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Testbericht

Panasonic DMC-GF1 - Unterwegs

Testergebnis
36.0 Punkte
350 EUR
Testverfahren: 1.6

ColorFoto


Martin Biebel

26. November 2009

Panasonic setzt bei der GF1 auf den Micro- Four-Thirds-Standard und präsentiert eine kompakte System-kamera ohne Spiegel.

Ein vergleichsweise großer, rauscharmer Sensor, ein klei­nes Gehäuse, Wechselobjektive – Panasonic bringt mit der GF1 die dritte Kamera für das Micro-Four-Thirds-System. Kernidee des Mi­cro-Four-Thirds-System ist der Verzicht auf den Spiegel und den Reflexsucher. Das ermöglicht klei­nere Gehäuse als bei konventionellen SLRs. Stattdessen dient der Monitor als Sucher. Neu ist die Gehäuseform, denn wie Olympus bei der Pen setzt auch Panasonic bei der GF1 auf ein Kameragehäuse, das den Kompakten ähnelt, um so Umsteiger zu gewinnen.


Bild vergrößern 937 582 http://img1.magnus.de/image-r937x582-C-43b01c47-25314505.jpg
Besonders überzeugend wirkt die GF1 mit dem Pancake-Objektiv – der 20-mm-Weitwinkel-Festbrennweite –, mit der sie im Set 900 Euro kostet. Da ähnelt sie nämlich einer Kompakten perfekt, und das Erstaunen bei Uneingeweihten ist garantiert, wenn der Fotograf plötzlich das Objektiv wechselt – was mit einem Druck aufs metallische Frontknöpfchen geschieht.

Als Partner verträgt die GF1 nicht nur die Linsen des Micro-Four-Thirds-Standards, sondern dank diverser Adapter auch Four-Thirds- oder Leica-M-Objektive. Dass beim Filmen auch der Autofokus funktioniert, ist ein rares Gut. Manuell fokussiert wird mit dem Pancake, indem man einen anschlaglosen Objektivring so lange verstellt, bis die Vergrößerungslupe auf dem mit 153 000 Pixeln ausreichend hoch auflösenden Monitor ein scharfes Bild zeigt.


Bild vergrößern 937 436 http://img2.magnus.de/image-r937x436-C-56f87017-25314508.jpg Wie ein Pfannkuchen (Pancake) sitzt die Festbrennweite superflach am Gehäuse der GF1.

Wie ein Pfannkuchen (Pancake) sitzt die Festbrennweite superflach am Gehäuse der GF1.

Hier, im Weglassen des aufwändigen Prismen-Suchers samt Spie­­gelgehäuse, spart die GF1. Das wirkt sich aber weniger auf den Preis aus, denn die Kamera ist gegenüber einer Einsteiger-SLR teurer. Vielmehr kann nur so die kompakte Bauweise erzielt werden. 285 g ohne Objektiv – das ist selbst gegenüber den kompakten Geschwistern G1 und GH1 eine Reduktion um mehr als ein Drittel. Wer auf den Sucher nicht verzichten mag, dem steht ein optionaler elektronischer Klappsucher zur Verfügung, der auf den Blitzschuh aufgesteckt wird.

Er greift die Bildinformation des Displays über eine Buchse ab, die eine Plastikkappe andernfalls verdeckt. Diese Lösung ist teuer und umständlich, zumal der lose Plastikdeckel schnell verloren geht, und der digitale Sucher in der Schärfefindung kein Ersatz für einen echten optischen Spiegelsucher ist. Andererseits hilft dieses Accessoire bei blendender Sonne, wenn der Monitor  für eine korrekte Ausschnittbestimmung nichts mehr taugt.


