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Testbericht

Nikon D60

ColorFoto


Karl Stechl

8. Dezember 2008

Das Gehäuse der Nikon D60 ist ordentlich verarbeitet, wirkt etwas kompakter als bei der Canon EOS 1000D und kann im Vergleich zu dieser ein kleines Plus bei der Haptik verbuchen. Statt eines Prismensuchers wie bei teureren Nikon-Modellen besitzt die D60 den günstigeren Pentaspiegelsucher mit kleinerem Sucherbild, den man auch von der D40/40x kennt. Die effektive Vergrößerung beträgt 0,51, das Gesichtsfeld 95 Prozent.

Testsieger 1/2009

Die Einsteigerkameras von Nikon haben keinen in das Gehäuse eingebauten AF-Motor, wie man ihn von höheren Nikon-Modellen ab D80 kennt. Um automatisch fokussieren zu können, benötigt die D60 deshalb Nikkor-Objektive mit integriertem AF-Motor (alle AF-S-Typen) oder entsprechende Objektive von Fremdherstellern. Das AF-System arbeitet mit drei Sensoren, die in einer horizontalen Linie angeordnet sind. Die Auslöseverzögerung inklusive AF-Zeit beträgt 0,38/0,51 s bei 3000/30 Lux, die Einschaltverzögerung eine halbe Sekunde.

Die D60 ist mit einem Bildreinigungssystem ausgestattet, bei dem sich eine Folie vor dem Bildsensor mit vier verschiedenen Schüttelfrequenzen anhaftenden Staubs effektiv entledigt. Zudem verfügt die D60 über das „Airflow-Con­trol“-Staubschutzsystem, das Luft­­verwirbelungen durch den Spiegelschlag so steuern will, dass der Staub nicht auf dem Sensor landet, sondern an einer diskreten Stelle im Kameragehäuse. Nur beim 2,5-Zoll-Monitor der D60 schaltet die Anzeige selbsttätig um, wenn man im Hochformat fotografiert und erlischt sensorgesteuert, wenn man das Auge dem Sucher nähert.

Bei den Anzeigemodi bietet die Kamera die Wahl zwischen „klassisch" und „grafisch“, wobei man im Grafik-Modus nicht nur eine Irisblende bewundern kann, sondern auch die grafische Umsetzung des Moduswahlrads von der Oberseite des Gehäuses. Bei der klassischen Darstellung werden die wichtigs­­ten Werte wie Zeit, Blende, verbleibende Bildkapazität und Belichtungskorrektur besonders groß und übersichtlich dargestellt. Klas­­sische und grafische Darstellung sind in verschiedenen Farbvarian­ten verfügbar, zudem lässt sich ein beliebiges Hintergrundbild per Speicherkarte (SD) „einfliegen“.Das Verändern von Einstellwerten für Empfindlichkeit, Weißabgleich, Auflösung, Belichtungsmessung, AF-Modus, Belichtungs- oder Blitz­­­belichtungskorrektur funktioniert über den Daten-Monitor schnell und unkompliziert. Um eine Funktion einzustellen, wechseln Sie zuerst mit der Set-Taste (grüner Punkt) in das entsprechende Menüfenster (entspricht der „klassischen" Darstellung), um dort eine gelbe Markierung mit der 4-Wege-Taste auf das gewünschte Feld zu verschieben.

Mit der OK-Taste gelangen Sie dann in das eigentliche Einstellmenü, in dem die Parameter durch passende Beispielbilder illustriert sind.Für die Belichtungskorrektur gibt es eine Schnellzugriffstaste rechts neben dem Auslöser; für die Blitzkorrektur muss man die Blitztaste (links am Prisma) und Belichtungskorrekturtaste gleichzeitig drücken, um dann mit dem Einstellrad den Korrekturwert zu wählen.Die Arbeit mit dem Kameramenü erleichtert Nikon dem Anwender durch einen 3-Stufen-Plan unter „Menüauswahl“: Während man bei „Detailliert" auf alles Zugriff hat, was die Kamera an Einstellungen zu bieten hat, findet man bei „Einfach" nur die wichtigsten Einträge; die Zahl der Individualfunktionen schrumpft dabei von 19 auf 6. Und zum dritten: Unter „Benutzerdefiniert" kann man sich das Menü ganz nach Wunsch zusammenstellen.


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Bereits aufgenommene Bilder lassen sich bei der D60 nachbearbeiten und neu auf SD-Karte speichern. Dazu gehören unter anderem Beschneiden, Monochrom (Schwarzweiß, Sepia, Blauton), Sternfilter und Bildmontage. Mit „Stop-Motion-Film lässt sich aus mehreren Einzelaufnahmen eine schnelle Bildfolge (mit 3, 6, 10 oder 15 Bildern pro Sekunde) als Filmchen im AVI-Format erzeugen. Beim eingebauten RAW-Kon­­­­verter lassen sich Bildqualität und -größe, Weißabgleich, Belichtungs­­korrektur und Bildoptimierung (6 Presets und benutzerdefiniert) einstellen.Eine weitere Nachbearbeitungsfunktion ist D-Lighting, ein in drei Stufen einstellbarer Kontrastausgleich durch Aufhellen der Schatten. Diese Funktion findet sich bei der D60 auch als „aktives D-Lighting“, das direkt bei der Aufnahme und kamerainternen Verarbeitung zu JPEGs greift. Aktives D-Lighting lässt sich nicht in mehreren Stufen einstellen, sondern nur zu- oder abschalten.

Bildqualität

Mit einer Grenzauflösung von 1125/1035 LP/BH bei ISO 100/1600 liegt die Nikon D60 nur knapp hinter der Canon 1000D, mit leichten Vorteilen beim Texturverlust (der bei der Pentax allerdings noch deutlich geringer ist). Beim Rauschen erreicht die Nikon VN-Werte von 0,6/2,3 bei ISO 100/1600, besser als bei Canon und Pentax. Das offenbar recht aktive Rauschfilter rechnet aber auch mehr Details aus dem Bild als bei der Konkurrenz. Beim Objektkontrast werden klassenübliche Werte zwischen 9,5 und 7,0 Blenden erreicht.

Detaillierte Testergebnisse - Nikon D60

Bei den Blitzfunktionen ist die Nikon die flexibelste; so kann man den Blitz unter anderem komplett manuell steuern.
Über den klassischen Anzeigemodus gelangt man bei der D60 schnell zu verschiedenen Einstellmenüs.
Im grafischen Modus zeigt das Auf-nahmefenster der Nikon eine Iris- blende oder das Programmwahlrad.
Über „Stop-Motion-Film“ erzeugt man in der Nachbearbeitung aus Einzelbildern ein „digitales Daumenkino“.





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