Menü

KAMERATEST Olympus SP-620UZ

Eckig, klobig, 76 mm dick und 435 Gramm schwer ist die Olympus SP-620UZ und liegt sehr gut in der Hand. Kein Wunder, denn der Handgriff allein kommt auf eine Dicke von 62 mm.

Olympus Stylus SP-620UZ

Hersteller
Olympus
UVP
170.00 €
Wertung
38.0 Punkte
Testverfahren
1.6

Die auf der Website geäußerte Wahrnehmung, die Kamera sei „unglaublich schlank und leicht“, nahmen wir da mit einem gewissen Kopfschütteln zur  Kenntnis. Allerdings haben Größe und Gewicht bekanntlich auch durchaus Vorteile. Vor allem, wenn die Innenseite des Kameragriffs mit einer aufwändigen Rutschbremse ausgestattet ist wie hier.  Die SP-620UZ liegt sehr gut in der Hand.

© Olympus

Ganz automatisch sucht man bei einem Kameragehäuse dieser Größe nach dem Sucher – leider ist da keiner. Die wenigen Bedienelemente an der Kamerarückseite sind von guter Qualität, das Menü einfach und verständlich. Besonders hilfreich ist die Permanentanzeige an der rechten Seite des Displays. Ein Blick informiert sofort über die relevanten Einstellwerte. Will man einen dieser Werte verändern, muss leider immer die ganze Reihe durchtastet werden. Die Kamera merkt sich nicht, welche Position zuletzt verändert wurde.
Das drei Zoll große Display ist scharf, die Farben angenehm neutral und die dargestellten Symbole in einer sehr gut erkennbaren Größe - auch wenn eine Auflösung von 76.600 RGB-Pixeln nicht mehr wirklich zeitgemäß ist. Doch irgendwo mussten die Ingenieure offensichtlich sparen, denn  die SP-620UZ ist mit knapp über 200 Euro relativ günstig. Zum niedrigen Preis bekommt man einen üppigen  Brennweitenbereich von 25 bis 525 mm (KB). Der Mainstream-Sensor hat eine Diagonale von 1/2,3 Zoll und löst 16 Megapixel auf.

© Olympus

Die Ausstattung der Kamera mit Motivprogrammen ist üppig, sogar verschiedene Haustier-Programme für Hund und Katze sind an Bord. Wie üblich stehen auch zahlreiche Filter zur Verfügung. Sie lassen sich – anders als bei manchem Mitbewerber – auch auf Videoaufnahmen anwenden. Leider hinkt die Verarbeitung etwas hinter der Ausstattung her, denn das ein oder andere Teil am Gehäuse klappert doch merklich.  Die Abdeckklappe ist fummelig und schließt nicht wirklich gut und die vier Batterien im Handgriff fallen beim Entnehmen der Speicherkarte gerne mal aus ihrem Schacht. Der Autofokus ist schon im Weitwinkel nicht der schnellste, im Tele nimmt er noch mehr Tempo raus. 1,1 Sekunden stehen hier im Messprotokoll, damit ist die Kamera für Actionaufnahmen nicht geeignet.
Die Auflösungswerte sind so, wie wir es von einem Sensor dieser Klasse erwarten. Mittenauflösung von 1678 Lp/BH bei ISO 100 und Weitwinkel, die bis ISO 1600 auf 1325 LP/BH fällt. Der Randabfall ist mit 300-350 LP/BH über alle Empfindlichkeiten kräftig. Das Rauschen ist bis ISO 400 akzeptabel, steigt dann sprunghaft an,  vor allem in dunklen Grautönen. Die Werte in Telestellung sind deutlich schlechter, und die visuelle Beurteilung der Bilder bestätigt dieses Teledefizit.
Aufgrund der völlig überzogenen Glättung von Flächen durch den Bildprozessor – Kennzeichen vieler Olympus-Kameras – leiden manche Motive deutlich, andere weniger. Die Gesichter der Frauen in unserer Testaufnahme sehen beispielsweise  aus wie nach einer missglückten Schönheitsoperation, während die Kieselsteine daneben wenig Anlass zur Kritik geben. Hier wäre ein bißchen Zurückhaltung bei der kamerainternen Bildbearbeitung wirklich wünschenswert.
Fazit: Wer mit dieser Kamera glücklich werden will, sollte keine übertriebenen Ansprüche an die Bildqualität habe. Dann bietet die Kamera für den günstigen Preis von rund 200 Euro einen guten Gegenwert.  

Alle Daten und Testergebnisse zum Olympus Stylus SP-620UZ

 
x