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Testbericht

Olympus Pen E-P2

Testergebnis
32.0 Punkte
270 EUR
Testverfahren: 1.6

ColorFoto


Annette Kniffler

29. Januar 2010

Kauftipp Kompakt 2/2010

Die zweite Micro-Four-Thirds-Systemkamera von Olympus ohne Spiegelkasten ist ihrer einige Monate alten Schwester Pen E-P1 optisch wie technisch äußerst ähnlich. So übernimmt die P2 von der P1 das edle Metallgehäuse und das nostalgische Design, wobei sie sich aber auf eine Farbe, nämlich Schwarz, beschränkt. Wie die P1 basiert sie auf einem 17,3 x 13,0 mm großen 12-Megapixel-CMOS-Sensor mit zweifachem Bildwinkelfaktor im Vergleich zu Kleinbild und ermöglicht die freie Objektivwahl aus dem Four-Thirds-Sortiment.

Während man bei der P1 noch auf das Display und Live-View angewiesen war und allenfalls auf einen optischen Sucher ausweichen konnte, liegt der Neuen jetzt bereits ab Werk der elektronische Sucher VF-2 bei. Zweifellos ein Mehrwert, den sich Olympus allerdings auch mit 200 Euro bezahlen lässt: Das P2-Gehäuse kostet derzeit inklusive VF-2 etwa 900 Euro. Der Sucher wird über den Zubehörschuh angeschlossen und blendet auf Wunsch die wich­tigen Aufnahmeparameter, Gitterlinien oder ein Live-Histogramm über der kontrastreichen, farbintensiven Vorschau ein. Die hohe Sucher­auflösung von 480 000 RGB-Pixeln reicht aus, um ein ordentliches Bild ohne sichtbare Pi­xel­struktur anzuzeigen. Der VF-2 deckt 100 % des Bildfelds ab und klappt bei Bedarf um 90 Grad noch oben aus.

Auch der 3-Zoll-Monitor liefert trotz seiner nicht berauschenden Auflösung von 76 667 RGB-Pixeln eine ordentliche Vorschau. Im Dunkeln zeigt sich ein sichtbares, aber noch akzeptables (Farb-)Rauschen, dafür stimmt die Helligkeit der Vorschau recht gut mit der des Fotos überein.

Leider fehlt der P2 der integrierte Blitz, der Fotograf muss sich mit einem externen Gerät behelfen. Das bedeutet zum einen, dass der elektronische Sucher seinen Platz im Zubehörschuh räumen muss. Zum anderen kostet der externe Blitz extra, der Olympus FL-14 etwa 200 Euro. Letzterer passt mit seinem silbernen Gehäuse zur P1; eine auf die P2 abgestimmte, schwarze Variante gibt es nicht.

Wie bei Kompaktkameras üblich hat die P2 keine speziellen AF-Sensoren. Stattdessen liefert der Bildsensor das AF-Signal (11 Messfelder), was sich negativ auf die Auslöseverzögerung auswirkt: 0,83 s bei 3000 lux und 1,0 s bei 30 lux, keine Glanzleistung, obgleich schneller als die P1. Beim manuellen Fokussieren hilft eine Lupenansicht mit wahlweise 7- oder 10-facher Vergrößerung. Ein eingebauter, me­chani­scher Bildstabilisator hilft ge­gen Verwacklungsunschärfe.

Bedienkomfort

Die P2 liegt dank Daumenmulde an der Rückseite und Kunststoffaufsatz mit lederartiger Narbung an der Front sicher in der Hand. Zum Wechsel der Speicherkarte muss der Anwender jedoch stets die Stativplatte abschrauben, da Olympus für deren Steckplatz und den Akku nur ein Fach an der Kameraunterseite vorsieht.

Das Menü ist im Großen und Ganzen logisch aufgebaut. Doch warum regelt man Helligkeit und Farbbalance für den Sucher über das Menü Anzeige/Disp, gleiches für den Monitor, aber auf der Registerkarte für allgemeine Einstellungen? Die hierarchische Struktur macht die Bedienung nicht immer komfortabler. Um etwa den Rauschfilter zuzuschalten, muss sich der Anwender durch drei Menü-Ebenen klicken.

