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Testbericht

Fujifilm Finepix F80 EXR

Testergebnis
58.0 Punkte
230 EUR
Testverfahren: 1.5

ColorFoto


Annette Kniffler

11. Juni 2010

Bei Fujifilm-EXR-Kameras kann der Fotograf selbst je nach Aufnahmesituation entscheiden, was für ihn Priorität hat: hohe Auflösung, schwaches Bildrauschen oder gro­ßer Dynamikumfang. Der Super CCD-EXR-Sensor macht’s möglich. Er kam erstmals in der Finepix F200 EXR zum Einsatz.

Kauftipp Bildqualität ColorFoto 7/2010

Wenige Monate später folgte die F70 EXR, die nun von der dritten EXR-Generation abgelöst wird, von der F80 EXR mit 10-fach-Zoom (27 bis 270 mm KB-äquivalent) für 250 Euro. Sie bietet einen mechanischen Bildstabilisator, eine Zeitautomatik nebst manuellem Modus, aber weder Blitzlichtkorrektur noch Regler für Schärfe, Kontrast und Farbsättigung. Im Vergleich zur Vorgängerin F70 hat sie einen größeren Monitor (3 Zoll), eine zusätzliche micro HDMI-Schnittstelle für den HD-Fernseher und eine höhere Videoauflösung (1280 x 720 Pixel).

Geerbt hat die F80 die Pro-Lowlight-Funktion, mit der sie mehrere 6- Megapixel-Fotos bei hoher Lichtempfindlich­keit aufnimmt, die sie zu einem rauschärmeren Bild zusammenzusetzt, und „Pro-Fokus“, mit dem sie die Schärfentiefe mittels mehrerer unterschiedlich fokussierter Aufnahmen reduziert.


Bild vergrößern 937 582 http://img3.magnus.de/image-r937x582-C-bd4dc4cb-29842022.jpg

Das EXR-PrinzipDer Super CCD-EXR-Sensor arbeitet mit einer besonderen Pixelstruktur: Immer zwei Pixel mit gleicher Farbe bzw. Farbempfindlichkeit befinden sich neben­einander und lassen sich zu größeren, lichtempfindlicheren Pixeln zusammenfassen (Pixel-Binning), wenn bei schwachem Umgebungslicht das Bildrauschen reduziert werden soll (SN). Alternativ können die gleichfarbigen Pixel getrennt an­­ge­­­steuert werden, sodass sie gleichzeitig zwei Bilder mit unter­­schiedlicher Belichtungszeit einfangen, die zu einer Aufnahme mit besserer Dynamik verrechnet werden (DR). SN- und DR-Modus sind mit einer reduzierten Auflösung verbunden. Im dritten EXR-Modus „HR" geht es da­rum, die maximale Auflösung aus dem 12-Megapixel-Sensor herauszuholen. Wer will, kann mit „EXR Auto" der Kamera die Entscheidung überlassen, welcher der drei EXR-Modi gerade der richtige ist.

Bildqualität im StandardmodusUnsere Bewertungen (große Tabelle) basieren auf der Programmautomatik, in der die F80 eine Auflösung von 855 bis 1218 LP/BH (ISO 100) bzw. 948 bis 1124 LP/BH (ISO 400) erreicht – okay. Gleiches gilt für die Z700, die jedoch den höheren Objektkontrast darzustel­len vermag; die F80 fällt ab ISO 400 mit nur 6,7 Blenden zurück. Das Bildrauschen ist im Vergleich zu anderen Kompaktkameras moderat (1,2 bis 2,0 VN). Allerdings geht das zu Lasten der Feinzeichnung (Kurtosis 1,1/1,4 bei F80 bzw. 1,1/1,6 bei Z700). Zudem stellten wir im Weitwinkel eine ausgeprägte chromatische Aberration fest, die zu 1,3 Pixel breiten Farbsäumen führt.

