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Testbericht Sony Cyber-shot RX100 im Test

Die Sony RX100 ist eine Kamera mit großem 1-Zoll-Sensor und 20 Megapixeln. Ihr Gehäuse ist deutlich kleiner als das einer Canon G12, der Sensor aber dreimal so groß und die Bildqualität allen Kompakten weit überlegen.

Sony Cybershot DSC-RX100

Hersteller
Sony
UVP
650.00 €
Wertung
46.0 Punkte
Testverfahren
1.6

In Deutschland gewinnen hochwertige, teure Kompaktkameras, die im Vergleich zu ihren Artgenossen eine bessere Bildqualität und eine SLR-nahe Ausstattung bieten, zunehmend Marktanteile. Vorreiter war Canon mit der G, nun gibt es ähnliche Modelle auch von Nikon, Fuji, Olympus, Ricoh und Panasonic, die alle auf einen 1/1,7-Zoll-Sensor statt dem kleineren 1/2,3-Zoll-Standard-Sensor setzen.

Sony geht nun einen Schritt weiter und integriert in die Cyber-shot RX100 einen 1-Zoll-Sensor sowie ein 3,6-fach-Zoom mit 10,4 bis 37,1 mm Brennweite (28 bis 100 mm KB-Äquivalent). Das entspricht der Sensorfläche des Nikon-1-Systems mit 13,2 x 8,8 mm und damit der dreifachen Fläche eines 1/1,7-Zoll-Sensors. Dennoch misst das solide Alumi­niumgehäuse nur 10 x 5,9 x 3,6 cm und wiegt 239 g.

Kauftipp Bildqualität: Die RX100 ist kleiner und leichter als Nikons Systemkameras 1 J1 und 1 V1, holt aber aus dem ebenfalls 13,2 x  8,8 mm großen CMOS-Sensor  eine bessere Bildqualität heraus.

Dass Sony bei der Cybershot RX100 20 Millionen 2,4 µm winzige Pixel einsetzt, führt zu einer geringen förderlichen Blende von f3,9. Ab einer Blende mehr werden in der Regel Beugungsverluste sichtbar, was Abblenden im Tele nicht ratsam erscheinen lässt. Denn im Tele lässt das ordentlich verarbeitete Zeiss-Objektiv nur Blendenöffnungen ab f4,9 zu.

Immerhin ist das Zoom bei kurzen Brennweiten mit f1,8 recht lichtstark und ermöglicht zumindest im Weitwinkel Abblenden ohne Qualitätseinbußen. Der anfängliche Preis der RX100 liegt mit 650 Euro auf dem Niveau der Nikon 1 V1 und etwa 170 Euro über der Canon G12 .

Kauftipp Bildqualität: Die RX100 ist kleiner und leichter als Nikons Systemkameras 1 J1 und 1 V1, holt aber aus dem ebenfalls 13,2 x 8,8 mm großen CMOS-Sensor eine bessere Bildqualität heraus.

Ausstattung

Während Canon bei der Ausstattung der G12 in Richtung SLR strebt, bleibt die RX100 in zwei Details näher an der Kompaktkamera: Die G12 hat einen Sucher und Zubehörschuh, die RX100 nicht. Daher muss der Anwender grundsätzlich mit dem eingebauten Blitz und dem Monitor vorliebnehmen. Der Blitz ist derart leistungsschwach, dass er allenfalls zum Aufhellen auf kurze Aufnahmedistanzen taugt (Leitzahl 1).

Der 3-Zoll-Monitor der RX100 dagegen verdient fast nur Lob: Er besitzt neben den RGB- auch weiße Subpixel, löst sehr hoch auf und liefert eine klare, scharfe, stimmige und rauscharme Vorschau. Im hellen Tageslicht bleibt die Anzeige relativ kontrastreich, allerdings könnte die Oberfläche etwas besser entspiegelt sein.

Das für Kompaktkameras übliche Funktionsspektrum wird bei der RX100 um zahlreiche manuelle Einstelloptionen erweitert, aber auch um nützliche Features wie eine elektronische Wasserwaage. Hinzu kommen zahlreiche Direktzugriffe – ohne das Canon-G12-Niveau zu erreichen.

Für Anfänger ist unter anderem der Porträt-Assistent an Bord, der die fotografierte Person nach dem goldenen Schnitt im Bild ausrichtet. Fortgeschrittene können in den (teil)manuellen Modi Blende und Belichtungszeit wählen. Sehr komfortabel funktioniert auch das manuelle Fokussieren mit Objektivring und brauchbarer Lupenansicht (8,6x).

Zwar bringt die RX100 einen eingebauten Ausklappblitz mit, allerdings reicht dessen Leistung mit Leitzahl 1 allenfalls zum Aufhellen von Motiven, die sich unmittelbar vor der Kamera befinden.