Trotzdem geht die Bedienung nach kurzer Zeit schnell von der Hand, nicht zuletzt wegen der definierbaren Funktionstaste, dem Schnellzugriffsmenü, dem separaten Button für Belichtungskorrektur und der Vierrichtungswippe. Letztere wird von einem Drehrad eingefasst, mit dem man bequem im Menü navigieren oder die Belichtungszeit regeln kann. Über ein weiteres Drehrad lässt sich die Blende variieren.

HD-Video mit manueller Zeit- und Blendenwahl

Die P2 nimmt wie die P1 bis zu sieben Minuten lange HD-Videos mit Stereoton auf. Dabei kann der Nutzer nicht mehr nur auf Programm- und Zeitautomatik, son­dern nun auch auf einen manuellen Modus zurückgreifen, in dem er Blende und Belichtungszeit einstellen kann. Der Autofokus funktioniert zwar auch beim Filmen, allerdings nicht so verlässlich wie von besseren Camcordern gewohnt. Da das interne Stereomikrofon die Betriebsgeräusche des AF-Motors mit aufnimmt, empfiehlt sich im Zweifelsfall der Einsatz eines externen Mikrofons. Dieses wird über einen Adapter am Blitzschuh angebracht. Das heißt jedoch: kein Sucher, kein Blitz.

Bildqualität

Im Messlabor schlägt sich die P2 minimal besser als die P1 und etwas besser als die eng verwandte Panasonic GF1. Der Ricoh GXR mit 24–72-mm-S10-Modul ist sie deutlich überlegen, jedoch hat die Ricoh mit 50-mm-Modul bei hohen Empfindlichkeiten die Nase vorn. Zu den besonderen Stärken der P2 gehört die Textur bei ISO 100/400 mit einer Kurtosis von 0,1/0,6. Gleichzeitig hält die P2 auch das Bildrauschen mit 0,9/1,5 VN auf einem recht niedrigen Niveau. Bei ISO 800 und ISO 1600 hat beispielsweise die GF1 die bessere Feinzeichnung, aber den stärkeren Visual Noise. Die P2 löst für eine 12-Megapixel-Kamera hoch auf und stellt je nach Empfindlichkeit 1172 bis 1409 LP/BH dar. Zum Vergleich: Die GF1 schafft 1227 bis 1292 LP/BH. Der Objektkontrast ist mit 7 bis 8,5 Blenden bei P1, P2 und GF1 gleichermaßen mager, der Weißabgleich dafür mit 1 DeltaRGB recht präzise.

