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TESTBERICHT Fujifilm Finepix X-S1

Die Fujifilm Finepix X-S1 sieht aus wie eine SLR, fühlt sich an wie eine SLR und wird bedient wie eine SLR – ist aber Fujifilms neues Flaggschiff in der Megazoom-Klasse.

Fujifilm Finepix X-S1

Hersteller
Fujifilm
UVP
600.00 €
Wertung
69.0 Punkte
Testverfahren
1.6
Auszeichnung
Kauftipp Megazoom

Fujifilm Finepix X-S1
  • +Gute Handhabung
  • +Tolle Ausstattung
  • +Gute Bildqualität

Form, Größe und Gewicht dieser Kamera machen glauben, eine Spiegelreflexkamera in der Hand zu haben. Die gesamte Gestaltung und das Layout der Bedienelemente – alles unterstützt das SLR-Gefühl. Aber weit gefehlt. Die Finepix X-S1 ist eine Bridgekamera – ohne Wechseloptiken, aber mit allem an Bord, was der Fotograf so braucht. Auch der Preis gibt sich SLR-like: Rund 700 Euro werden dafür aufgerufen.

Bedienung

Die Kameraoberfläche ist gummiert und aufgrund der Oberflächenbeschaffenheit richtig griffig. Body und Objektiv sind zudem gut ausbalanciert, so liegt die Kamera prima in der Hand. Alle Tasten inklusive Vierwegetaster sind qualitativ hochwertig und haben deutlich definierte Druckpunkte, auch der Auslöser. Abdeckungen und Deckel sind stabil – auch hier erhält man SLR-Qualität.

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Mit dem großen, griffigen Rastrad an der Kameraoberseite werden die Grundfunktionen wie P, S, A, M und andere eingestellt, es rastet sauber und satt. Neben dem Haupteinstellrad ist ein weiterer Drehschalter angebracht, mit dem viele Einstellungen bequem geändert werden können. Filme nimmt die X-S1 mit Full-HD (1920x1080 Pixel) auf, dabei kann via 3,5-mm-Klinke ein externes Mikrofon angeschlossen werden. Dass sie Bilder auch im verlustfreien RAW-Format speichern kann, versteht sich fast von selbst.

Ausstattung

Das Objektiv mit einem 26-fachen Brennweitenbereich von 24-624 mm (äquivalent KB) deckt so ziemlich alle denkbaren Einsatzgebiete ab – zumal der Makromodus einen minimalen Abstand von einem Zentimeter erlaubt. Auch die Lichtstärke kann sich durchaus sehen lassen: Blende 2,8 im Weitwinkel und 5,6 im Tele bewegen sich im Rahmen vergleichbarer SLR-Objektive. Mehr noch als die Lichtstärke begeistert die Bedienung des Objektivs: Die Brennweite wird mit einem gummierten und strukturierten Zoomring stufenlos von Hand eingestellt -  butterzart und punktgenau. Möglichst weit außerhalb der optischen Achse - zur Vermeidung roter Augen - geht der eingebaute Blitz ein Stück vorne und oben in Position. Ein Blitzschuh erlaubt die Verwendung eines externen Blitzgerätes.

© Fujifilm

Im wahrsten Sinn des Wortes eine Erleuchtung ist der LCD-Sucher mit 480.000 RGB-Pixeln. Er ist groß und hell und mit dem Dioptrienausgleich kann er individuell angepasst werden. Nette Spielerei: Nähert sich das Auge dem Sucher, erlischt das Bild auf dem schwenkbaren Display ab, und der elektronische Sucher wir atkiv. Entfernt sich das Auge wieder vom Sucher, wird der Sucher abgeschaltet und das Bild am Monitor dargestellt. Das funktioniert auch mit Brille. Symbole und Texte werden im Sucher genau so angezeigt wie am Monitor. Auch die Kontrolle von gespeicherten Bildern ist mit dem Sucher möglich - inklusive Vergrößerungslupe.

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Bei der großen Anzahl von Einstellmöglichkeiten ist es wichtig, dass Funktionen leicht zugänglich und  nachvollziehbar sind. Fujifilm hat hier durch die Kombination von mechanischen Bedienelementen und gut gegliederten Menus ein feines Händchen bewiesen. Trotz vieler Funktionen bleibt das gesamte System überschaubar und logisch. Außerdem können Sie zwei Funktionstasten nach Wunsch belegen.

Bildqualität

Wie die X10 besitzt auch die X-S1 einen CMOS-Sensor im 2/3-Zoll-Format mit moderaten 12 MP Auflösung. Zum Fotografieren bei schlechten Lichtverhältnissen kann der Fotograf den Dynamikumfang auf Knopfdruck erweitern. Dabei werden zwei unterschiedlich belichtete Bilder gleichzeitig aufgenommen und zu einem Bild zusammengeführt, in dem mehr Details in den Schatten und Lichtern sichtbar sein sollen - zu Lasten der Gesamtauflösung.

Auch wenn der Sensor für eine Kompakte großzügig bemessen ist, hinkt er im Format den SLR-Konkurrenten doch deutlich hinterher – wir waren also gespannt auf die Bildqualität. Und die ist für eine Kompakte gut. Die Auflösung in der Bildmitte bei ISO 100 und Weitwinkel ist mit 1275 LP/BH nicht riesig, das war ob des 12-MP-Sensors aber auch nicht zu erwarten. Dafür bleibt sie bis ISO 800 fast auf dem gleichen Level (1251 LP/BH) und der Verlust zu den Ecken hin ist mit rund 200 LP/BH eher moderat. Einen signifikanten Unterschied zwischen dem „normalen“ Modus und der Dynamikerweiterung konnten wir dabei übrigens weder bei der Messung noch bei der Beurteilung der Bilder ausmachen. Die Kurtosis- und DL-Werte sind über alle Empfindlichkeiten gut, ein leichtes Rauschen allerdings schon bei niedriger Empfindlichkeit erkennbar. Trotzdem: für eine Kompakte eine außerordentliche Leistung.

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Bei aller Begeisterung für die Kamera muss man allerdings festhalten: Für 700 Euro bekommt man auch eine Einsteiger-SLR mit Standardzoom, die es noch ein Stück besser kann – und darüber hinaus den Einstieg in ein komplettes System bietet. Als Zielgruppe für die X-S1 hat man bei Fujifilm offensichtlich den SLR-Fotografen light ausgemacht, der mit einem großen Brennweitenbereich für alle Situationen gerüstet sein möchte, dazu aber nicht gleich einen Haufen Objektive mitschleppen will.

Fazit

Die Fujifilm Finepix X-S1 ist eine prima Kamera, die kaum Wünsche offen lässt und mit 72 Punkten weit vorn in unserer Kompaktbestenliste landet - die Bildqualität einer ähnlich teuren SLR aber klar verfehlt. Dafür bietet sie einen Brennweitenbereich, den man dort bestenfalls mit drei Objektiven abdecken kann. Kauftipp Megazoom.

Alle Daten und Testergebnisse zum Fujifilm Finepix X-S1

 
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