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Testbericht Ricoh GXR A12 28 mm -Auf andere Art

SLR-Bildqualität mit Kompaktkamera-Komfort verspricht das Ricoh GXR-Konzept mit den A12-Modulen. Nach dem 2,5/50 mm Macro musste jetzt die Kombi mit dem 2,5/28 mm-Modul zeigen, was sie kann.

Ricoh GXR A12 28mm

Hersteller
Ricoh
UVP
750.00 €
Wertung
36.0 Punkte
Testverfahren
1.6

Mit dem GR-Objektiv 2,5/28 mm (A12) hat Ricoh die vierte Aufnahme-Einheit für das Wechselmodul-Kamerasystem GXR auf den Markt gebracht. Bei Ricoh dreht der Fotograf kein Objektiv in das Kamerabajonett, sondern schiebt ein Modul mit Objektiv und Sensor in das GXR-Basisgehäuse mit Be­­dienelementen, LCD-Monitor, Akku- und Speicherkartenfach. Das neue Modul kombiniert einen 12-Megapixel-CMOS-Sensor im APS-C-Format samt Bildprozessor mit einem 2,5/18,3-mm-Objektiv.

Das Ricoh-Menü überzeugt mit einem simplen und entsprechend übersichtlichen Aufbau.

Daraus ergibt sich eine klassische 28-mm-Weitwinkel-Wir­kung bezogen auf Kleinbild. Der 23,6 x 15,7 mm große Sensor und der Bildprozessor tun schon im A12-Modul 2,5/50 mm Macro (Test ColorFoto 3/2010) ihren Dienst. Dar­über hi­naus bietet Ricoh noch zwei Zoommodule für das GXR-System an. In den Zoommodulen stecken allerdings kleine Kom­­paktka­me­rasensoren, das spart zwar Platz, führt aber auch zu einer Bildqualität auf Kompaktkameraniveau. Die entsprechenden Testergebnisse finden Sie in unserem aktuellen Sonderheft sowie auf colorfoto.de. (A12 50 mm , S10 )

Bedienung & Ausstattung
Wie schon bei den anderen GR-Kameras macht das Außengehäuse aus Magnesium-Druckguss einen robusten, wertigen Eindruck und fasst sich gut an. Ebenfalls überzeugend das gute Bedienungskonzept der GXR mit zahlreichen Elementen für den Direktzugriff wie der „Adj.“- und „Direkt“-Taste sowie frei programmierbare Funktionstasten.

Der Aufbau des Ricoh-Gehäuses ähnelt stark dem einer Kompaktkamera – ideal für Umsteiger. Zahlreiche Einstellräder, Wippen und Schalter ermöglichen zugleich Direktzugriffe wie bei einer klassischen SLR.

Im Verbund mit logischen Me­nü­strukturen macht so die Nutzung der viel­fältigen Kamerafunktionen und manuellen Einstellmög­lich­­kei­ten nach kurzer Eingewöhnung keine Pro­­bleme. Zu den Besonderheiten der GXR gehört eine Multi-Pattern-Weißabgleichs­auto­matik, die Mischlicht-Situationen besser bewältigt. Das gelingt aber der normalen Automatik auch schon gut. Zudem beherrscht die GXR auch Belichtungsreihen mit unterschiedlichem Weißabgleich oder Farbeinstellungen.

Modul-System: Dank der Kombination von Optik und Sensor zu einem Modul besteht beim Wechsel keine Gefahr, dass sich Schmutz auf dem Sensor absetzt. Das Wechseln geht genauso schnell wie von Objektiven gewohnt.

Der große 3“-LCD-Monitor überzeugt mit einem klaren, scharfen Bild mit 306 667 RGB-Pixeln und sauberen Farben. Selbst unter schlechten Lichtverhältnissen war es nicht verrauscht, und Bewegungen wurden dank einer hohen Bildwiederholrate flüssig dargestellt. Richtig nützlich ist auch die elektronische Wasserwaage und ein empfehlenswertes Zubehör für ungünstige Licht- oder Einblicksverhältnisse der optional erhältlich VF-2-LCD-Sucher (250 Euro).

Fokus & Zeiten
Der Fokusbereich des 28-mm-Moduls beginnt automatisch wie manuell bei 20 cm. Mit Werten von 0,84/0,66 s für AF-Zeit plus Auslöseverzögerung bei 3000/30 Lux arbeitet der Kontrast-AF des 28-mm-Moduls an der GXR schneller als beim 50-mm-Pedant und erreicht ähnliche Werte wie die spiegellosen Systemkameras von Sony: NEX3 und NEX5. Doch sind die neuen Panasonics G10 und G2 schneller. Dafür gefällt der Kontrast-AF des 28-mm-Moduls durch eine sehr sichere, präzise Fokussierung, wahlweise mit Mehrfeld- oder Spot-AF.

