ColorFoto präsentiert Ihnen eine Auswahl schöner Tierfotografien von Mitgliedern der fotocommunity (fc). Die fc-Fotografen erklären ausführlich, wie die Bilder entstanden sind - vom Auslösen bis zur Bildbearbeitung
Workshop in Kooperation mit der Falknerin/Auffangstation. Das Wildschwein lief hinter dem Betreuer her, direkt auf mich zu. Um flexibel reagieren zu können, fotografierte ich ohne Stativ mit Alpha 900, Bildstabilisator und 400er Brennweite.
An der Donau herrschten bereits sommerliche Temperaturen, der Schnee in den Tälern war getaut, doch die Höhen des Bayrischen Waldes bedeckte noch eine weiße Schicht. Im Morgengrauen besuchte ich erstmals das Tierfreigehege Lusen. Ich genoss die vielfältigen Eindrücke der Tierwelt. Auf meinem Rundweg bekam ich allerdings keinen Luchs zu sehen.
Am Ende meiner Wanderung entschloss ich mich daher, noch einmal das Gehege aufzusuchen, in der Hoffnung, doch noch ein Tier vor die Linse zu bekommen. Ich hatte kein Glück. Ich wollte gerade von der Kanzel steigen, da schlich der Luchs aus dem Dickicht, setzte sich auf den Fels und blickte sich um. Auch wenn das Licht nicht optimal war, das Motiv bot sich an. Ich drückte mehrmals ab. Noch nie hatte ich einen Luchs aus nächster Nähe gesehen. Ich blickte gespannt durch den Sucher: Was wird er als nächstes anfangen?
Er sonnte sich und bewegte sich kaum. Eine kleine Brise kam auf, die Äste bewegten sich im Wind und die Sonne durchbrach ein paar Sekunden den Wald. Ich drückte erneut den Auslöser, als der Luchs knapp an mir vorbeischaute. Das Warten hatte sich gelohnt.
Prettenthaler Ernst (fc-Profil): Freund oder Feind? November 2011
Bayerischer Wald. Ich stand mit Einbein samt Brennweite 300 auf einer Anhöhe und beobachtete den Wolf, der sich in der Sonne wärmte. Ein Motor heulte auf. Der Wolf tat einen Satz, lief nach vorne und blickte konzentriert in Richtung des Geräuschs. Ich drückte einmal ab und belichtete mit Blende 4,5, 1/50 s, -0,7 LW, damit die weißen Flecken im Fell des Tiers nicht überstrahlten. Der Ausschnitt der RAW-Datei passte. So nahm ich nur einen Weißabgleich vor und besserte die Schärfe nach.
Ein bitterkalter Morgen kurz nach Sonnenaufgang. Fotografiert mit Nikon D700, Winkelsucher, Brennweite 500 mm Nikon P IF ED bei offener Blende (4,0). Die Fasane hatten sich dank einiger Leckerbissen schnell an mein Tarnversteck gewöhnt. Ich nahm die Vögel an einem Wildschweinfütterungsplatz auf, welchen sie gerne gegen Frühjahrsanfang besuchen. Um einen möglichst harmonischen und gleichmäßigen Hintergrund zu bekommen, befand sich das Stativ in Bodenstellung. Die Perspektive in Augenhöhe mit den Tieren vermittelt oftmals einen intimen Eindruck. Da aber um diese Jahreszeit stundenlanges Liegen auf frostigem Boden unangenehm ist, nutzte ich einen Winkelsucher.
Von Weitem schon sah ich den Reiher auf dem Ast sitzen, der über das Wasser ragte. Vorsichtig schlich ich im Schutz des Schilfgürtels heran. Verdeckt von Halmen baute ich mein Stativ auf. Ich drückte ein paar Mal ab, bevor der Silberreiher (Casmerodius albus) aufflog und sich zu seinen Artgenossen auf einen hohen Baum gesellte. Für mich sind Bilder von Reihern besondere Highlights, da sich diese Vögel in freier Wildbahn nicht leicht ablichten lassen. Ich fotografierte mit einer Canon 7D im Live-View-Modus mit manuellem Fokus und Fernauslöser. Das 100–400-mm-Zoom stand auf Brennweite 400 mm, die Lichtempfindlichkeit betrug ISO 100. Ich wählte Blende 5,6, ¼ Sekunde, mit Belichtungskorrektur -0,33.
Wie immer nahm ich das Bild im RAW-Format auf. In der Regel speichere ich alle Dateien gleichzeitig als .RAW und .jpg ab und bearbeite sie dann mit Adobe Lightroom. Für die Endkorrektur nutze ich Adobe CS2.