Menü

TESTBERICHT Fujifilm Finepix F770 EXR

Das neue Topmodell der Kompakt-Oberklasse von Fujifilm heißt Finepix F770 EXR. Wie schlägt sich die Kombination aus 20-fach Zoom und EXR-Sensor?

Fujifilm Finepix F770 EXR

Hersteller
Fujifilm
UVP
300.00 €
Wertung
47.5 Punkte
Testverfahren
1.6

Firmenintern siedelt Fujifilm die F-Reihe zwischen den kleineren „Spielzeugen“ der XP-, Z- und T-Klasse sowie den fetten Bridgekameras der HS-Klasse an: Highend-Kompakt heißt das bei Fujifilm. Und beim ersten Anfassen bestätigt sich das Highend-Gefühl: Die 230 Gramm Kamera fühlen sich durch viele Rundungen und Radien angenehm an. An der Kameravorderseite sorgt ein kleiner Absatz mit eingelagertem griffigem Gummiteil für ein passables Haltegefühl.
 

© Fujifilm

Das Haupteinstellrad für die unterschiedlichen Modi ist schräg angeordnet und rastet stramm. Die Tasten an der Kamerarück- und Oberseite sind etwas klein geraten und wegen der engen Anordnung am besten mit dem Fingernagel zu betätigen, funktionieren jedoch einwandfrei. Wenn man sich damit abgefunden hat, kann man gut damit arbeiten und man macht es einfach schon aus Gewohnheit. Der Auslöser ist leicht nach vorn geneigt und damit gut zu tasten. Das Hauptmenü bietet viele Einstellmöglichkeiten. Dennoch bleibt es verständlich und übersichtlich. Hilfreich ist dabei die Fn-Funktion. Dieser Taste kann eine Menüposition zugeordnet werden und so die entsprechende Funktion bei Bedarf schnell geändert werden. Das spart jede Menge Tasterei.
 
Das 3-Zoll-Display hat 153.000 RGB-Pixel und ist in der Helligkeit verstellbar. Außerdem bietet es noch eine besondere Einstellung, vom Hersteller „Sonne" genannt. Und oh Wunder:  Diese Einstellung wird bei hellem Umgebungslicht empfohlen um die Displayanzeige auch dann noch lesbar zu machen. Scheint aber tatsächlich die Sonne und kein Schatten ist in Sicht, nutzt die Funktion auch nicht viel. Ansonsten bildet das Display scharf ab, Farben werden korrekt dargestellt und Schrift und Symbole sind gut zu erkennen. Die Winkelabhängigkeit ist sehr gut.
 
Bei der Belichtung kann es die F770EXR so ziemlich jedem recht machen. Wer Zeit und Blende selbst einstellen möchte, kann das tun – allerdings nur in relativ groben Stufen. Und wer auf unbeschwertes Fotografieren steht, stellt einfach den Automatikmodus an. Videos können in Full-HD-Auflösung (1.920 x 1.080 Pixel) mit 30 Bildern pro Sekunde aufgenommen werden.
 
Der Brennweitenbereich von 25 bis 500 mm (KB) bei einer Lichtstärke von 3,5 bis 5,3 ist enorm. Bei der kurzen Brennweite würde man sich eine bessere Lichtstärke wünschen, beim 500 mm Tele ist eine Anfangsöffnung von f=5,3 dagegen gut. Den Blitz sucht man auf vielen Abbildungen vergebens. Schön an die Form der Kamera angepasst, taucht er nur auf, wenn die seitliche Blitztaste betätigt wird. Ist der Blitz nicht ausgefahren, ist auch kein Zugriff auf irgendwelche Blitzeinstellungen möglich. Das ist vernünftig, so werden nicht zur Verfügung stehende Symbole am Display schon gar nicht erst angezeigt.
 
Die Verarbeitung der Kamera ist solide. Die Abdeckungen für Schnittstellen- und Akkufach schließen fest. Schön, dass Fuji den Metallgewindeeinsatz für das Stativgewinde genau in der Kameramitte angeordnet hat, so lässt sich die Kamera vernünftig auf einem Stativ befestigen. Was bei der riesigen Maximalbrennweite schon mal hilfreich sein kann.
 
Ein echter Pluspunkt für viele SLR-Fotografen, die nach einer handlichen Zweitkamera suchen: Die F770EXR kann Bilder auch im verlustfreien RAW-Format speichern. Für eine Kamera mit einem Straßenpreis von rund 300 Euro ist das schon fast ein Alleinstellungsmerkmal, das ebenfalls integrierte GPS-System dagegen eher schon selbstverständlich. Auch bei der AF-Zeit kann die F770 EXR punkten: 0,33 Sekunden im Weitwinkel und 0,47 im Tele sind durchaus schnappschusstauglich.
 
Da uns Ausstattung und Bedienung eigentlich rundum überzeugen konnten, waren wir natürlich gespannt auf die Bildergebnisse. Und man muss es leider klar sagen: Die halten nicht, was der Rest verspricht. Die Auflösung des 16-MP-Sensors – mit einer Diagonalen von 1 / 2 Zoll geringfügig größer ist die üblichen 1 / 2,3-Zöller – liegt mit 1219 Lp/BH in der Bildmitte (ISO 100, WW) deutlich unter den Möglichkeiten, dafür ist der Randabfall mit unter 150 Lp/BH über alle Empfindlichkeiten als gut zu bezeichnen. Der Bildprozessor hat offensichtlich ein Eigenleben, die Bilder sehen bei entsprechender Vergrößerung aus wie Ölgemälde mit grobem Pinsel – und zwar mit und ohne EXR-Modus. Das ist unschön und führt zu entsprechend überschaubaren Punktzahlen bei der Bildqualität. Positiv: Die Telequalität entspricht der im Weitwinkel, hier geht nicht noch zusätzlich Qualität verloren. 
 
Fazit: Schmucke Kamera mit spitzenmäßiger Ausstattung, aber leider nur mäßiger Bildqualität.

Alle Daten und Testergebnisse zum Fujifilm Finepix F770 EXR

 
Kaufberatung
Schnellfinder

Sie wollen schnell einen Überblick gewinnen? Mit wenigen Klicks zum passenden Gerät!

x