Bild vergrößern 937 625 http://img2.magnus.de/image-r937x625-C-e3d0d9b3-25314511.jpg

Einfaches Bedienkonzept

Bedienkonzept und Funktionsumfang gleichen denen der Schwes­termodelle G1 und vor allem GH1. Die wichtigsten Funktionen wie Empfindlichkeit oder Weißabgleich haben eigene Tasten, genau wie die Umschaltung auf den manuellen Fokus oder die Belichtungsarretierung. Das Quickmenü zur Einstellung aller relevan­ten Parameter, die im Display abgebildet werden, ist vorbildlich: Drehen am Einstellrad oder Drücken am Steuerkreuz lässt die verschiedenen Einblendungen wie Zeit, Blende, Fokussierart, Auflösung, ja sogar die Gittereinblendung sukzessive gelb aufleuchten und sofort erscheint darüber ein Balken mit den Einstelloptionen. Das Gewünschte auswählen – und fertig. Deshalb muss das Ein­stellungs­menü kaum öfter als für die Grundsettings geöffnet werden.

Die Kamera ist einhändig und bequem zu halten, so lange keine schweren Zooms vorgeschraubt werden, die durch höhere Kopflastigkeit darauf aufmerksam machen, dass die Grifffläche für die rechte Hand recht klein ist. Andererseits wird bei derartigen Objektiven die linke Hand das Objektiv stützen, wie dies auch bei SLRs üblich ist. Praktisch ist die lange Akkustandzeit und die Fähigkeit der Kamera, sich auch nach dem Akkuwechsel die zuletzt getroffenen Einstellungen zu merken.


Bild vergrößern 937 793 http://img1.magnus.de/image-r937x793-C-dc92752-25314514.jpg 17 x 13 mm großer 4/3- Chip: Der Micro-Four-Thirds-Sensor ist deutlich größer als Kom­paktkamera- CCDs, aber kleiner als APS-C-Sensoren.

17 x 13 mm großer 4/3- Chip: Der Micro-Four-Thirds-Sensor ist deutlich größer als Kom­paktkamera- CCDs, aber kleiner als APS-C-Sensoren.

Schnelles Fokussieren gehört nicht zu ihren Tugenden, dafür zeigt sie mit grünen Rahmen an, auf welche Bildbereiche sie gerade eingestellt hat. Als praktischen Helfer gibt es die Gebrauchsblende, die schon vor dem Schuss recht zuverlässig die tatsächliche Belichtung und ungefähre Tiefenschärfe anzeigt. Dazu – völlig neu – eine Funktion, die am Display die Wirkung von schnellen Verschlusszeiten vorhersehbar macht. Eine Art Stroboskop zeigt die voraussichtliche Wirkung an. In der Wiedergabe behält die Kamera – neu bei Panasonic  – beim Durchschalten der Bilder den eingestellten Vergrößerungsmaßstab bei. Damit kann die Schär­fe von geschossenen Bildserien schnell überprüft werden. Wie bei Kompakten gibt es eine Menge der für ernsthafte Fotografie nur bedingt nützlichen Motivpro­gram­me.

Ob bereits bei der Aufnahme Gradation für Schwarzweiß­auf­nah­men oder Farbstiche festgelegt werden, hängt davon ab, ob der Nutzer, Bilder im Raw-Format speichern und individuell nachbearbeiten will. Herausgegriffen sei nur die neue Tiefenschärfe-Automatik, bei der die Kamera einen kleinen, einstellbaren Bildbereich fokussiert und versucht, die umliegenden Bereiche so unscharf wie möglich abzubilden.Auf Tastendruck poppt ein Blitz aus dem Gehäuse, dessen Distanz zur Linse recht guten Schutz vor roten Augen liefert. Mit Leitzahl 6 ist dieser zwar nicht sonderlich potent, aber gegenüber der völlig blitzlosen Olympus Pen ist Panasonic hier im Vorteil. Ein Manko: Die Blitzkorrektur gehört als Option in die Auswahl für die frei belegbare Funktionstaste und nicht vergraben ins Menü.

