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Testbericht Panasonic Lumix DMC-G3 - Klein, aber fein

Panasonic rüstet sein Micro-Four-Thirds-System konsequent nach und bringt die Lumix DMC-G3: kleiner und leichter als ihre ältere Schwester G2 mit nun 16 Mega­pixel Auflösung und verbesserten Videofunktionen.

Panasonic Lumix DMC-G3

Hersteller
Panasonic
UVP
500 €
Wertung
48.0 Punkte
Testverfahren
1.6
Auszeichnung
Kauftipp Syste

Panasonic setzt bei seinen Systemkameras konsequent auf Modelle ohne Spiegel. Während in Japan die GF-Linie im Kompakt­kameradesign ohne fest eingebauten Sucher punktet, greifen in Deutschland die meisten Lumix-Käufer zur G-Linie mit integriertem elektronischen Sucher im klassischen SLR-Design. Die neue Lumix DMC-G3 ist mit 115 x 84 x 47 mm nochmals rund 25 Prozent kompakter als ihre Vorgängerin G2, die als Einstiegsmodell weiterläuft. Und trotz des wertig anmutenden neuen Gehäuses aus Aluminium bringt sie nur knapp 340 g auf die Waage.

Panasonic Lumix G3

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© Panasonic
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Ganz offensichtlich haben die Entwickler an der G-Linie ordentlich geschraubt: Äußerlich wirkt das Bedienkonzept trotz elektronischem Sucher, Pop-Up-Blitz und Klappmonitor mit Tough-Screen re­du­zier­ter. Im Inneren wurde dafür der neue 16 Mega­pixel auflösende CMOS-Sensor aus der GH2 im Micro-Four-Thirds-Format (17,2 x  13,0 mm) verbaut. Zusammen mit der aktualisierten Venus Engine FHD verspricht der japanische Hersteller eine bessere Bild­qua­li­tät mit weniger Rauschen, mehr Schärfe und Detailzeichnung. Zudem sollen Fokussierzeiten von bis zu 0,1 s drin sein. Die Autofokus-Steuerung via Touchscreen kennt man von der G2:  Es genügt ein leichtes Antippen mit der Fingerkuppe, um die Kamera auf ein Detail scharf zu stellen und optional auszulösen. Neu ist der Punkt-AF-Modus. Damit kann der Fotograf auf kleinste Details, etwa eine Augenpupille, fokussieren, wobei das ge­samte Bild zur Verfügung steht. Eine AF-Verfolgungsfunktion („AF-Tracking“) stellt bewegte Motive im Bild scharf und steht sowohl im Foto- als auch Videobetrieb zur Verfügung.


Bedienung
Der Bedienkomfort verdient Punkte: Einerseits liegt die G3 sicher in der Hand. Der Handgriff fällt zwar nicht mehr ganz so großzügig aus, gewährt aber durch seine ergonomische Form und gummierte Beschichtung und das geringe Gewicht der Kamera guten Halt.

Zum anderen punktet sie mit einem übersichtlichen Menü, großer lesbarer Schrift und vielen Hilfstexten. Gegenüber der G2 besitzt sie auffallend wenig Bedienelemente, dafür mehr Möglichkeiten zur individuellen Tas­ten­belegung: Das zweite Drehrad oben links gibt es nicht mehr. Ebenso sind die jetzt 17 Motivprogramme nicht mehr über das Drehrad für Belichtungsmodi, sondern über den Vier-Wege-Schalter zugänglich. Neu ist eine zweite „Custom“-Funktion und zwei belegbare „Fn“-Tasten. Zusätzlich zu den Auto-Funktionen lassen sich per Touchscreen die Schärfentiefe, Belichtung und der Weißabgleich anpassen.

Der drei Zoll große dreh- und schwenkbare Klappmonitor reagiert zuverlässig und schnell, so dass man von der alternativen Touch-Steuerung profitiert. Die Auflösung liegt bei zeitgemäßen 153 333 RGB-Pixeln.

100 Prozent Bildfeldanzeige und 16fache Lu­penfunktion ermöglichen eine detaillier­te Bildkontrolle. Die Darstellungsqualität über­zeugt: In abgedunkelten Räumen bleibt die Vorschau rauscharm, im hellen Tageslicht relativ konstraststark. Hatte die G2 einen komfortablen Augensensor, um vom Live-View- in  den Sucherbetrieb zu wechseln, findet sich bei der G3 dazu ein kleine Taste links vom Sucher. Dieser konnte schon an der G2 überzeugen: Er bietet eine hohe Auflösung mit 480 000 RGB-Pixeln, 100 Prozent Bildfeldabdeckung, eine effektive Vergrößerung von 0,7x und blendet auf Wunsch alle Aufnahmeparameter ein.

