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Kameraanwendung Tipps zur Nikon D7000 - Blitzgescheit

In den Menütiefen der Nikon D7000 verbergen sich viele Funktionen und Einstellmöglichkeiten, die man nicht ungenutzt lassen sollte. In diesem Beitrag fokussieren wir auf die Blitzfotografie und bildverbessernde Maßnahmen.
© Nikon

Mehr als 300 Seiten umfasst das deutschsprachige Handbuch der Nikon D7000. Bei 21 Einträgen alleine im Aufnahmemenü und 48 Individualfunktionen gibt es immer wieder Funktionen zu ergründen, die man bisher vielleicht nur am Rand wahrgenommen hat. Ein gutes Beispiel dafür ist die Blitzfotografie – eine Disziplin, bei der sich Nikon schon immer durch praxisorientierte Lösungen hervorgetan hat. Mit dem SB-700 bietet der Hersteller zudem ein gut ausgestattetes und kompaktes Systemblitzgerät mit Leitzahl 28 bei ISO 100 (35 mm) an, das die D7000 sinnvoll ergänzt.

Optimal dosiertes Blitzlicht
Zu den Stärken der D7000 gehören die vielen Einstellmöglichkeiten beim Blitzen. Bei den meisten Konkurrenten ist es z. B. üblich, dass die Kamera in Zeit- oder Programmautomatik die Blitzsynchronzeit je nach vorhandenem Licht in einem vorgegebenen Rahmen variiert, also z.B. zwischen 1/60 und 1/200 s. Ziel dabei ist es, ein Stück vom vorhandenen Licht „mitzunehmen“, damit der Hintergrund im Verhältnis zum angeblitzten Vordergrund nicht zu dunkel wird. Alternativ könnte man auf Aufhellblitzen mit Langzeitsynchronisation schalten: Dann wählt die Kamera die Belichtungszeit passend zur eingestellten Blende und Umgebungshelligkeit. Dabei kann es allerdings zu Langzeiten im Sekunden­bereich kommen, für die man ein Stativ benötigt.

Bild 1 wurde mit dem Ausklappblitzgerät fotografiert: unschöne Reflexe und vorne zu hell, was zudem den Farbton verfälscht.


Der Vorteil bei der D7000 – und einigen anderen Nikon-Modellen – besteht darin, dass man bei Standardsynchronisation in Zeit- oder Programmautomatik die Verschlusszeitengrenzen frei bestimmen kann: Mit Individualfunktion e1 wählt man zunächst die gewünschte kürzeste Blitzsynchronzeit zwischen 1/60 und 1/250 s (bei externen Systemblitzgeräten auch Kurzzeitsynchronisation bis 1/320 s). Mit Individualfunktion e2 wählt man dann die „Längste Verschlusszeit“ beim Blitzen von 1/60 s bis 30 s. So lässt sich der Zeitrahmen, innerhalb dessen die Kamera die Synchronzeit beim Blitzen in Zeit- oder Programmautomatik wählt, völlig frei definieren. Zudem lässt sich die Blitz­belichtung unabhängig von der Grund­belichtung über einen Bereich von +1/-3 Blenden korrigieren – ganz einfach mit dem vorderen Einstellrad bei gedrückter Blitztaste.


Eine weitere Funktion, die der Nikon-Einsteiger nicht auf Anhieb wahrnimmt, ist die auch bei Canon zu findende Möglichkeit der Blitzlichtspeicherung. Bei aktiviertem Blitzgerät kann man ein Objekt anvisieren und auf Knopfdruck einen Messblitz auslösen. So lässt sich z. B. sehr einfach die Blitzbelichtung auf ein Porträt abstimmen, wenn der Hintergrund wesentlich heller oder dunkler ist. Aktiviert wird der Messblitz über die Funktionstaste vorne neben dem Bajonettsockel. Voraussetzung dafür ist, dass man der Taste die betreffende Funktion zuvor zugewiesen hat (Individualfunktion f3).


Drahtlosblitzen für Einsteiger
Zur Blitzlichtsteuerung verwendet Nikon das hauseigene i-TTL-System, das in Verbindung mit externen Systemblitzgeräten auch die drahtlose Steuerung erlaubt (Creative Lighting System). Drahtlosblitzen lohnt sich bereits, wenn man nur ein externes Systemblitzgerät wie das SB-700 besitzt. Der eingebaute Blitz der D7000 kann nämlich als Master verwendet werden, um das SB-700 drahtlos zu zünden.

Bild 1: AF-Feineinstellung: Back- und Frontfokus können in maximal 20 Einstellschritten korrigiert werden.


Und das geht so: Wählen Sie im Menü die Individualfunktion e3 „Integriertes Blitz­gerät“ und dann im Auswahlmenü „Master-Steuerung“. Im dann sich öffnenden Einstellmenü können Sie den integrierten Blitz wahlweise auf TTL oder M (Manuell) stellen bzw. deaktivieren (--). Das heißt, Sie können den integrierten Blitz entweder mitblitzen lassen oder auf Steuerblitze von sehr geringer Leuchtkraft reduzieren.