Die EXR-ModiStandard- und High-Resolution-Modus geben sich nicht viel. Die Auflösung lässt sich durch HR nur minimal anheben, wobei man dieses Plus mit einer schwächeren Dynamik erkauft: Der Objektkontrast bei ISO 100 sackt im HR-Modus gegenüber der Programmautomatik um eine volle Blende ab. SN soll  das Bildrauschen senken, in der Realität bringt er eine sichtbar bessere Textur und einen Objektkontrast, der um eine volle Blende zulegt. In dieser Hinsicht schneidet der Rausch­­ar­mut-Modus sogar mit 9,7 Blenden ebenso gut ab wie der spezielle Dynamik-Modus DR in der Stellung 100. Wer die stärkste DR-Stufe 800 wählt, kommt auch gegenüber dem Rauscharmut-Modus auf ein Dynamik-Plus von ca. 2 Blenden (ISO 200), allerdings steigt auch das Rauschen und ist ISO 100 nicht verfügbar. Offensichtlich nutzt Fuji das rauschärmere SN-Signal, um den Rauschfilter schwächer ein­­zustellen und mehr Textur zu erhalten – mit Vorteilen auch für die Dynamik. Da die Kameras bei SN und DR nicht die volle Auflösung ausschöpfen, sind sie mit Werten unter 1000 LP/BH im Nachteil.

HandhabungBei der Z700 werden alle Einstellungen durch Berühren des Monitors vorgenommen, wobei der zuverlässig und relativ zeitnah reagiert. Wer nicht an Touchscreens gewöhnt ist, kommt mit der F80 vermutlich besser zurecht. Ihr 3-Zoll-Display zeigt ebenfalls eine stimmige, ordentliche Vorschau. Zudem gibt es ein separates Wahlrad, über das man direkt in die EXR-Modi wechseln kann. Im Test arbeitete das AF-System der F80 etwas zuverlässiger und schneller. Die Z700 brauchte im Tele zum Fokussieren und Auslösen 1,1 s.

Die F80 EXR macht im Pro-Lowlight-Modus mehrere Bilder mit hoher Lichtempfindlichkeit und setzt sie zu einer rauschärmeren Aufnahme zusammen (oberes Bild). Unten das entsprechende Foto, das mit der Programmautomatik und ISO 1600 aufgenommen wurde.



