Ratgeber Spiegellos - Die Zukunft?
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- 1. Systemfrage - APS-C, Vollformat oder spiegellos
- 2. Vollformat-SLR - Bessere Qualität
- 3. Sony SLT - Single Lens Transflex
- 4. Spiegellos - Die Zukunft?
- 5. Mittelformat - Eine Nummer größer
Bildqualität/Sensor
Bei SLRs dominiert der APS-C-Sensor und dürfte auch bei den Systemkameras die meisten Marktanteile holen. Wie klein eine entsprechende Kamera ohne Sucherprismen, Spiegel und Mechanik sein kann, zeigt die Sony NEX-5. Olympus und Panasonic setzen dagegen auf das Micro-4/3-System mit etwas kleineren 17,3 x 13 mm großen Sensoren. Die etwas kleinere Fläche kann ein leichter Nachteil bei der Bildqualität sein, doch bis ISO 1600 schlägt die Panasonic den größeren Sony-Sensor. SLR-Modelle mit 4/3-Sensor baut nur noch Olympus mit der E5, weswegen wir das 4/3-System aus der Übersicht weggelassen haben. CMOS-Sensoren machen die Kameras Live-View- und HD-Video-tauglich. Die Olympus Pen E-PL2 nimmt 1280 x 720 p-Videos auf, Lumix GH2 und NX5 Full-HD-Videos mit 1920 x 1080 Pixeln. Die Fotoauflösungen reichen von 12 Megapixeln der E-PL2 über 14 Megapixel der NX 5 bis zu den 16 Megapixeln der GH2.
Autofokus
Standard bei den Spiegellosen ist der Live-View-taugliche Kontrast-AF auf dem Sensor. Er erlaubt es zudem, Größe und Positionierung der AF-Felder zu variieren. AF-Tracking über das gesamte Bildfeld funktionieren im Foto- wie im Videomodus.
Problematisch war in der Vergangenheit das Tempo des Kontrast-AF. Dies ist mit den Sensoren und Bildprozessoren der jüngsten Generation vorbei. Zudem arbeitet der Kontrast-AF deutlich zuverlässiger als der Phasen-AF. Die GH2 ist mit AF-Zeiten von 0,28/0,48 s bei 1000/30 Lux schneller als manche Phasendetektions-SLRs, und auch die E-PL2 schlägt sich mit 0,52/0,66 s ordentlich. Nur die Sony NEX-5 als ältestes Modell dieses Trios lässt sich mit 0,93 s bei 30 Lux deutlich mehr Zeit.
Bedienung
Während die GH2 in Gehäuseform und Bedienungselementen ganz konservativ daherkommt, geht Sony mit dem Touchscreen-Konzept der NEX-5 einen neuen Weg mit möglichst wenigen Bedienungselementen. Einsteiger kommen damit besser zurecht, allerdings fehlen so Direktzugriffe, wenn es eilt. Die E-PL2 mit ihrem Mix aus Tasten und Menüsteuerung zeigt einen Mittelweg, ihre Menüstruktur ist aber wie schon bei den anderen Pen-Modellen teilweise unpraktisch. Problematisch können die ebenfalls kompakteren Akkus der Spiegellosen wegen ihrer geringeren Ausdauer werden.
Gehäuse
Die NEX-5 ist mit 111 x 59 x 38 mm kaum größer als eine Kompaktkamera und wiegt nur 380 g. Selbst die „erwachsene“ Lumix GH2 mit integriertem Live-View-Sucher und Mini-Blitz ist nicht größer als 136 x 91 x 76 mm bei 443 g Gewicht. Die nächste Generation mit weiter verkleinerten Gehäusen steht schon in den Startlöchern. Kein Spiegel bedeutet zwar flachere Gehäuse, aber auch neue Objektive, von denen es bei Sony – noch – zu wenig gibt. Allerdings lassen sich zahlreiche SLR-Objektive per Adapter nutzen, der die „Gehäuselücke“ füllt.
Sucher/Monitor
Ohne Spiegel gibt es auch keine optischen SLR-Sucher, doch die elektronischen dürften schon bald die bessere Lösung sein: Die GH2 hat einen der besten elektronischen Sucher mit 511 200 RGB-Bildpunkten und 0,7x effektiver Vergrößerung fest eingebaut. Olympus setzt bei der E-PL2 auf einen Aufstecksucher mit 480 000 RGB-Pixeln und 0,58x effektiver Vergrößerung. Sony bietet zur NEX aktuell nur einen optischen Aufstecksucher, dessen Bildwinkel dem des 16-mm-Pancake entspricht. Alle drei Modelle sind mit 3“-LCD-Monitoren ausgestattet. Während sich Olympus und Panasonic mit 153 333 Bildpunkten bescheiden, punktet Sony mit 307 000 RGB-Pixeln. Ist der NEX-5-Monitor nach oben oder unten neigbar, lässt sich der GH2-Monitor geschützt einklappen oder ganz ausschwenken und über einen weiten Bereich drehen.