung: entweder Zoom mit kleinem Kompaktkamerasensor (P10, S10) oder Festbrennweite mit großem APS-C-Sensor (A12/A12 28). Das neue Aufnahmemodul A16 ist das erste, das einen für Spiegelreflex adäquaten, 23,6 x 15,7 mm großen 16-Megapixel-CMOS mit einer variablen Brennweite kombiniert, mit dem Standardzoom 3,5–5,5/ 15,7–55,5 mm (25–89 mm KB-äquivalent). Die entscheidenden Teile bleiben beim Modulwechsel im hermetisch geschlossenen Gehäuse geschützt, sodass Ricoh auf ein Reinigungssystem verzichten kann. Der anfängliche Set-Preis liegt bei 650 Euro inklusive Body und ist damit nun deutlich günstiger die anderen APS-C-Module in der Vergangenheit.
Gehäuse und Ausstattung
© Image Engineering
Live-View, Video und Autofokus
© Image Engineering
Handhabung.
Vor allem Ricohs kleine Zoomwippe nervt, eine elektronische Lösung mit lautem Zoommotor. Zum manuellen Fokussieren muss man die Makrotaste betätigen und ein Einstellrad drehen, zum Öffnen der Lupe die Menütaste zweimal hintereinander länger gedrückt halten; daraufhin erscheint zunächst eine schlechte, kleine Lupe, erst dann eine praxistaugliche, formatfüllende Vergrößerung – unter intuitiver, benutzerfreundlicher Bedienung verstehen wir etwas anderes. Abgesehen davon kommen die meisten Nutzer mit der GXR nach gewisser Eingewöhnungsphase gut zurecht. Sie bietet im Vergleich zur Sony zahlreiche Bedienelemente und die Möglichkeit, deren Funktionalität gut an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Auch das arretierbare Moduswahlrad kommt dem Bedienkomfort zugute.
Bildqualität
Die Grenzauflösung liegt bei 1524 LP/BH, was die GXR womöglich dem fehlenden Tiefpassfilter verdankt. Auch die guten Dead-Leaves- und Dynamik-Werte bringen dem A16-Modul Punkte ein (1189 bis 897 LP/BH, 9,3 bis 10,7 Blenden). Allerdings wirken die Aufnahmen ab ISO 1600 deutlich körnig, die Kurtosis weist auf einen ausgeprägten Texturverlust hin (1,6 bis 2,6), und gravierender noch: Die Bildqualität sinkt zu den Ecken rapide. Zwar lässt sich der Randabfall durch Abblenden ein wenig mildern. Trotzdem können wir eine Kamera, die erst ab f6,7 ordentlich homogene Bilder liefert, nicht empfehlen. Dass das Objektiv deutliche Schwächen hat, zeigt sich auch an der ausgeprägten Randabschattung, den Farbrändern (chromatische Aberration) und der starken tonnenförmigen Verzeichnung im Weitwinkel. Außerdem neigte die GXR A16 im Test mit der Bildeinstellung „Standard“ zu einem eher kalten Farbton und hob bei bestimmten Motiven die Grün-Sättigung unnatürlich stark an.
Fazit
Die Ricoh GXR A16 hat ein hochwertiges Gehäuse, ein gutes Display und löst mit ihrem Zentralverschluss sehr leise und vibrationsarm aus. Wegen der langsamen Serienbildfunktion und ihres schwachen Objektivs (Sensor und Objektiv sind eine Einheit), das bei offener Blende zu einem störenden Randabfall führt, reicht ihre Bildqualität jedoch nicht für eine Kaufempfehlung aus.
Neben Abbildungsfehlern wie Eckabschattung, chromatischer Aberration (Farbränder) und Verzeichnung trat ein sichtbarer Schärfeabfall an den Bildrändern auf.
Die Bildmitte wird vom fest verbauten Standardzoom des GXR-Moduls klar und deutlich dargestellt.
Das im Aufnahmemodul Ricoh GXR A16 fest verbaute Standardzoom zeigte im Test Schwächen. Der Bereich rechts außen ist sehr detaiilarm.
Alle Daten und Testergebnisse zum Ricoh GXR A16