Menü

Vollformat-DSLR Canon EOS 6D im Test

Die Canon EOS 6D repräsentiert eine neue Kategorie von SLR-Kameras mit Vollformatsensor und hoher Auflösung zu günstigeren Preisen. Wie steht es um ihre Leistung? Wir machen den Test.

Canon EOS 6D

Hersteller
Canon
UVP
1600.00 €
Wertung
57.0 Punkte
Testverfahren
1.6
Auszeichnung

Canon EOS 6D
  • +hervorragende Konnektivität
  • +gutes Preis-Leistungsverhältnis
  • -nur ein Speicherkartensteckplatz
  • -eingebauter Blitz fehlt

Beim Gehäuse der EOS 6D mischt Canon Magnesium- und Kunststoffbauteile, was die Kamera leichter, aber auch etwas weniger massiv erscheinen lässt als das teurere Schwestermodellen Canon EOS 5D Mark III (58 Punkte im Test). Als Zweit- oder Drittgehäuse wird aber sicher auch mancher Profi die Kamera in Betracht ziehen, zumal man auf Staub- und Spritzwasserschutz nicht verzichten muss.

Kaufberatung Systemkameras: Worauf Sie beim DSLR-Kauf achten sollten

Im SLR-Sucher der EOS 6D wird das Motiv mit einer effektiven Vergrößerung um 0,70x abgebildet, allerdings beträgt die Bildfeldabdeckung nur 97 Prozent. Der TFT-Monitor bietet mit einer Diagonalen von 3,2 Zoll (7,7 cm) und über 300. 000 RGB-Bildpunkten State of the art.

Einen klaren Mehrwert bietet die EOS 6D in Form des integrierten GPS-Empfängers, der Geotagging und das Aufzeichnen der Reiseroute selbst bei ausgeschalteter Kamera (GPS-Logger-Modus) ermöglichen soll. Während sich diese Funktion im zeitlichen Rahmen des Tests nicht verifizieren ließ, konnten wir bereits erste Erfahrungen mit der integrierten WLAN-Funktionalität der Kamera sammeln.

© Canon

EOS 6D mit integriertem WLAN

Neben der Übertragung von Bild­daten auf einen PC erwies sich vor allem die Zusammenarbeit mit einem Smartphone (hier ein HTC Desire S) als dickes Plus. Nach Laden, Installieren und Starten der App „EOS Remote“ aus dem Android-Market war die gegenseitige Kontaktaufnahme eine leichte Übung.

Anschließend zeigte das Smartphone die auf der SD-Karte der Canon EOS 6D gespeicherten Bilder an und ließ sich im Modus „Fernaufnahmen“ als externer Control­ler verwenden – mit Live-Bild-An­zeige, Zugriff auf verschiedene Kameraeinstellungen (Blende, Verschlusszeit, ISO, Belichtungskorrektur) und der Möglichkeit, den AF-Punkt durch Tippen mit dem Finger zu wählen.

Dank des integrierten WLANs lässt sich die EOS 6D von einem Smartphone aus steuern. Zudem können die Bilder aus der Kamera angezeigt werden. © Karl Stechl
Dank des integrierten WLANs lässt sich die EOS 6D von einem Smartphone aus steuern. Zudem können die Bilder aus der Kamera angezeigt werden.

Tippt man im Stil eines „Doppelklicks“ zweimal schnell auf den AF-Punkt, so wird der Bereich vergrößert dargestellt. Voraussetzung für das Funktio­nieren der EOS-Remote-App ist laut Canon Android 2.3.3 oder höher. Erhältlich ist die EOS Remote auch für iOS 5.0 oder neuer.

Belichtung & Autofokus

Zur Belichtungsmessung verwendet die EOS 6D einen Dual-Layer-Sensor mit 63 Zo­nen. Das kennt man auch von der 5D Mark III; Abweichungen gibt es aber bei der Selektivmessung mit ca. 8 Prozent des Gesichtsfelds (5D Mk III: 6,2 Prozent) und bei der Spotmessung mit 3,5 Prozent (5D Mk III: 1,5 Prozent).

Kaufberatung: Vergleichen Sie SLRs mit unserem Schnellfinder-Tool

Die Canon EOS 6D muss sich mit 11 Messfeldern und einem zentralen Kreuzsensor begnügen. Wer eventuell erwartet hat, das duale AF-System der Canon EOS 650D (47,5 Punkte im Test) mit Phasen- und Kontrast-AF am Sensor bei der 6D wiederzufinden, wird enttäuscht. Fürs Auslösen inklusive Fokussieren benötigt die Canon 0,35/0,42 s bei 1000/30 Lux, im Serienbildmodus liefert sie 4,4 JPEGs in der Sekunde.