Bild und TonAnders als bei der GH1 gibt es nur Monoton-Aufzeichnung und auch keine Mikrofonbuchse, aber einen HDMI-Anschluss für eine sehr elegante Multivisionsschau inklusive Musikuntermalung aus Bildern und Videoszenen. Die Grenzauflösung liegt bei ISO 100 bei knapp 1300 Linienpaaren  – ein guter Wert. Zudem sinkt die Auflösung bis ISO 1600 nur geringfügig ab. Dagegen ist das Rauschen schon bei ISO 100 mit VN 1,2 für eine SLR recht hoch und steigt bis ISO 1600  auf VN  3,6 – im Vergleich zu Kompakten ist der Micro-Four-Thirds-Sensor groß, aber eben doch etwas kleiner als ein APS-C-Sensor. Ähnlich ist auch der Wert für den Texturverlust etwas hoch, das heißt fei­ne Details fehlen im Bild.


Bild vergrößern 937 874 http://img4.magnus.de/image-r937x873-C-3beb6320-25314517.jpg
Die Auslöseverzögerung liegt bei 0,63 s. Das ist für eine SLR recht lang, und häufig sucht der Kontrast-Autofokus seine Schärfe vor dem Auslösen auch noch länger. Dafür lässt er sich auch im Dunkeln kaum aus der Ruhe bringen.

Fazit: Die Panasonic kann zwar nicht in allen Punkten, aber insgesamt überzeugen. Gegenüber SLRs mit APS-C-Format-Sensor ist das Rauschen etwas höher und die Detailzeichnung etwas schlechter. Im Vergleich zu Kompakten punktet die Panasonic jedoch mit einer deutlich überlegenen Bildqualität und Wechselobjektiven. Hinzu kom­men die einfache Bedienung und die gute Ausstattung, einzig der Autofokus könnte schneller sein. Für Umsteiger ist die Panasonic damit tatsächlich ein attraktiver Einstieg in die SLR-Fotografie. Für Video wäre Full-HD-Qualität und ein Mikrofonanschluss wünschenswert, abgesehen davon, dass zum Filmen nur Objektive mit eingebautem Stabilisator verwendet werden sollten.

Szenen-modus: Eine Besonderheit ist das Motivprogramm für gezielte Unschärfe.
Taste Quick- menü drücken und glücklich werden: Wie hier die Verschlusszeit, lässt sich jeder Einstellpunkt schnell aus der Displayanzeige aufrufen und justieren.
Nützlich: die 3-stufige Kontrastangleichung. Wer bewusst auf Schatten oder Lichter belichtet, muss sie unbedingt vorher abschalten.
Bildausschnitt ISO100
Bildausschnitt ISO200
Bildausschnitt ISO400
Bildausschnitt ISO800
Bildausschnitt ISO1600
Bildausschnitt ISO3200



