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Testbericht Sony SLT-A57 im Test

16 Megapixel Auflösung, neuester Bildprozessor und elektronischer Sucher: Mit der SLT-A57 stellt Sony eine weitere „SLR“ mit feststehendem, teildurchlässigem Spiegel vor.

Sony Alpha 57

Hersteller
Sony
UVP
750.00 €
Wertung
49.0 Punkte
Testverfahren
1.6

Sony SLT-A57
  • +Leicht und kompakt
  • +Klapp-/Schwenk-Monitor
  • +Solide Bildqualität
  • -AF im Videobetrieb laut und hektisch

Die Alpha SLT-A57 tritt mit schnelleren Bildserien bis zu 12 Bilder pro Sekunde die Nachfolge der A55 an. Hinzu kommt ein erweiterter Empfindlichkeitsbereich bis ISO 16.000.

Vieles kennt man bereits vom Vorgän­ger: Herzstück der A57 ist ebenfalls ein 16,1- Megapixel-CMOS-Sensor Exmor HD im APS-C-Format (23,4 x 15,6 mm). Auch das schwenkbare 3-Zoll-LC-Display ist geblieben.

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Ein Feature haben die Entwickler sogar gestrichen: Das GPS-Modul der A55, das sich in den preislich höher angesiedelten A77- und A65-SLTs findet, ist weggefallen. Schade eigentlich, zumal sich die A57 beim näheren Hinsehen als ausgemachte Reis­e­ka­mera klassifiziert. Sony positioniert das 760-Euro-Modell als Einstieg in die SLT-Reihe unter A65 und A77 mit je 24 Megapixeln.

Kompakt und schnell

Zum einen ist sie konstruktionsbedingt leichter und kompakter (539 g, 124 x 92 x 85 mm) als die klassischen SLRs der Alpha-Serie. Der Abstand vom Sensor zum Objektiv ist aber der gleiche, so dass man vom gesamten Objektivsystem der Alpha-Serie profitiert, das deutlich mehr Auswahl bietet, als bei den kompakten, aber nur über Adapter kompatiblen spiegellosen NEX-Mo­delle.

Das geringe Gewicht verdankt die A57 nicht nur dem, gegenüber traditionel­len SLRs kleineren, in der A57 aber nun leistungsstärkeren Lithium-Ionen-Akku, der für rund 550 Bilder (bisher 300, DSLR: 1000 Bilder) ausreichen soll.

Der Hauptgrund ist die spezielle „Translucent-Mirror“-Technik, die Sony vor anderthalb Jahren erstmals mit der A55VL vorgestellt hat. Der Spiegel der SLT-Kameras klappt nicht auf, wie bei klassischen SLRs, sondern ist starr verbaut und teiltransparent: Er lässt permanent Licht auf den Bildsensor passieren, etwa ein Drittel lenkt er auf die Phasen-AF-Module um.

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Vorteil: Die Kamera kann extrem schnell fokussieren und die Schärfe kontinuierlich nachstellen. Live-View ist am Monitor oder wahlweise im elektronischen Sucher möglich und Videos lassen sich in Full-HD und mit Nachführ-Autofokus aufzeichnen.

Bedienung

Optisch ähnelt die A57 eher den teuren Modellen A65/A77 als ihrem Vorgänger: Das Gehäuse aus Polycarbonat wirkt solide, wertig und robust, die Haptik überzeugt. Lob verdient die gummierte Beschichtung im Bereich des Daumens und des ergonomisch vorteilhaft geformten Handgriffs.

In puncto Bedienbarkeit wurde nicht viel geändert. Die A57 ist mit teils doppelt belegten Tasten bestückt, was anfangs verwirren kann. Einige Schnellzugriffstasten und ihr intuitives Hand­­ling tragen aber zum guten Komfort bei. Links neben dem Sucher befindet sich ein Moduswahlrad unter anderem mit zwei Auto­matik-Betrieben, darunter die Taste zum Öffnen des umfangreichen Hauptmenüs.

Nicht mehr per Schiebeschalter, sondern per Druckknopf lässt sich wahlweise vom Live- in den Suchermodus wechseln. Rechtsseitig findet sich die von der A55 bekannte Tastenanordnung mit Video-Schnelltaste und Multi­funktionsrad. Neu hinzu gekommen ist die „Zoom“-Taste ganz rechts außen.

E-Sucher und Schwenkmonitor

Das drei Zoll große Klapp-/Schwenk-LCD mit 307.200 RGB-Pixeln Auflösung kennt man bereits von der A55: Das Bild wirkt bei dunklen Farben etwas grießelig und zeigt Farbrauschen, ansonsten geht die Qualität in Ordnung.

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Eine Neuerung ist der leicht verbesserte Sucher mit 100% Bildfeldabdeckung. Die Auflösung liegt jetzt bei 480.000 statt bisher 383.000 RGB-Pixeln. Das Sucher­bild lässt kaum Pixelstrukturen erkennen, ist klar und scharf, erreicht jedoch nicht die Brillanz und Auflösung des A65/A77-Suchers. Das Rauschen bleibt selbst bei Dunkelheit in erträglichem Rahmen. Allerdings zeigt sich bei Gegenlicht etwas weniger Zeichnung in Lichtern und Schatten, und die Farbwiedergabe könnte besser sein.

