Fotopraxis Strom im Himalaja
© Sunload
© Christian Rottenegger
In den vier Wochen, die ich für die Besteigung des 8027 m hohen Shisha Pangma eingeplant hatte, musste ich zwischen zwei und vier Akkus pro Tag füllen, davon viele für die Canon EOS 5D Mark II. Ein mit Benzin betriebener Generator, der diesen Bedarf decken könnte, lässt sich mancherorts zu erschwinglichen Preisen mieten, aber nur mit großem Aufwand samt Kraftstoff über weite Fußstrecken transportieren. Eine portable Photovoltaik-Anlage ist deshalb meist die bessere Lösung; vor allem in großen Höhen, wo die starke Sonnenstrahlung und die niedrigen Temperaturen eine optimale Ausbeute versprechen.
Mobile Solarladestation
© Christian Rottenegger
Eine selbst zusammengestellte Anlage kommt deutlich günstiger: Sie brauchen dazu neben Solarpanels einen Pufferspeicher, um Schäden der Kameraakkus durch Spannungsschwankungen zu vermeiden, einen Laderegler, der die Zellen vor dem Überladen schützt, einen DIN-Stecker, eine Zigarettenanzünderdose und eine Frischhaltebox aus dem Supermarkt. Kostenpunkt: 180 bis 420 Euro.
Solarpanel für unterwegs
© Christian Rottenegger
Faltbare Solarpanels sind praktischer, robuster, aber auch teurer. Oft bestehen sie aus mehreren in Stoff vernähten, miteinander verbundenen, starren oder flexiblen Modulen und lassen sich auf DIN-A4-Format zusammenlegen. Allerdings nimmt der Stoff Feuchtigkeit auf und muss vor dem Verpacken gut getrocknet werden.
Das muss man bei Faltpanels wie dem me2Solar Aurora Pro 25 für 350 Euro nicht. Statt in Stoff werden die biegsamen Einzelmodule hier in Ripstop-Nylon eingearbeitet, von dem Wasser abperlt. Mein Nylon-Faltpanel leistete vier Jahre lang auf diversen Expeditionen gute Dienste. Die Schüttelpartie auf dem Fahrrad über 3000 km kasachische Piste hat das gute Stück dann allerdings nicht mehr überlebt.
Robuster Pufferspeicher
Bleiakkus kommen mit Spannungsschwankungen und Überladen vergleichsweise gut zurecht, haben aber ihr Gewicht. Ich setze im Basislager meist einen 2,8 kg schweren Exide Sonnenschein dryfit Solar ein (50 Euro, 6600 mAh), mit dem sich ohne angeschlossene Solarpanels bis zu drei 5D-Mark-II-Akkus nachladen lassen. Für Situationen, in denen jedes Gramm zählt, bevorzuge ich dagegen eine kleinere Lösung mit zehn zusammengeschlossenen NiMH-Zellen (je 1,2 Volt) und 2400 bzw. 4500 mAh (3,20 Euro pro Stück).
Um den Pufferspeicher zu schonen, verpacke ich ihn in einer stabilen, dichten Box. In die gehört dann auch der Laderegler mit Tiefentladungsschutz, beispielsweise der IVT 12V/24V 4A Typ 18122 (25 Euro). Außen befestige ich den dreipoligen DIN-Stecker mit Renkverschluss für die Verbindung zum Solarpanel (6 Euro) und die Zigarettenanzünderdose mit Schutzkappe für das (Kamera-)Ladegerät (6 Euro).
Vorsicht beim Verkabeln: Bei vertauschtem Plus- und Minuspol gehen die angesteckten Ladegeräte sofort kaputt. Netzteile lassen sich nur mit einem separaten Wechselrichter nutzen, beispielsweise mit dem Voltcraft PI 100-12 USB für rund 40 Euro. An meinem Bleiakku funktionierte er bisher problemlos; Pufferspeicher wie der NiMH-Selbstbau oder Sunload Multecon Charger M60 sind dafür allerdings zu leistungsschwach. Extratipp: Achten Sie beim Aufbau immer darauf, dass die nicht abgedichteten Steckverbindungen trocken liegen.
| Gerät | Komplettsystem: Powergorilla + Nomad 27M Solarladegerät | Komplettsystem: Sunload Solar Charger Set 30WP | Eigenbau: System mit Bleiakku | Eigenbau: Leichtes System mit NiMH-Zellen |
| Preis | 540 Euro | 670 Euro | 180 Euro | 420 Euro |
| Solar-Panel | Faltmodul (Stoff), Goal Zero Nomad 27M | Faltmodul (Stoff), Sunload Solar-modul 30WP | 2 starre Solarpanels | Faltmodul (Ripstop-Nylon), me2Solar Aurora Pro 25 |
| Leistung | 27 Watt | 30 Watt | 2 x 10 Watt | 25 Watt |
| Gewicht | 1540 g (mit Metallstangen zur Versteifung) | 900 g | 2720 g | 770 g |
| Größe im Betrieb | 113 x 57,2 cm | 130 x 54 cm | 34,5 x 30,5 cm pro Modul | 104,8 x 54,6 cm |
| Packmaß | 26,7 x 17,8 x 2,5 cm | 28 x 22 x 3,5 cm | 34,5 x 30,5 x 2,5 cm pro Modul | 28 x 21 x 1,8 cm |
| Pufferspeicher | HD Li-Polymer, Powertraveller Powergorilla Akku | Lithium-Ionen-Akku, Sunload Multecon Charger M60 | Bleiakku, Exide Sonnenschein dryfit Solar | 10 x NiMH-Zellen mit 1,2 Volt |
| elektr. Stromstärke | 10 000 mAh | 4600 mAh | 6600 mAh | 4500 mAh |
| Gewicht (Box mit Akku, Laderegler und Anschlüssen) | 631 g | 900 g | 3000 g | 730 g |
| Abmessungen | 22 x 13 x 1,5 cm | 28,6 x 13,9 x 2,5 cm | 22 x 15,5 x 14 cm | 16 x 8 x 6 cm |
| Anschlüsse für Ladegeräte | 1 x USB, 1 x 12V-DC-Buchse | 2 x USB, 1 x 12V-KFZ-Buchse | 2 x 12V-KFZ-Buchse | 1 x 12V-KFZ-Buchse |
| Lieferumfang | Netzteil, 12V-KFZ-Adapter (Ausgang) u.a. | Netzteil, 12V-KFZ-Adapter (Eingang) u.a. | – | – |
| Internet | www.goalzero.com, www.powertraveller.com, www.solarbag-shop.de | www.sunload-shop.de | – | www.me2solar.com |
Autor/en:
Christian Rottenegger
Quelle:
COLORFOTO