Bei Letzterem kann für die Größe des AF-Felds zwischen normal und punktgenau gewählt werden. Die aktivierbare Vor-Fokussierung bringt eine fast permanente Aktivität die Fokussiermechanik, aber eher selten mehr Schnelligkeit. Sie orientiert sich im Mehrfeldmodus am zentralen Bildbereich und entscheidet sich dann beim Antippen des Auslösers oft nachträglich – und richtigerweise – für andere Felder. Wenn es mal schnell gehen soll, stellt die Schnappschuss-Funktion beim Durchdrücken des Auslösers in einem Zug die Schärfe direkt auf eine zuvor gewählte Entfernung ein – eine bei der großen Schärfentiefe von 28 mm sinnvolle Einrichtung.

Die manuelle Fokussierung kann am griffigen, gummierten Drehring des Objektivs erfolgen. Allerdings handelt es sich nicht um eine mechanische Umsetzung, sondern der Drehring gibt einen Impuls an einen Stellmotor – das Ganze ist also weder stufenlos noch so  präzise wie mit einem MF-Objektiv. Leise Klickgeräuschen beim Drehen zeigen aber die hohe Zahl der Fokusstufen.

Bildausschnitt ISO200

Ein weiteres Problem ist die MF-Sucherlupe mit  starkem Rauschen und unzureichender Auflösung. Zudem lässt sich die Lupe zwar zuschalten, aber nicht mehr abschalten. Wer die Lupe wieder ausblenden möchte, muss die Kamera ausschalten oder die Lupe auf eine Funktionstaste legen. Eine eher grobe Orientierung bei manueller Fokussierung erlaubt die eingeblendete Entfernungsskala, bei der der Schärfentiefebereich der aktuellen Blende grün unterlegt ist.

Mit dem 28-mm-Modul benötigt die GXR 3,5 s bis zur Aufnahmebereitschaft, das ist die längste Zeit aller GXR-Module. Fertige JPG- wie RAW-Bilder im universellen DNG-Format speichert die GXR zügig weg, im Einzelbildmodus verzögert eher der AF die nächste Auslösung. Serienbelichtungen sind mit 3,1 B/s möglich, bis die Karte voll ist.

Bildausschnitt ISO400

Bildqualität
Die Messergebnisse für die Auflösung passen. Sie ist mit 1241/1239/1152/1118 LP/BH gleichmäßig hoch und übertrifft leicht die Werte des 50-mm-Macro-Modul, das es im Test auf 1200/1179/1156/1058 LP/BH brachte. Dass das neue Modul keinen Bildstabilisator aufweist, macht sich dank der 28-mm-Brennweite weniger störend bemerkbar als beim 50-mm-Macro-Modul.

Beim Rauschen kann das 28er-Modul mit einem VN-Wert von 1,6 bei ISO 1600 einen leichten Vorteil gegenüber dem 50er verbuchen und kommt beim Objektkontrast auf fast identische Werte mit 9,7 bis 8,7 Blenden (ISO 200–1600) und immer noch 8,3 bei der höchsten ISO-Einstellung 3200. Negativ fiel die Textur auf, ein Testwert für nichtlineare, die Bildqualität störende Eingriffe in die Bildsignale. Typischerweise steht ein hoher

Bildausschnitt ISO800

Texturwert für eine starke Rauschunterdrückung, die mit dem Rauschen feine Bilddetails löscht. Bei der Ricoh stört eine unnatürliche Betonung feiner Schwarzweißkanten.

Fazit: Das neue Weitwinkel-Modul macht das GXR-System zum attraktiven Reisebegleiter, wenn Ihnen Festbrennweiten genügen: kompakt, leicht, auf SLR-Niveau, mit 28 mm ein guter Allrounder und wertig verarbeitet. Bei der Bildqualität haben

Bildausschnitt ISO1600

spiegellose Sys­temkameras von Panasonic und Sony die Nase vorn, sind aber auch nicht ganz so kompakt, wenn man zum Gehäuse-Maß in der Tabelle das Objektiv hinzurechnet. 

Alle Daten und Testergebnisse zum Ricoh GXR A12 28mm

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