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KAMERATEST Ricoh GR Digital IV

Mit der Digitalkamera GR Digital IV verfolgt Ricoh auf den ersten Blick das Porsche-Prinzip.

Ricoh GR Digital IV

Hersteller
Ricoh
UVP
450.00 €
Wertung
48.0 Punkte
Testverfahren
1.6

So wie ein 911er seit 40 und mehr Jahren prinzipiell immer gleich aussieht, ist auch die brandneue GR Digital IV kaum von der GR Digital aus dem Jahr 2005 zu unterscheiden. Seither gibt es in schöner Regelmäßigkeit alle zwei Jahre ein neues Modell, das mit eigenwilliger Technik und dem unverkennbaren Design einen Nischenmarkt bedient. Der Mac unter den Kompaktkameras sozusagen. Und um im Bild zu bleiben, kommt die GR Digital IV mit einem „Unibody“-Gehäuse aus Magnesium, das in seiner bestechenden Schlichtheit durchaus an das puristische Apple-Design erinnert. Selbst der Preis ist Apple-like: 550 Euro darf man angesichts der Ausstattung durchaus happig nennen. Zum Konzept gehört auch der Verzicht auf Funktionen, die bei Kompakten ansonsten selbstverständlich sind, wie Motivprogramme oder Gesichtserkennung.

Die Oberfläche des Kamerabodys hat eine feine Struktur und fühlt sich wie eine Gummierung an - absolut rutschsicher. Die Tasten haben deutliche Druckpunkte und strahlen das Gefühl von solider Qualität aus. Die Kennzeichnung der Bedienelemente ist deutlich und unmissverständlich. Das Einstellrad an der Kameraoberseite verdeutlicht die Liebe zum Detail: Es ist durch einen Stift gegen unbeabsichtigtes Verdrehen gesichert. Erst wenn der Stift niedergedrückt wird, ist das Einstellrad zu bewegen. Das ist mechanisch aufwändig, aber gut. Die große Vielfalt an Einstellmöglichkeiten wird auf zwei Einstellrädchen aufgeteilt und bleibt dadurch überschaubar. So werden verschiedene Ebenen für die Konfiguration der Kamera geschaffen, ohne verwirrende Mehrfachbelegung von Tasten.

Das 3-Zoll-Display lässt sich aus verschiedenen Richtungen gut betrachten und bietet VGA-Auflösung. Jeder Bildpunkt wird hier nicht nur wie gewohnt von drei Subpixeln in Rot, Grün und Blau gebildet, es kommt noch ein weißes Subpixel dazu. Das Display ist dadurch scharf, klar und hell. Allerdings sind die Symbole etwas filigran geraten und könnten unserer Meinung nach etwas deutlicher sein. Eine Besonderheit beim Scharfstellen: Man kann sich nicht nur die Entfernung des Motivs anzeigen lassen, sondern auf diese Entfernung vorfokussieren und so womöglich wertvolle Zehntelsekunden schneller sein (AF-Zeit 0,42s). Ein Blitzschuh erlaubt das Aufstecken von Suchern und externen Blitzgeräten, was den hohen Anspruch der Kamera unterstreicht. Dazu passt auch die Möglichkeit, Bilder als RAW-Datei zu speichern. Weniger überzeugt waren wir dagegen vom Videomodus: VGA-Auflösung mit 640 x 480 Bildpunkten ist hier einfach nicht mehr zeitgemäß.

Das lichtstarke 1,9/28 mm Fixfokusobjektiv ist eine feine Sache. Zudem kommt bei der GRD IV zum ersten Mal in der GRD-Serie ein Bildstabilisator zum Einsatz. Das mag bei einer festen Brennweite von 28 Millimetern zwar übertrieben klingen, verhilft in der Praxis aber selbst bei einer Verschlusszeit von 1/8s noch zu scharfen Aufnahmen. Der Empfindlichkeitsbereich geht von ISO 80 bis ISO 3200 (GR III ISO 64 bis ISO 1600), was bei schlechten Lichtverhältnissen ein zusätzliches Plus sein kann.

Der Sensor mit 1/1,7 Zoll Fläche und 10 Mio Pixeln macht Hoffnung auf gute Bildqualität, die aber nur teilweise eingelöst wird. Bei niedriger Empfindlichkeit sind die Auflösung gut (1245 Lp/BH) und der Randabfall gering (rund 100 Lp/BH), auch ein „Dead Leaves“-Wert von fast 900 ist für eine Kompakte aller Ehren wert. Doch schon bei ISO 200 wird das Bild weicher und ab ISO 400 steigt auch das Bildrauschen kontinuierlich an. Da die Kamera auch bei offener Blende vernünftige Bilder macht, sollte man die Lichtstärke des Objektivs ausnutzen, bevor man die Empfindlichkeit erhöht. Ab ISO400 steigen die Kurtosiswerte kräftig an – ein Zeichen dafür, dass der Bildprozessor rigider ins Bild eingreift. Wer die Kontrolle behalten möchte, sollte dann vielleicht besser auf das RAW-Format zurückgreifen.

Insgesamt holt die Ricoh GR Digital IV mit 48 Punkten eine beachtliche Benotung in diesem Feld, was sie vor allem dem 1/1,7-Zoll-Sensor mit „nur“ 10 MP zu verdanken hat. An die Qualität der Topmodelle von Nikon, Leica oder Panasonic mit vergleichbarem Sensor reicht sie jedoch nicht heran.

Fazit: Die Ricoh GR Digital IV ist eine Puristenkamera mit einer lichtstarken Weitwinkel-Festbrennweite. Wer auf Automatismen verzichtet und lieber in Ruhe seine Motive arrangiert, findet hier das passende Werkzeug. Kauftipp Konzeptkamera.

Alle Daten und Testergebnisse zum Ricoh GR Digital IV

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