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Testbericht Canon Powershot G1 X im Test: Neues Konzept

Großer Bildsensor mit 18,7 x 14 mm Fläche, eine Auflösung von 14 Megapixeln und fest eingebautes 4-fach-Zoom: Diese ungewöhnliche Kombination in edlem Metallgehäuse bietet die Canon Powershot G1X für 750 Euro.

Canon Powershot G1 X

Hersteller
Canon
UVP
700.00 €
Wertung
41.5 Punkte
Testverfahren
1.6

Canon Powershot G1 X
  • +Exzellente Bildqualität
  • +Vielseitige Einstellmöglichkeiten
  • +Edles Metallgehäuse

Kommt Ihnen die Canon Powershot G1X bekannt vor? Wäre kein Wunder, denn die Verwandschaft zur G12 ist unverkennbar. Die markanten Metallgehäuse vermitteln Wertigkeit und Solidität. Auch bei Ausstattung und Funktionsumfang zeigen beide Modelle viele Gemeinsamkeiten.

Der entscheidende Unterschied liegt beim Bildsensor. Während die G12 mit einem Kompaktkamerasensor (1/1,7 Zoll, 10 Megapixel) vorlieb nehmen muss, bestückt der Hersteller die G1X mit einem 18,7 x 14 mm großen CMOS. Dieses neue Aufnahmeformat ist größer als Four-Thirds und etwas kleiner als APS-C. Der Bildwinkelfaktor im Vergleich zum Vollformat (36 x 24 mm) beträgt 1,85. Wir testen die G1X, wie alle Modelle mit großem Sensor, nach dem Testverfahren für SLRs statt nach dem für  Kompaktkameras.

Ecken und Kanten

Das Gehäuse der G1X hat mehr Ecken und Kanten als die G12, liegt aber dennoch angenehm in der Hand. An der Vorderseite schenkt ein flacher Handgriff mit rauer Oberfläche den Fingern Halt, und der Daumen ertastet ein Fleckchen dieses rauen Belags an der Kame­rarückseite.

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Oben links sitzt das Ausklappblitzgerät (LZ 7), das mit extrem kurzen Verschlusszeiten bis 1/2000 s synchronisiert. Bei externen Systemblitzgeräten (EX-Speedlites) sind 1/250 s Blitz­synchronzeit die Regel. Das fest eingebaute Zoomobjektiv deckt Brennweiten von 15,1 bis 60,4 mm ab (ca. 28 bis 112 mm KB-äquiv.); die Anfangsöffnung variiert zwischen 1:2,8 und 1:5,8.

Der eingebaute Blitz ist mit einer gemessenen Leitzahl von 7 kein Kraftpaket, reicht zum Aufhellen von Porträts aber aus.

Der optische Bildstabilisator soll bis zu vier EV-Stufen längere Belichtungszeiten aus der Hand erlauben und sich verschiedenen Aufnahmesituationen (Schwenks, Makro etc.) automatisch anpassen; ein Telemodus lässt sich manuell aktivieren.

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Kleines Manko: Das Schraubgewinde für den Stativanschluss sitzt nicht in Linie mit der optischen Achse und zu nahe am Klapp­deckel, der das Akkufach abdeckt. Selbst wenn man eine sehr kleine Schnellwechselplatte benutzt, lässt sich das Akkufach bei angeschraubter Platte nicht mehr öffnen.

Kein Ersatz für eine SLR

Der optische Zoomsucher der G1X ist klein und zeigt etwa drei Viertel des tatsächlichen Bildausschnitts. Er ist mit einer Dioptrienkorrektur ausgestattet und verzeichnet
moderat – ist jedoch kein adäquater Ersatz für einen SLR-Sucher oder EVF. Der bessere Motivsucher ist der dreh- und schwenkbar gelagerte 3-Zoll-Monitor mit hoher Auflösung von 307 000 RGB-Bildpunkten – dabei ist jedoch die schlechte Ablesbarkeit bei hellem Sonnenlicht in Kauf zu nehmen.

Die Einstellscheibe ist zweistöckig aufgebaut. So kann man zum einen das Belichtungsprogramm wählen, zum anderen die Belichtung in Drittelstufen korrigieren.

Enttäuschend ist die G1X in puncto Schnelligkeit. Trotz Digic-5-Prozessors und Auslesens der Bilddaten auf vier Kanälen waren im Labortest nur 2,1 Bilder pro Sekunde drin. Die Auslöseverzögerung inklusive AF-Zeit ist mit 0,64/0,90 s bei 3000/30 Lux ein gutes Stück von den aktuellen Bestwerten entfernt. Das können die meisten SLR-Mo­del­le mit Phasen-AF besser, und auch unter den spiegellosen Systemkameras mit Kontrast-AF sind viele schneller. Die Einschaltverzögerung fällt mit 2,1 s ebenfalls relativ lang aus.

ISO 12 800 und Graufilter

Die Doppelwählscheibe an der Oberseite kennt man von der G12: Mit der oberen Scheibe wählt man das Belichtungsprogramm, die untere Scheibe korrigiert die Belichtung in Drittelstufen – dies ist anders als bei der G12, bei der die untere Scheibe zum Einstellen des ISO-Werts dient. Die G1X bietet alle gängigen  Belichtungsprogramme (P, A, S, M) sowie „Smart Auto“ (wählt selbsttätig eine aus 32 Aufnahmesituationen), Scenes (14 Motivprogramme inklusive Stitch-Assistent für Panoramen), Filter-Modus (HDR und verschiedene Kreativfilter), Filmmodus und Anwenderspeicher (C1/C2).

