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Testbericht Sony Cybershot DSC-HX200V – üppig ausgestattete Kompaktkamera

Auch Sony möchte sich ein Stück vom Kuchen der SLR-ähnlichen Megazoom-Kompakten abschneiden und schickt dazu die Sony Cybershot DSC-HX200V ins Rennen.

Sony Cybershot DSC-HX200

Hersteller
Sony
UVP
400.00 €
Wertung
54.0 Punkte
Testverfahren
1.6

Firmenwebsites gehen ja selten zurückhaltend mit Superlativen um, bei der Cybershot DSC-HX200V nimmt Sony den Mund aber besonders voll: „Das Glanzstück der Cybershot-Reihe bietet eine außergewöhnliche Bildqualität sowie Kreativfunktionen wie bei DSLR-Kameras, eine sehr hohe Empfindlichkeit und manuelle Steuerungsmöglichkeiten.“ Statements, die wir im Labor- und Praxistest auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft haben.

Bei den vielen Kreativmöglichkeiten und der manuellen Steuerung können wir Sony uneingeschränkt zustimmen: Motivprogramme bis zum Abwinken, aber auch Zeit- und Blendenautomatik sowie eine komplett manuelle Einstellung lassen alle Optionen offen, dazu wahlweise automatisches oder manuelles Scharfstellen. Wird in der MF-Position zusätzlich die Fokustaste betätigt, unterstützt eine Lupe den Scharfstellvorgang. Zumindest in dieser Disziplin ist die Mission „wie bei einer DSLR“ ohne Frage erfüllt.

Auch das Handling ist einer SLR ähnlich. Eine Grifflänge von ca. 65 mm ist für eine „Normalhand" gut zu umfassen; das gute Haltegefühl vermittelt dabei nicht die Form des Griffs, sondern seine aufgeraute und gummierte Oberfläche. Das bei Sony „Modulwahlrad" genannte Einstellrad an der Kameraoberseite rastet ordentlich ein, die leichte Versenkung ins Kameragehäuse soll vor unbeabsichtigtem Verstellen schützen. Etwas darunter befindet sich ein weiteres, von Sony als Jog-Rad bezeichnetes Element, das zum Einstellen vieler Parameter verwendet werden kann und genau dort plaziert ist, wo der Daumen zu liegen kommt. Gut.

Die federnden Abdeckungen der verschiedenen Steckbuchsen sind solide. Sie schließen und halten tadellos. Wie andere Kameras der Megazoom-Oberklasse (z.B. Fujifilm Finepix X-S1, Panasonic DMC-FZ150, Leica V-LUX3) hat die DSC-HX200V einen LCD-Sucher. Er ist für Brillenträger etwas knapp bemessen und löst mit 67.200 RGB-Pixeln nur mäßig auf. Entsprechend müde ist die Darstellung – man kann damit arbeiten, hat aber schon deutlich besseres gesehen. Das ist absolut kein SLR-Vergleich. Besser ist da die Einstellung der Brennweite und der Schärfe gelöst: Nach Vorwahl an der linken Objektivseite kann man das mit einem großen Einstellring am Objektiv direkt erledigen. Das ermöglicht sehr präzise Einstellungen von Hand.
 
Das 3-Zoll-Display mit 307.200 RGB-Pixeln lässt sich nach oben und unten neigen und zeigt Bilder und Einstellungen hell und klar. Das Menü erlaubt per se schon schnellen Zugriff auf öfter zu verändernde Einstellungen, die Custom-Schnellzugriffstaste kann dazu auch mit Funktionen aus den unteren Menü-Ebenen belegt werden. Die DSC-HX200V hat ein GPS zum Geokodieren, der Bilder mit an Bord, speichert aber keine RAW-Daten, sondern nur JPG – was in dieser Preis- und Leistungsklasse eher verwundert. Ein optischer Bildstabilisator unterstützt den Fotografen, anders wären die langen Brennweiten auch gar nicht nutzbar. In Sachen Video bietet die Cybershot DSC-HX200V das Komplettpaket: Full HD-Qualität mit optischem Zoom und Stereoton. Sogar ein Windfilter für die Audioaufnahme ist integriert.

Die Brennweite des 30-fach-Zooms reicht von 27 bis 810 mm (KB), bei einer Lichtstärke von 2,8 bis 5,6. Das ist natürlich mehr als üppig, in unseren Augen aber zu telelastig. Die fehlenden Weitwinkel-Millimeter von 24 bis 27 fallen schwerer ins Gewicht als die 90 gewonnen Telemillimeter (gegenüber 720 Millimeter). Kleinster Aufnahmeabstand ist 1 cm. Mit der von Sony intern „Clear Zoom Technology“ genannten digitalen Interpolation erweitert sich der Zoombereich auf 60-fach und eine Teleleistung von KB-äquivalenten 1620 mm – ohne dass wir uns dafür eine realistische Anwendung vorstellen können.

Um es klar zu sagen: Das „immer höher, weiter …“ ist absoluter Blödsinn. Die Bildqualität der DMC-HX20V ist schon bei 810 Millimetern nicht gut – wozu also noch mehr? Das gilt genauso für die Empfindlichkeit. Im speziellen Automatikmodus sind Aufnahmen bis ISO 12.800 möglich, dabei gleichen die Bilder bei ISO 1600 schon Pixelgebirgen. Das ist schade, denn weil Sony stark auf diesen Eigenschaften herumreitet, muss sich die Kamera natürlich auch daran messen lassen. Und reißt die Latte. Dabei ist die Bildqualität bei „normalen“ Bedingungen durchaus ansehnlich. Die Mittenauflösung bei ISO 100 im Weitwinkel und in der Bildmitte liegt bei 1598 LP/BH und bleibt bis ISO 800 über der 1500er Marke; der Randabfall ist mit 300-350 LP/BH kräftig, das fällt aber nur bei kritischen Motiven auf. Allein das Rauschen ist durchgehend störend – 18 Millionen Pixel auf einem kleinen Sensor fordern auch hier ihren Tribut.

Fazit: Die Sony Cybershot DSC-HX200V ist eine grundsolide Kamera, die alles an Bord hat, was man für problemloses Fotografieren braucht. Die Bildqualität ist angesichts eines Preises von 500 Euro leider nur mäßig.

Alle Daten und Testergebnisse zum Sony Cybershot DSC-HX200

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