Autofokus und Video

Der 25-Punkt-Autofokus arbeitet mit Kon­trastmessung auf dem Sensor zuverlässig und schnell: Bei guten Lichtverhältnissen braucht die RX100 im Weitwinkel 0,25, bei Standardbrennweite 0,34 und im Tele 0,54 s zum Scharfstellen und Auslösen. Im Serienmodus schafft die Sony 2,2 B/s und bis zu 100 Bilder pro Serie.

Die Full-HD-Videofunktion überzeugt mit einer guten Bildqualität und einem Autofokus, der die Schärfe während des Filmens treffsicher und unaufdringlich nachzieht. Dank Videotaste lässt sich die Aufnahme direkt aus dem Fotomodus heraus starten. Um Blende, Belichtungszeit und andere Parameter vorzuwählen, muss man jedoch in den dedizierten Videomodus wechseln.

Handhabung

Keine leichte Aufgabe, die vielen Einstellmöglichkeiten in einem einfachen, intuitiv erfassbaren Bedienkonzept zu verpacken. Doch Sony meistert sie gut. Nicht nur, weil sich der Objektivring universell einsetzen und äußerst komfortabel handhaben lässt. Eine wertvolle Hilfe stellt auch die FN-Taste dar, die den direkten Zugriff auf fünf selbst bestimmte Parameter ermöglicht.

Das Menü ist umfangreich, dabei in Manier der Sony-Alpha-SLRs logisch gegliedert und öffnet wahlweise mit der ersten Seite oder am zuletzt genutzten Eintrag. Bei dem etwas unklaren Druckpunkt des Auslösers fällt es allerdings etwas schwerer, den Knopf zum Fokussieren nur halb durchzu­drücken  und nicht gleich auszulösen.

Das Menü der RX100 ist logisch aufgebaut, daher trotz des großen Funktionsumfangs übersichtlich und gut bedienbar. Lange Scroll-Listen gibt es nicht, stattdessen diverse Menü-Ebenen.

Bildqualität

Da es sich bei der RX100 um eine Kamera handelt, die sich zwischen Kompakt- und SLR-Klasse positioniert, hat sie ausnahmsweise beide Testverfahren durchlaufen. Beim Kompaktkameratest messen wir mit maximaler Weitwinkel- und Telestellung, beim SLR-Test mit 50 mm KB-Äquivalent, wo offensichtlich das Leistungsmaximum des Objektivs liegt.

Die RX100 erreicht sehr gute DL-Werte bis 1164 LP/BH und kombiniert sie mit einer ordentlichen Dynamik sowie einem recht ausgewogenen Verhältnis zwischen Texturverlust und Rauschen. Auch die Grenzauflösung ist mit bis zu 1546 LP/BH für eine Kamera dieser Größe hervorragend.

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Im Tele fallen die Leistungen zum Rand hin weniger stark ab als im Weitwinkel. Dies geht zum einen auf den bei Weitwinkelobjektiven typischerweise stärkeren Randabfall zurück; zum anderen spielt hier auch die Signalverarbeitung eine Rolle, die häufig den Kontrast in den Ecken stärker als in der Mitte anhebt – dadurch übertrifft im Tele die Eck- sogar die Mittenauflösung.

Abbildungsfehler des Objektivs wie Verzeichnung und chromatische Aberration bleiben im Rahmen. Alles in allem fährt die RX100 ein sensationell gutes Ergebnis ein – die Kompkaten mit 1/1,7- Zoll-Sensor haben dagegen keine Chance, und selbst Nikons 1 J1 und 1  V1 bleiben deutlich zurück.

Fazit

Sony landet mit seiner ersten Edelkompak­ten der neuen RX-Linie einen Volltreffer. Keine andere ähnlich kleine und leichte Kamera liefert derzeit eine vergleichbare Bildqualität. An SLR- und Systemkameras mit größeren Sensoren kommt die RX100 zwar nicht heran, kann aber bis zu den mittleren Empfindlichkeiten gut konkurrieren – Kauftipp Bildqualität. Ein limitierender Faktor ist das fest eingebaute Zoom und der kleine Pixelpitch, der bei kleineren Blenden zu Beugung und Auflösungsverlusten führt.

RX100 getestet nach Kompaktkamera-Testverfahren (Update, 02.11.2012)

Nach den hervorragenden Ergebnissen im obigen Test nach Systemkamera-Standards hat ColorFoto die Bildqualität der Sony RX100 zusätzlich nach Kompaktkamera-Testverfahren geprüft. Wie die RX100 abgeschnitten hat, erfahren Sie in unserem zweiten Testbericht ("Nachgetestet: Sony RX100 im Kompaktkamera-Testverfahren").

Auf der Detailseite zum ColorFoto-Test (Testversion 1.6) erfahren Sie, wie sich unsere Testverfahren unterscheiden.

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