Technische Daten und Testergebnisse

Bildsensor/Datei  
Auflösung (nicht interpoliert) 4000 x 3000 Pixel
Pixelgröße (Pixelpitch), förderliche Blende 4,3 μm, f7
Sensorgröße, Bildwinkelfaktor 17,3 x 13,0 mm, 2,0x
Sensortyp, Sensorreinigung, Bildstabilisator CMOS, Sensorreinigung, –
Dateiformat JPEG, RAW, RAW + JPEG
Aufnahmesteuerung  
AF-Felder, davon Kreuzsensoren, man. Fokus 23 AF-Sensoren, –, man.
Verschlusszeiten, kürzeste Blitzsync., B 1/4000–60 s, Blitz 1/160 s, B
Belichtungsmessung: mittenbetont, Spot, Matrix mittenbetont, Spot, Matrix mit 144 Feldern
Progr.-, Blenden-, Zeitautom., Man (P, Av, Tv, M) P mit Programmshift, Av, Tv, M
Belichtungskorrektur, Blitzbelichtungskorrektur ±3 Blenden, ±2 Blenden
Belichtungsreihe, Blitzbelichtungsreihe Belichtungsreihe, –
Empfindlichkeitswahl: ISO-Autobereich variabel man., Reihe ISO-Auto, 100–3200, –
Weißabgleich auto, messen, Presets, Kelvinwerte, manuelle Korrektur
Farbräume sRGB, Adobe RGB
steuerbare Einstellungen Schärfe, Kontrast, Sättigung, Rauschfilter
Sucher/Monitor/Display  
Sucher (Typ, einblendbares Gitter, Gesichtsfeld, Vergrößerung, effektive Sucherbildgröße, auswechselbare Mattscheiben) elektron. Sucher (opt.), 67300 RGB-Pixel, Gitter, 100 %, –
Monitor: Größe, Touchscreen, Auflösung, verstellbar 3,0", –, 153300 RGB-Bildpunkte, –
Monitor als Sucher nutzbar, Sensor-AF, Phasen-AF, Lupe für MF, Histogramm, Über-, Unterbelichtungswarnung LiveView, Sensor-AF mit 23 Feldern, –, Lupe, Histogramm,
–, –
Bildwiedergabe: Histogramm, Über- und Unterbelichtungswarnung Histogramm, Lichterwarnung
Anschlüsse und weitere Ausstattung  
Bajonett, Speicher, Akku micro FourThirds, SDHC, Li-Ion
int. Blitz, Anschluss ext. Blitz (Buchse, Blitzschuh) int. Blitz, –, Blitzschuh
Schnittstellen USB 2.0, TV, HDMI
Video: Format, max. Auflösung, Bildfrequenz, max. Länge, AF-Funktion Quicktime (AVCHD lite), 1280 x 720 Px, 30 Vollbilder/s, 29,5 min, AF
Spiegelvorauslösung, Spritzwasserschutz –, –
Maße (B x H x T), Gewicht mit Batterie 127 x 73 x 38 mm, 350 g
Testergebnisse  
Bildqualität
Objektiv für Auflösungs-/
AF-Messung
Panasonic Lumix 1,7/20/
Panasonic Lumix 1,7/20
DCRaw Auflösung ISO100/400/800/1600/
3200/6400/12800 (LP/BH)
– / – / – / – /
– / – / –
DCRaw DL ISO100/400/800/1600/
3200/6400/12800 (LP/BH)
– / – / – / – /
– / – / –
LP/BH / LP/BH / – / V/N / Ble
ISO100 Auflösung/DL/Kurtosis/Rauschen/Dynamik 1292 / 989 / 0,9 / 1,1 / 8,5
ISO400 Auflösung/DL/Kurtosis/Rauschen/Dynamik 1284 / 853 / 0,7 / 1,8 / 8,5
ISO800 Auflösung/DL/Kurtosis/Rauschen/Dynamik 1244 / 723 / 0,5 / 2,2 / 8,0
ISO1600 Auflösung/DL/Kurtosis/Rauschen/Dynamik 1227 / 598 / 0,5 / 2,5 / 7,0
ISO3200 Auflösung/DL/Kurtosis/Rauschen/Dynamik 1152 / 435 / 0,6 / 3,9 / 6,0
ISO6400 Auflösung/DL/Kurtosis/Rauschen/Dynamik – / – / – / – / –
ISO12800 Auflösung/DL/Kurtosis/Rauschen/Dynamik – / – / – / – / –
Farbgenauigkeit (DeltaE) ISO100/400/1600/6400 10,1 / 9,9 / 10,2 / –
Weißabgleich Tageslicht/Blitz 6 DeltaRGB / LZ 6
Bildqualität ISO100/400/800/1600/
3200/6400
23,5 / 19 / 16,5 / 13,5 /
9,5 / – Punkte
Bedienung/Performance  
mögliche Bildserie bei max. Auflösung JPG 2,3 B/s, bis Karte voll
mögliche Bildserie bei max. Auflösung RAW
Einschaltverzögerung 1,1 s
AF Zeit bei 1000/30 Lux/Live-View (max. 10 Punkte) / / s 4,5 Punkte
Ausstattung/Lieferumfang (max. 15 Punkte) 10,0 Punkte
Ausstattung/Performance (max. 25 Punkte) 14,5 Punkte
Gesamtpunktzahl (max. 100 Punkte) 36 Punkte
8,5 Pkt. unter Durchschnitt

www.panasonic.de


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