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Digitalkamera mit Foveon-X3-Sensor Sigma DP1 Merrill im Test

Die Sigma DP1 Merrill ist mit dem 19-mm-Objektiv das Weitwinkel-Pendant zur DP2 (30 mm). Die Bildaufzeichnung übernimmt auch hier der Foveon-X3-Sensor mit drei Schichten zu je 14,7 MP.

SIGMA DP1 Merrill

Hersteller
SIGMA
UVP
1000.00 €
Wertung
49.0 Punkte
Testverfahren
1.6

Die DP1 Merrill ist das dritte Modell mit dem hochauflösenden Foveon-X3-Sensor: Nach der SLR SD1 Merrill brachte Sigma zunächst die spiegellose DP2 Merrill mit fest verbautem 30-mm-Objektiv und schiebt nun die DP1 mit Weitwinkeloptik nach – für ebenfalls 1.100 Euro. Das 2,8/19-mm-Objektiv entspricht einem Kleinbildobjektiv mit 28,5 mm Brennweite – interessant vor allem für Landschaft, Architektur und Innenräume.

Rechteckig, praktisch, gut

Das Design der DP1 Merrill folgt dem Prinzip „rechteckig, praktisch, gut“ – mit einer kleinen Einschränkung allerdings. Denn mangels eines Handgriffs oder einer rutschfesten Beschichtung wirkt das hochwertige Metallgehäuse zu glatt. Andererseits besticht der Body durch seine Schlichtheit – ein Fall für Kamera-Puristen.

Da die Kamera weder über einen fest eingebauten Blitz, noch über einen Sucher verfügt, muss beides bei Bedarf nachgerüstet werden. Das externe Blitzgerät EF-140 DG ist für etwa 90 Euro erhältlich, der optische Aufstecksucher VF-11 für etwa 170 Euro.

Der 3-Zoll-Monitor an der Rückseite bietet eine hohe Auflösung von 307.000 RGB-Pixeln. Der Kontrast-AF stellt neun Messfelder bereit und ist nicht von der schnellsten Sorte, wenngleich der Tempovorteil im Vergleich zur DP2 durchaus nennenswert ist: 0,63/0,86 s bei 1000/30 Lux gegenüber 1,18/1,4 s.

Ihre klare Linienführung macht die Sigma DP1 Merrill zum Fall für Kamera-Puristen. Leider rutschen die Finger leicht vom Gehäuse ab, weil es kaum griffige Haltepunkte gibt.

Schlüssiges Bedienkonzept

Anders als noch bei der DP1x ist das Einstellrad – den Auslöser umgebend – nicht zum manuellen Fokussieren da, sondern dient dem Navigieren im Hauptmenü und dem Einstellen von Funktionen bzw. Parametern im Quick-Menü.

Letzteres bietet zwei Bedien­ebenen, zwischen denen man durch jeweils erneutes Drücken der Q-Taste umschaltet, um dann mit dem 4-Weg-Schalter einen von vier Funktionsbereichen pro Ebene anzuwählen und mittels Rad Einstellungen vorzunehmen. Zum Umschalten zwischen den Be­lichtungsprogrammen gibt es eine eigene Mode-Taste.

Zum manuellen Scharfstellen benutzt man den Fokussierring am Objektiv. Tipp: Wurde im Hauptmenü AF+MF vorgewählt, ist der Autofokus aktiv, während man den Fokus gleichzeitig manuell korrigieren kann. Beim manuellen Fokus-Override wird automatisch die Einstelllupe aktiviert.

Bildqualität von top bis flop

Was der Foveon-Sensor mit seinen drei Farbschichten à 15 Megapixel (und ohne Moiré-Filter) bis ISO 400 an Auflösung bzw. Detailtreue produziert, ist frappierend und entspricht dem Niveau aktueller Vollformatkameras.

Auch die JPEG-Verarbeitung in der Kamera ist im Vergleich zu früheren Modellen verbessert, was zu guten bis ordentlichen Ergebnissen zwischen ISO 100 und 400 führt. Einen zusätzlichen Qualitätsschub bringt die Verarbeitung im hauseigenen RAW-Konverter Photo Pro 5 (im Test die Version 5.3.2).

Bei ISO 100 ist die Bildqualität in allen Kriterien exzellent, bei ISO 200 kaum schlechter. Ab ISO 400 reduziert sich die Farbsättigung, und ab ISO 1.600 kränkelt die Farbwiedergabe insgesamt, in Flächen treten Farbflecken auf. Ab ISO 3.200 steht eher experimentelle Fotografie auf dem Spielplan; von realistischer Bildwiedergabe kann dann nicht mehr die Rede sein.

Den Auslöser umgibt ein Drehrad, das bei Einstellungen und beim Navigieren in den Menüs gute Dienste leistet. Blitzgerät und optischer Sucher sind optional erhältlich.

Fazit

Rund 1.100 Euro für eine Kamera, mit der man ab ISO 1.600 kaum noch befriedigende Ergebnisse erhält – eigentlich ein starkes Stück, möchte man meinen. Die positive Kehrseite aber sind die fantastischen Bild­ergebnisse bei ISO 100: Vollformatqualität mit 65-Prozent-Rabatt. Die DP1 Merrill polarisiert: Man lehnt sie ab oder man verfällt ihr. Eines sollte Sigma allerdings dringend nachbessern: Der Akku ist zu klein und hält nicht lange genug durch.

Alle Daten und Testergebnisse zum SIGMA DP1 Merrill

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