Ein Blitz ist bei der 6D nicht eingebaut, externe Speedlite-Blitzgeräte lassen sich aber umfassend drahtlos steuern © Karl Stechl
Ein Blitz ist bei der 6D nicht eingebaut, externe Speedlite-Blitzgeräte lassen sich aber umfassend drahtlos steuern

Die Standards (A, P, Av, Tv, M) hat die EOS 6D ebenso im Repertoire wie Motivprogramme (Scenes) und zwei Individualspeicher. Zur Programmanwahl findet sich ein Moduswahlrad, dankenswerterweise mit Entriegelungsknopf, um unbeabsichtigtes Ver­stellen auszuschließen. Neben Funktionen zur Dynamikerweiterung – „Automatische Belichtungsoptimierung“ (drei Stufen) – stellt die Kamera auch einen HDR-Modus bereit. Dabei werden bis zu drei Aufnahmen mit einer einstellbaren Spreizung von 1, 2 und 3 EV-Stufen zu einem HDR-Bild verrechnet. Verschiedene HDR-Algorithmen wie bei der 5D Mark III stehen aber nicht zur Wahl.

Videos zeichnet Canons Neue in Full-HD (1920 x 1080 Pixel) auf. Ebenfalls möglich: das Anschließen eines externen Mikrofons und das manuelle Aussteuern der Aufnahme. Das Nachführen der Schärfe klappt nur auf Tastendruck (AF-on), ein kontinuierlicher AF ist nicht vorhanden.

Das Programmwahlrad muss vor dem Drehen per Taste entriegelt werden; unbeabsichtigtes Verstellen ist dadurch ausgeschlossen. Dem LC-Display sind verschiedene Funktionstasten für häufig gebrauchte Einstellungen zugeordnet.
Das Programmwahlrad muss vor dem Drehen per Taste entriegelt werden; unbeabsichtigtes Verstellen ist dadurch ausgeschlossen. Dem LC-Display sind verschiedene Funktionstasten für häufig gebrauchte Einstellungen zugeordnet.

Menüs und Bedienung

Das das Quick-Menü (Einstellmonitor) der Canon EOS 6D ist ansprechende gestaltet und erlaubt viele Direkteingriffe ohne Umweg über Untermenüs. Das „Daumenrad“ fällt kleiner und weniger griffig aus als bei der 5D Mark III. Und der zentrisch im Rad integrierte 8-Wege-Schalter ist mit Handschuhen – der Test fand im tiefsten Winter statt – nicht so treffsicher zu bedienen wie der Joystick der 5D Mark III.

Beim Menü fehlt die zweite Strukturierungsebene unterhalb der Menü­reiter wie bei der 5D Mark III. Dennoch lassen sich die Einträge gut überblicken, denn pro Seite werden maximal sieben angezeigt.

Das Aufnahmemenü bleibt mit maximal 7 MEnüpunkten auf dem Display immer übersichtlich. © Karl Stechl
Das Aufnahmemenü bleibt mit maximal 7 MEnüpunkten auf dem Display immer übersichtlich.

Sensor und Bildqualität

Mehr lesen

In puncto Bildqualität steht die „kleine“ Vollformatkamera von Canon ihren größeren Schwestern in nichts nach. Die Dead-Leaves-Messwerte fallen sehr hoch aus. Die DL-Diagramme zeigen aber auch einen ausgeprägten Höhenflug der Kurven mit Peaks bis zu 1,6 bei gröberen Strukturen, weshalb diese mit übersteigerten Kontrasten wiedergegeben werden. Das Rauschen liegt bei VN 0,4/0,5 bis 1,2 zwischen ISO 100 und 6400.

Fazit

Bei hohen Empfindlichkeiten ab ISO 400 zeigt die Canon EOS 6D erst richtig, was in ihr steckt – wobei die punkteträchtigen, hohen Dead-Leaves-Werte auch ihre Schattenseiten haben, weil sie mit überhöhten Kontrasten erkauft werden. Bei der Ausstattung punktet die EOS 6D mit eingebautem GPS/WLAN und erhält dafür den Kauftipp: Connec­tivity.

Alle Daten und Testergebnisse zum Canon EOS 6D

 
x