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Der hochempfindliche Bildsensor der G1X erlaubt ISO-Einstellungen zwischen 100 und 12.800; bei Auto-ISO lässt sich der obere Wert zwischen ISO 400 und 1600 einstellen. Eine äußerst nützliche Einrichtung ist das eingebaute Grau- bzw. Neutraldichtefilter. Wenn aktiviert, wird die Belichtung um drei Blendenstufen verlängert – praktisch für den nicht seltenen Fall, dass ein Zuviel an Licht das kreative Spiel mit offener Blende und selektiver Schärfe zu verhindern droht.

Fokusreihe gibt Sicherheit

Im Bedienkonzept ist die G1X der G12 nahe verwandt. Dies gilt für die Anzahl wie für die Anordnung der Bedienelemente, darunter zwei Einstellräder – eines für den Zeigefinger in Nachbarschaft des Auslösers, das zweite an der Rückseite für den Daumen. Nicht zu übersehen ist allerdings, dass Canon der G1X eine eigene Taste mit rotem Punkt zum Starten einer Videosequenz spendiert hat.

Der Autofokus (9 Felder) wird beim Filmen automatisch nachgeführt – eher gemächlich, dafür ohne Pumpen und mit geringer Ge­räuschentwicklung. Ein externes Mikrofon lässt sich leider nicht anschließen, ein Fernauslöser aber schon.

Der 3-Zoll-Monitor kann über zwei Achsen verschwenkt werden; in der abgebildeten Position wären auch Selbstporträts unter voller Bildkontrolle möglich.

Zugriff auf häufig gebrauchte Funktionen hat man über den Einstellbildschirm, der über die Function-Set-Taste aufgerufen wird. Am linken Bildrand findet man dann die verfügbaren Funktionsbereiche, am unteren Bildrand die dazugehörigen Optionen, die sich mittels Pfeiltasten oder Einstellrad anwählen lassen. Weitere Direktzugriffe auf Einstellmenüs sind über die doppelt belegten Pfeiltasten des 4-Wege-Schalters möglich. Beispiel Blitzmenü: einmal die Pfeiltaste rechts drücken, und schon kann man mit dem Zeigefinger am Einstellrad die Blitzkorrektur justieren.

Beim manuellen Fokussieren am Monitor, mittels Rändelrad am 4-Wege-Schalter, zeigt ein Rechteck in der Bildmitte einen vergrößerten Ausschnitt des Motivs. Für eine präzise Einstellung wünscht man sich dabei eine noch stärkere Vergrößerung. Allerdings hilft die zuschaltbare „Fokusreihe“. Wenn aktiviert, macht die Kamera automatisch drei Bilder mit zweimaliger Verlagerung des eingestellten Fokuspunkts nach vorne und hinten. Die Spreizung der Fokusreihe lässt sich in drei Stufen variieren.

Exzellente Bildqualität

Obwohl der 14-Megapixel-CMOS der G1X mit etwas weniger Fläche auskommen muss als ein üblicher APS-C-Format-Sensor, befindet sich die Bildqualität auf dem Niveau der besten APS-C-Modelle.

Bis ISO 800 erreicht die Grenzauflösung Werte oberhalb 1600 LP/BH; ab ISO 1600 sinkt die Auflösung pro EV-Stufe kontinuierlich jeweils um rund 100 LP/BH ab. Bei ISO 12 800 sind es immer noch 1234 LP/BH.

Der optische Zoomsucher enttäuscht. Er zeigt nur etwa drei Viertel des Bildausschnitts und kann deshalb einen SLR-Sucher nicht ersetzen

Erfreuliche Werte förderten auch die Dead-Leaves-Messungen zu Tage: Im Bereich zwischen ISO 100 und 3200 sind zwischen 1393 und 1156 LP/BH drin, erst ab ISO 6400 geht’s deutlich abwärts (512 LP/BH). Für die Dynamik wurden gerundet zwischen 10 und 8 Blenden im Bereich von ISO 100 bis 6400 ermittelt (7 Blenden bei ISO 12 800).

Die Texturverluste sind bis ISO 1600 akzeptabel (max. 0,9) und steigen erst ab ISO 3200 (1,2) deutlich an; beim Rauschen gibt es einen kontinuierlichen Anstieg von 0,6 bei ISO 100 auf 1,2 bei ISO 3200 und einen Sprung auf 1,6 bei ISO 6400. Unterm Strich platziert sich die Kamera mit 50,5 Gesamtpunkten fast 20 Prozent über dem Durchschnitt der bisher getesteten SLR- bzw. Systemkameras.

Fazit

Die Canon Powershot G1X verbindet ein fest eingebautes Vierfachzoom mit einem Sensor zwischen APS-C- und 4/3-Sensoren. Wegen des großen Sensors läuft sie im Test und in der Bestenliste als SLR/Systemkamera.

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Die exzellente Bildqualität, das edle Metallgehäuse und die vielseitigen Einstellmöglichkeiten bestätigen diese Einordnung und machen die G1X zu einem ernst zu nehmenden Werkzeug – trotz ihres langsamen Autofokus‘ und kleinen Suchers. Sie ist eine kompakte aber bei der Bildqualität ebenbürtige Ergänzung zur SLR-Ausrüstung und interessant für Fotografen, die den Umstieg auf eine Systemkamera bisher noch scheuten.

Den Objektivtest der Canon Powershot G1 X finden Sie hier.

Alle Daten und Testergebnisse zum Canon Powershot G1 X

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