Ausstattung mit Extras

Wie von der A55 gewohnt, wartet auch die A57 mit einer üppigen Ausstattung an  Motivprogrammen und Bildbearbeitungsfunktionen auf. Die Multishot-Fähigkeiten der schnellen Sensor-Prozessor-Kombination er­möglicht zum Beispiel einen Dämmer- und Nacht-Modus, bei dem das rauschreduzierte und scharfe Foto aus je sechs Einzelbildern zusammengerechnet wird.

Neu: Das „Auto Portrait Framing“ beschneidet eine Personenaufnahme automatisch, so dass die Proportionen und das Verhältnis von Vorder- und Hintergrund für das Auge perfekt wirken sollen.

Der neue „Klarbild“-Zoom ver­längert die Brennweitenwirkung um Fak­tor 2x. Sonys „By Pixel Super Resolution Technology“ rechnet das Bild dabei auf die volle Auflösung hoch. Diese Interpolation kann aber ein Teleobjektiv in keiner Weise ersetzen. Schade, dass Sony weiter auf Spritzwasserschutz verzichtet. Die Sensorreinigung ist nun an Bord.

Video in Full HD

Die A57 zeichnet Filme in Full HD Auflösung (1920 x 1080 Pixeln) und jetzt mit 50 Vollbildern pro Sekunde im effektiv komprimierten AVCHD-Format auf, alternativ im MP4-Format (1440 x 1080 und 25 Bilder/s).

Der Ton lässt sich entweder über das interne Stereo- oder ein externes Mikro aufzeichnen. Gespeichert wird auf SD/SDHC/SDXC oder auf MS Pro Duo, deren Slot sich rechts außen am Gehäuse befindet. Zum Anschluss an HDTV-Geräte für Bildwiedergabe in Full-HD-Qualität steht ein mini-HDMI-Ausgang zur Verfügung, der auch Signale von Sonys Bravia Sync-System überträgt.

Geschwindigkeit

Die A57 arbeitet mit dem SLT-bekannten Phasenautofokussystem mit 15 Feldern und 3 Kreuzsensoren. Durch die spezielle Spiegelbauweise kann die Kamera flott scharfstellen, sowohl bei schnellen Bildserien als auch beim Filmen. Allerdings arbeitet der Autofokus im Videobetrieb etwas hektisch und sehr laut.

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Die A57 meistert in einem speziellen Highspeed-Modus 10 B/s, im „normalen“ Serienbildmodus 8 B/s, bei 29 Bildern war Schluss. Zum Vergleich: Die A55 schaffte bei etwas langsameren 6,0 B/s immerhin 63 Bilder in Serie. Lob verdient die Einschaltverzögerung mit nur 0,8 s, die Auslöseverzögerung inklusive AF liegt bei 0,29 s bei 3000 Lux, bei dunklen 30 Lux waren allerdings nur mehr 0,42 s drin.

Bildqualität

Die A57 erreichte im Test bis ISO 800 zwar leicht niedrigere Auflösungswerte als ihre Vorgängerin (1399 LP/BH bei ISO 100 bis 1398 LP/BH bei ISO 800), hat im Vergleich dazu aber bei hohen Empfind­lichkeiten bis ISO 3200 deutlich zugelegt (1376 LP/BH).

Hinzu kommen extrem hohe DL-Werte. Das bringt Punkte, führt aber zu einem unnatürlichen Bildeindruck mit überzogenen Farbkontrasten. Tendenziell rauscht die A55 etwas stärker (VN 1,0 bis 1,9). Die Dynamik der A57 ist bei ISO 100 mit 9,3 Blenden etwas geringer, dafür hält sie sich bis ISO 800 - 1600 (9,7 bzw. 9,3 Blenden) und fällt bei höheren Empfindlichkeiten deutlich besser aus (minimal 7,3 Blenden) als bei der A55.

Fazit

Die neue SLT A57 von Sony ist ein würdiger und preislich attraktiver Nachfolger für die SLT A55: Im Bundle mit dem Standardzoom kos­tet sie zur Markteinführung rund 850 Euro. Die Auflösung bleibt mit 16 Megapixeln zwar die gleiche, ebenso ist das bekannte bewegliche 3-Zoll-LCD an Bord, dafür profitiert man von einem verbesserten elektronischen Sucher und dem neuesten Bionz-Prozessor.

In puncto Autofokus toppt die A57 ihren Vorgänger. Die A57 ist vergleichsweise aggressiv abgestimmt, was ihr bei den Punkten hilft, aber etwas unnatürlich wirkt. Lediglich den GPS-Modus der A55 haben die Entwickler gestrichen. Schade eigentlich!

Alle Daten und Testergebnisse zum Sony Alpha 57

 
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