Ausschnitt: ISO 1600 © ColorFoto
Ausschnitt: ISO 1600
Videofunktion
Ordentlich draufgelegt hat Panasonic bei der Videofunktion, wenngleich die Expertenrolle in diesem Fach der GH-Klasse vorbehalten bleibt: Die G3 beherrscht Full-HD-Videoaufzeichnung (1920 x 1080 Pixel) im platzsparenden AVCHD-Format (optional Motion-JPEG), die Tonaufzeichnung erfolgt in Stereo. Statt manueller Blendenvorwahl stehen nun die  „iA“- und „iA+“-Funktion im Videomodus zur Auswahl. Unterstützt werden außerdem AF-Tracking und kontinuierlicher Fokus, der mit dem Kit-Objektiv  recht ordentlich funktioniert und allenfalls bei kontrastschwachen Motiven unter Umständen etwas hängt.

Ausschnitt: ISO 1600 © ColorFoto
Ausschnitt: ISO 1600
Autofokus und Geschwindigkeit
Zum automatischen Fokussieren arbeitet die G3 mit Kontrastmessung am Bildsensor, der 23 Messpunkte berücksichtigt. Prinzipbedingt bietet dieser eine höhere Fokussiergenauigkeit als Phasendetektionssysteme klassischer SLRs. Der G3-Autofokus arbeitet entsprechend zuverlässig und erzielt bei den Labormessungen ordentliche Werte zwischen G2 und GF2: Bei guten Lichtverhältnissen (1000 Lux) schaffte unser Testmodell 0,32 s, bei 30 Lux brauchte sie 0,42 s zum Fokussieren und Auslösen. Die Einschaltverzögerung liegt bei 0,8 s, als Bild­serie sind 3,5 Bilder/s drin – das sind beides ansehnliche Werte.

Ausschnitt: ISO 3200 © ColorFoto
Ausschnitt: ISO 3200
Bildqualität
In puncto Bildqualität setzt die G3 mit ihrem 16-Megapixel-Sensor neue Maßstäbe bei den Systemkameras ohne Spiegel und toppt durch sehr hohe, konstante Werte sogar die höher anzusiedelnde GH2: Die Auflösung erreichte im Test 1590 LP/BH bei ISO 100 und blieb über den gesamten Messbereich erstaunlich gut erhalten. Selbst bei ISO 6400 waren noch 1549 LP/BH drin. Das Rauschverhalten liegt mit einem Visual Noise von 0,8 in einem moderaten Bereich und verstärkt sich auf 1,4/2,0 bei ISO 1600/6400, wobei weniger das Farb- als das Helligkeitsrauschen zunimmt. Der Texturverlust ist mit maximal 0,5 bis ISO 1600 gering, erst bei höheren ISO-Stufen lässt die Feinzeichnung als Konsequenz des internen Rauschfilters deutlich nach: Bei ISO 3200 kippt der Bildeindruck geradezu, da Panasonic dann das Rauschen wesentlich aggressiver unterdrückt und Kanten aufsteilt. Hinter unseren Erwartungen liegen zudem die Werte beim Objektkontrast, der mit maximal 8,3 bis 7 Blenden zu gering ausfällt.

Ausschnitt: ISO 3200 © ColorFoto
Ausschnitt: ISO 3200
Fazit
Mit der neuen Lumix DMC-G3 sichert sich Panasonic im Einsteigersegment spiegelloser Systemkameras Platz 1: Die G3 ist die derzeit kleinste und leichteste Kamera mit Wechseloptik, hochauflösendem elektronischen Sucher, flexiblem Klappmonitor und 16 Mega­pixel auflösendem Sensor. Das Bedien­konzept ist einfach, hinzu kommen viele indi­vidualisierbare Tasten- und Menüfunk­tionen und eine überzeugende (Autofokus)Steuerung per Touchscreen. Up to date ist die G3 auch mit einer verbesserten Videofunktion in Full-HD, AF-Unterstützung und Automatik-Modi. Überzeugend sind die Auf­lösungswerte und die Bildqualität mit gut nutzbaren Ergebnissen bis ISO 1600. Der Autofokus arbeitet schnell und zuverlässig.

www.panasonic.de

Alle Daten und Testergebnisse zum Panasonic Lumix DMC-G3

 
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