Weitere Einstellungen: Gruppe A und Gruppe B (wird bei einem Blitz nicht benötigt) stellt man auf TTL, den Kanal auf 1. Ist das SB-700 dann auf Remote, Gruppe A und Kanal 1 eingestellt, kann es drahtlos vom Blitzgerät der D7000 gezündet und kontrolliert werden; im Einstellmenü der Kamera lässt sich die Blitzintensität im TTL-Betrieb über einen Bereich von + 3 Blenden in Drittelstufen einstellen. Bei manueller Steuerung sind Teilleistungen bis 1/128, ebenfalls in Drittelstufen, möglich.


Durch Lösen des Blitzgeräts vom Mittenkontakt der Kamera sind wesentlich interessantere Blitzaufnahmen möglich als mittels Frontalblitz. Platziert man das Blitzgerät seitlich von der Kamera, ergänzt durch eine Softbox vor dem Blitzreflektor und durch einen Aufheller auf der Schattenseite des Motivs, lassen sich bereits ansprechende Sachaufnahmen realisieren.
Weitere Möglichkeiten ergeben sich durch die im Aufnahmemenü zu findende Funktion „Mehrfachbelichtung“: Leuchten Sie ein statisches Tabletop-Motiv von mehreren Seiten mit nur einem Blitzgerät in zwei bis drei aufeinander folgenden Teilbelichtungen aus. Bei aktivierter Belichtungsanpassung sorgt die Kamera automatisch dafür, dass die Aufnahme in der Summe nicht überbelichtet wird (siehe Bildbeispiel).

Bild 1: Die Engelsfigur wurde bei abgeschaltetem Active D-Lighting (ADL) im Gegenlicht vor dem Fenster fotografiert.


Bildverbessernde Maßnahmen
Die D7000 ermöglicht eine Reihe von Einstellungen, die das Ergebnis bei der kamera­internen Verarbeitung von Bilddaten zu JPEGs positiv beeinflussen können.
Weißabgleich: Dafür gibt es neben der Automatik, Direkteinstellung in Kelvin und individueller Messung sechs Voreinstel­lungen (Presets) mit Korrekturmöglichkeit. Ausgehend von einem Preset kann man durch Drücken der WB-Taste und gleichzeitiges Drehen am vorderen Einstellrad Korrekturwerte zwischen A1-A6 (wärmer) und B1-B6 (kälter) einstellen. Wenn das nicht genau genug ist, wechselt man in das grafische Einstellmenü im Aufnahmemenü.

Active D-Lighting: So heißt der von der Nikon gebotene Kontrastausgleich für kritische Motive. Angeboten wird D-Lighting im Aufnahmemenü als motivabhängige Automatik sowie in vier manuell einstellbaren Stufen. Ab „Verstärkt“ bzw. „Extrastark“ muss man bei höheren ISO-Zahlen mit einem Anstieg des Rauschen in den aufgehellten Schatten rechnen.

Belichtungsreihen: Viel Auswahl bietet die D7000 auch bei den automatischen Belichtungsreihen (Individualfunktion e5), alleine drei Variationen zum Thema (Blitz-)Belichtung: „Belichtung + Blitz“, „Nur Belichtung“ und „Nur Blitz“ (Spreizung in Drittel- oder Halbblendenstufen über ± 2 Blenden). Zudem lässt sich das Bracketing auf den Weißabgleich und Active D-Lighting ausdehnen.

Das Foto mit darüber gesetztem Ras-ter wurde von einem TFT-Monitor abfotografiert. Die tonnenförmige Verzeichnung des AF-S Nikkor 3,5–5,6/ 16–85 mm DX G ED bei 16 mm ist in Bild 1 deutlich sichtbar.


Belichtungsfeinkorrektur: Mit der Individualfunktion b5 lässt sich die Belichtungsmessung feintunen. Man nutzt diese Funktion, wenn man subjektiv den Eindruck hat, die Kamera tendiere zur Über- oder Unterbelichtung. Die Feinkorrektur ist separat für Matrix-, Spot- und mittenbetonte Messung möglich. Einstellbereich: jeweils + 1 Blende in Sechstelblendenstufen.

Verzeichnungskorrektur: Im Aufnahmemenü findet sich die Auto-Verzeichnungskorrektur. Sie korrigiert die objektiv- bzw. brennweitenabhängige Verzeichnung (tonnen- oder kissenförmig), wie sie vor allem bei Zoomobjektiven zu beobachten ist. Die Korrekturfunktion lässt sich zu- oder abschalten. Bei Anschluss eines Fremdobjektivs ist die Funktion deaktiviert.

AF-Feinabstimmung: Diese findet sich weder bei den Individualfunktionen noch im Aufnahmemenü, sondern im Systemmenü. Back- oder Frontfokusproblemen kann man hier selbsttätig zu Leibe rücken; möglich sind 20 Einstellschritte in Richtung Plus oder Minus. Einstellungen können für bis zu 12 Objektive, auch von Fremdherstellern, abgespeichert werden.

 
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