Technische Daten und Testergebnisse

Bildsensor
Auflösung, Pixelgröße (Pixelpitch) 4000 x 3000 Pixel, 1,6 μm
Sensor: Klasse, Typ 1/2 Zoll, RGB-CCD
Dateiformat JPEG
Objektiv
Blende/Brennweite, förderliche Blende 3,3–5,6/5,0–50,0 mm, f2,6
vergleichbare Kleinbildbrennweite, Zoomfaktor,
Zoomtaste, Bildstabilisator
27–270 mm, 10x-Zoom,
Zoomwippe, Sensor
Fokus: AF, positionierbar, Spot-AF, MF AF, –, Spot-AF, –
innenliegendes Zoom, Nässeschutz, stoßfest –, –, –
Aufnahmesteuerung
Verschlusszeiten 1/2000–8 s
Belichtungsmessung (mittenbet., Spot, Matrix) mittig, Spot, Matrix mit 256 Feldern
Progr.-, Blenden-, Zeitautom., man. (P, Tv, Av, M) P, –, Av, M
Belichtungskorrektur, Blitzbelichtungskorrektur ±2 Blenden, –
Empfindlichkeitseinstellung in ISO auto: k.A., man: 100-1600
Weißabgleich (auto., man., Stufen) auto, messen, Festwerte
Schärfung, Kontrast, Farbsättigung steuerbar –, –, –
Speicher f. benutzerdef. Einstellungen Speicher für Einstellungen
Sucher, Monitor, Display
Sucher kein Sucher
Monitorgröße, -auflösung, schwenkbar, Touch 3-Zoll Monitor, 76667 RGB-Bildpunkte, –, –
Einblendung bei Aufnahme: Histogramm, Gitter,
Auflösung, Kompression, ISO-Wert,
Weißabgleich, Entfernung,
Zeit, Blende, Belichtungskorrektur, Blitzkorrektur
–, Gitter,
Auflösung, Kompression, ISO,
Weißabgleich, –,
Zeit, Blende, Bel.-Korr., –
weitere Ausstattung
int. Blitz, Anschluss ext. Blitz (Kabel, Blitzschuh) int. Blitz, –, –
Schnittstellen USB 2.0, microHDMI
Wechselspeichertyp, Akku SD/SDHC, Li-Ion
Tonaufzeichnung Ton zu Foto und Video
Videoaufzeichnung: max. Auflösung,
Bildfrequenz, Videoformat, AF-, Zoom-Funktion
1280 x 720 Pixel, 24 B/s, AVI Motion JPEG, AF, Zoom
Besonderheiten Dynamikerweiterung
Maße (BxHxT), Gewicht mit Batterien/Karte 99 x 61 x 29 mm, 203 g
Lieferumfang, Adresse
Ladegerät, Akku Akkulader, Akku
Testergebnisse  
Bildqualität  
Einheiten LP/BH / LP/BH / – / –
WW ISO100 Auflösung Mitte/Ecken/DL/Kurtosis 1218 / 1009 / – / 1,1
Tele ISO100 Auflösung Mitte/Ecken/DL/Kurtosis 1082 / 855 / – / –
WW ISO400 Auflösung Mitte/Ecken/DL/Kurtosis 1124 / 948 / – / 1,4
WW ISO800 Auflösung Mitte/Ecken/DL/Kurtosis – / – / – / –
WW ISO1600 Auflösung Mitte/Ecken/DL/Kurtosis – / – / – / –
WW ISO3200 Auflösung Mitte/Ecken/DL/Kurtosis – / – / – / –
Einheiten – / – / VN / Blenden
WW ISO100 Kontrast Mitte/Ecken/Rauschen/Dynamik 0,67 / 0,47 / 1,2 / 8,7
Tele ISO100 Kontrast Mitte/Ecken/Rauschen/Dynamik 0,67 / 0,46 / – / –
WW ISO400 Kontrast Mitte/Ecken/Rauschen/Dynamik 0,58 / 0,40 / 1,9 / 6,7
WW ISO800 Kontrast Mitte/Ecken/Rauschen/Dynamik – / – / – / –
WW ISO1600 Kontrast Mitte/Ecken/Rauschen/Dynamik – / – / – / –
WW ISO3200 Kontrast Mitte/Ecken/Rauschen/Dynamik – / – / – / –
Farbgenauigkeit ISO100/400/800/1600/3200 6,7 / – / – / – / –
Weißabgleich Tageslicht 3 DeltaRGB
Vignettierung WW/Tele 0,7 / 0,8 Blenden
Rauschanstieg Vignettierung WW/Tele – / –
Verzeichnung WW/Tele -0,4 / 0,0 %
Farbquerfehler WW/Tele 1,3 / 0,7 Pixel
Punkte Bildqualität WW ISO100/ Tele ISO100/ WW ISO400/ WW ISO800 48 / –0 / 38 / – Punkte
Bedienung, Performance  
AF-Zeit WW/Tele 0,44 / 0,92 s
Punkte AF-Zeit WW/Tele (max. 5/5 Punkte) 3 / 0,5 Punkte
Handhabung (max. 10 Punkte) 5,5 Punkte
Ausstattung/Lieferumfang (max. 10 Punkte) 6 Punkte
Bedienung/Performance (max. 30 Punkte) 15 Punkte
Gesamtpunktzahl (max. 100 Punkte) 58 Punkte
2 Pkt. über Durchschnitt
Testversion 1.5

www.finepix.de


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