Testbericht Sony Alpha A99 im Test
- Testbericht
- Datenblatt
Sony Alpha 99
- Hersteller
- Sony
- UVP
- 2800 €
- Wertung
- 57.0 Punkte
- Testverfahren
- 1.6
- Auszeichnung
-
- +Sehr gute Ausstattung
- +Hervorragende Ergonomie
- -Bildqualität reicht nicht ganz an Topmodelle von Nikon und Canon heran
Anders als bei der A77 aber vermisst man ein eingebautes Blitzgerät zum dezenten Aufhellen oder drahtlosen Zünden eines externen Systemblitzgeräts. Die Kamera soll etwa 2.800 Euro kosten, das lichtstarke Standardzoom SAL-2470Z (2,8/24–70 mm) rund 2.000 Euro. Parallel mit der A99 bringt Sony außerdem das 300-mm-Objektiv SAL-300F28G2, ebenfalls mit Anfangsöffnung 1:2,8, für zirka 7.700 Euro auf den Markt.
© Sony
Sony verspricht Langlebigkeit
Bei Sonys SLT-Kameras ist der Spiegel im Gehäuse starr eingebaut und teiltransparent. Er lässt permanent Licht in Richtung Bildsensor passieren und lenkt nur etwa ein Drittel da von auf die Phasen-AF-Module um. So kann der Sensor ständig ein Signal für das Live-View erzeugen, während zugleich der Phasen-AF aktiv bleibt.
© ColorFoto
Kaufberatung Sony-System: Alle SLT-Kameras im Vergleich
Der eingebaute elektronische Sucher entspricht technisch dem Stand der A77: Mit einer Auflösung von 786.432 RGB-Pixeln, 100 Prozent Bildfeldabdeckung und einer effektiven Vergrößerung von 0,71fach kommt er der Darstellungsqualität der besten SLR-Sucher sehr nahe; Rauschen und Ruckeln bei wenig Licht halten sich in Grenzen.
Bei sehr hellem Umgebungslicht nimmt man das Sucherbild jedoch dunkler wahr, als man das von einem SLR-Sucher gewohnt ist. Der 3-Zoll-Monitor löst 307 200 RGB-Bildpunkte auf und sorgt dank RBGW-Technologie mit zusätzlichen Weißpixeln für ein kontrastreiches Bild. Er lässt sich aus dem Gehäuse klappen und um seine Achse schwenken, so dass er in praktisch jeder sinnvollen Position verwendet werden kann.
Gute Ideen zur Ergonomie
Dem Optimieren der Ergonomie haben die Konstrukteure offenbar viel Zeit gewidmet: Position und Formgebung der Bedienelemente erleichtern die „blinde“ Bedienung erheblich; da hat jemand mal richtig mitgedacht. Zwei Einstellräder und ein Joystick mit Richtungstastenfunktion ermöglichen schnelle Einstellungen und das Navigieren in den Menüs.
© Sony
Außerdem schafft der neue Multi-Controller dank integrierter Bestätigungstaste eine weitere Einstellebene neben dem Quick-Menü, das über die Fn-Taste aufgerufen wird. Dort navigiert man mittels Joystick auf den gewünschten Menüpunkt, um anschließend mit dem hinteren Einstellrad Parameter bzw. Funktionen zu verändern. Intuitiver und flexibler lässt sich derzeit wohl kaum ein anderes Kameramodell bedienen.
Mehr lesen
- Übersicht: Unsere Bestenlisten
© ColorFoto
Neues duales AF-System
Ein Novum stellt bei Sony das duale AF-System dar: Zu dem von der A77 bekannten Phasendetektionsmodul mit 19 AF-Punkten (11 Kreuzsensoren) im Kameragehäuse gesellt sich ein weiteres Phasen-AF-System mit 102 Messpunkten direkt auf dem Bildsensor; das Ganze addiert sich zu einer Messmatrix von 121 Feldern. Speziell auf das duale AF-System zugeschnitten ist der Fokussierungsmodus AF-D für sich schnell bewegende Objekte. Dabei sollen der 19- und 102-Punkt-AF nahtlos ineinander greifen, um zu verhindern, dass das Objektiv aus dem Fokus gerät.
Kaufberatung: Worauf Sie beim DSLR-Kauf achten sollten
Kleiner Wermutstropfen: Dieser Modus wird derzeit nur von sechs Sony-Objektiven unterstützt: SAL-2470Z, SAL-2875, SAL-50F14, SAL-300F28G2, SAL-70400G und SAL-500F4G. Weitere Objektive sollen im Zuge eines baldigen Firmware-Updates ebenfalls diese Funktionalität ermöglichen. Beim manuellen Scharfstellen hilft eine Kantenanzeige in drei wählbaren Farben (Rot, Gelb, Weiß).
© ColorFoto
Bessere Bilder als bei A77
© Sony
Beim Blick auf die Testbilder und Dead-Leaves-Diagramme fällt auf, dass die Kamera im Vergleich zur A77 weniger aggressiv abgestimmt ist; besonders die Porträts wirken deutlich natürlicher. Die Farbgenauigkeit ist vor allem bei ISO 100 besser, und bei höheren ISO-Zahlen hat die A99 generell die Nase vorn. Allerdings könnten die Kurtosiswerte zwischen ISO 1600 und 6400 niedriger sein.
Erfreulich dagegen die hohe Dynamik um 10 Blenden bei ISO 100/200 und 9 Blenden bei ISO 800/1600; selbst bei ISO 12 800 sind noch knapp 8 Blenden drin. Unterm Strich ist bei der A99 ein etwas stärkerer Qualitätsabfall hin zu höheren ISO-Einstellungen zu verzeichnen als bei der Nikon D600 oder Canon EOS 5 Mark III mit vergleichbarer Nennauflösung.
Fazit
Mit der A99 liefert die Firma Sony ihr bisheriges Meisterstück innerhalb der SLT-und SLR-Reihe ab: Was Ausstattung und Bedienkonzept anbelangt, spielt die Kamera in der ersten Liga, Haptik und Verarbeitung sind auf professionellem Niveau.
Kaufberatung Nikon-System: Die Vollformatkameras D700, D800/E, D3x und D4
Die Bildqualität ist insgesamt sehr gut, auch wenn das Niveau der Topmodelle von Canon und Nikon nicht auf allen ISO-Stufen ganz erreicht wird. Umgekehrt hat jedoch die Sony bei der Ergonomie als Paket aus Bedienkonzept, Schalteranordnung, Monitor und dem ausgezeichneten Sucher die Nase vorn und erhält einen entsprechenden Kauftipp.
Alle Daten und Testergebnisse zum Sony Alpha 99