Bildausschnitt ISO400
Bildausschnitt ISO800
Bildausschnitt ISO1600



Technische Daten und Testergebnisse

Bildsensor/Datei  
Auflösung (nicht interpoliert) 4032 x 3024 Pixel
Pixelgröße (Pixelpitch), förderliche Blende 4,3 μm, f7
Sensorgröße, Bildwinkelfaktor 17,3 x 13,0 mm, 2,0x
Sensortyp, Sensorreinigung, Bildstabilisator CMOS, Sensorreinigung, Bildstabilisator
Dateiformat JPEG, RAW, RAW + JPEG
Aufnahmesteuerung  
AF-Felder, davon Kreuzsensoren, man. Fokus 11 AF-Sensoren, –, man.
Verschlusszeiten, kürzeste Blitzsync., B 1/4000–60 s, Blitz 1/180 s, B
Belichtungsmessung: mittenbetont, Spot, Matrix mittenbetont, Spot, Matrix mit 324 Feldern
Progr.-, Blenden-, Zeitautom., Man (P, Av, Tv, M) P mit Programmshift, Av, Tv, M
Belichtungskorrektur, Blitzbelichtungskorrektur ±3 Blenden, ±3 Blenden
Belichtungsreihe, Blitzbelichtungsreihe Belichtungsreihe, Blitz-Bel.-Reihe
Empfindlichkeitswahl: ISO-Autobereich variabel man., Reihe ISO-Auto einstellbar, 100–6400, ISO-Reihe
Weißabgleich auto, messen, Presets, Kelvinwerte, manuelle Korrektur, Reihe
Farbräume sRGB, Adobe RGB
steuerbare Einstellungen Schärfe, Kontrast, Sättigung, Lichter-/Schattenkorrektur, Rauschfilter
Sucher/Monitor/Display  
Sucher (Typ, einblendbares Gitter, Gesichtsfeld, Vergrößerung, effektive Sucherbildgröße, auswechselbare Mattscheiben) elektron. Sucher, 480000 RGB-Pixel, Gitter, 100 %, eff. 0,58, –
Monitor: Größe, Touchscreen, Auflösung, verstellbar 3,0", –, 76667 RGB-Bildpunkte, –
Monitor als Sucher nutzbar, Sensor-AF, Phasen-AF, Lupe für MF, Histogramm, Über-, Unterbelichtungswarnung LiveView, Sensor-AF mit 11 Feldern, –, Lupe, Histogramm,
Lichterwarnung, Schattenwarnung
Bildwiedergabe: Histogramm, Über- und Unterbelichtungswarnung Histogramm, Lichterwarnung, Schattenwarnung
Anschlüsse und weitere Ausstattung  
Bajonett, Speicher, Akku Olympus FourThirds, SDHC, Li-Ion
int. Blitz, Anschluss ext. Blitz (Buchse, Blitzschuh) –, –, Blitzschuh
Schnittstellen USB 2.0, TV, HDMI
Video: Format, max. Auflösung, Bildfrequenz, max. Länge, AF-Funktion AVI, 1280 x 720 Px, 30 Vollbilder/s, 7 min, AF
Spiegelvorauslösung, Spritzwasserschutz Spiegelvorauslösung, –
Maße (B x H x T), Gewicht mit Batterie 130 x 76 x 38 mm, 383 g
Testergebnisse  
Bildqualität
Objektiv für Auflösungs-/
AF-Messung
Olympus M.Zuiko 2,8/17/
Olympus M.Zuiko 2,8/17
DCRaw Auflösung ISO100/400/800/1600/
3200/6400/12800 (LP/BH)
– / – / – / – /
– / – / –
DCRaw DL ISO100/400/800/1600/
3200/6400/12800 (LP/BH)
– / – / – / – /
– / – / –
LP/BH / LP/BH / – / V/N / Ble
ISO100 Auflösung/DL/Kurtosis/Rauschen/Dynamik 1409 / 914 / 0,2 / 0,9 / 8,5
ISO400 Auflösung/DL/Kurtosis/Rauschen/Dynamik 1310 / 789 / 0,4 / 1,3 / 8,5
ISO800 Auflösung/DL/Kurtosis/Rauschen/Dynamik 1185 / 441 / 1,0 / 1,6 / 8,0
ISO1600 Auflösung/DL/Kurtosis/Rauschen/Dynamik 1172 / 415 / 1,7 / 2,3 / 7,0
ISO3200 Auflösung/DL/Kurtosis/Rauschen/Dynamik – / – / – / – / –
ISO6400 Auflösung/DL/Kurtosis/Rauschen/Dynamik – / – / – / – / –
ISO12800 Auflösung/DL/Kurtosis/Rauschen/Dynamik – / – / – / – / –
Farbgenauigkeit (DeltaE) ISO100/400/1600/6400 11,0 / 11,0 / 10,9 / –
Weißabgleich Tageslicht/Blitz 1 DeltaRGB / –
Bildqualität ISO100/400/800/1600/
3200/6400
29,5 / 23 / 15 / 11 /
– / – Punkte
Bedienung/Performance  
mögliche Bildserie bei max. Auflösung JPG 3,2 B/s, 14 Bilder in Serie
mögliche Bildserie bei max. Auflösung RAW
Einschaltverzögerung 1,6 s
AF Zeit bei 1000/30 Lux/Live-View (max. 10 Punkte) 0,83 / 1 / s 1 Punkte
Ausstattung/Lieferumfang (max. 15 Punkte) 10,5 Punkte
Ausstattung/Performance (max. 25 Punkte) 11,5 Punkte
Gesamtpunktzahl (max. 100 Punkte) 32 Punkte
12,5 Pkt. unter Durchschnitt

www.olympus.de


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