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ColorFoto


Karl-Gerhard Haas

27. Februar 2008
Ratgeber

Flachbildschirm-Technik

Geht es um die reine Standbildwiedergabe, sind große LCD-TV-Geräte die bessere Wahl. Gerade als Fernseher schwächeln aber die zur Zeit erhältlichen Modelle. Die besseren Universalisten sind Plasma-Fernsehgeräte. Zur Fotoprä­sentation sollten es in jedem Fall mindes­tens 1024 × 768 Bildpunkte sein, auch lohnt es sich die Werks-Bildeinstellung zu optimieren. ­Regelmäßige Tests finden Sie in ­un­­serer Schwes­terzeitschrift Video (www.video-magazin.de).

Plasmatechnik Plasmabildschirme sind mit der klassischen Bildröhre verwandt. In ihnen trifft Energie auf eine Phos­phorschicht, was diese zum Leuchten anregt. In Bildröhren ist ein Elektronenstrahl die Energiequelle. Die Bildpunkte von Plasmabildschirmen bestehen aus edel­gasgefüllten Zellen. Das Gas wird durch Strom gezündet und gerät so in den extrem energiereichen, „Plasma" genannten, Aggre­gatzustand. Diese Energie regt den Phosphor zum Leuchten an.

Fundamentaler Unterschied: Soll eine Bildröhre heller leuchten, wird die Spannung des Elektronenstrahls erhöht – sie arbeitet also analog dem Videosignal. Die Bildpunkte von Plasmaschirmen kennen dagegen nur zwei Zustände: an oder aus. Aus dem Dilemma keine Halbtöne zeigen zu können, hilft die Trägheit des menschlichen Auges: Helligkeitsnuancen gaukelt ein Plasma-Monitor durch unterschiedlich häufiges Ein- und Ausschalten des Bildpunktes vor. Diese Art der Ansteuerung heißt Pulsbreitenmodulation (PWM, Pulse Width Modulation).

Plasmabildschirme werden nur in Groß-TV-Geräten eingesetzt. Der Grund: Die Bildpunkte können für eine gewünschte Helligkeit nicht beliebig klein sein. Modelle mit voller zwei Megapixel HDTV-Auflösung erscheinen erst in diesen Tagen, zu spät für den Test auf Seite xy.

Gängige Plasma-Modelle bringen eine Schirmdiagonale von 1,06 oder 1,27 Metern (42 bzw. 50 Zoll) mit. Aktuelle Markenware gibt's zu Preisen ab 2200 Euro mit 1024 × 768 Bildpunkten.

Vor- und Nachteile der Plasmatechnik+ Der Bildeindruck ist aus jedem Blickwinkel nahezu gleich+ Dunkle Bildpartien erscheinen auf guten Geräten wirklich dunkel; Probleme bei Altmodellen und vermeintlichen Schnäppchen möglich.+ Auf aktuellen Modellen natürliche Farben und Bewegungsdarstellung; Probleme bei Altmodellen und vermeintlichen Schnäppchen möglich.– Während der ersten 500 Be­triebs­stunden können stehende Motive (also gerade Fotos) vor­über­ge­hend oder im Extremfall auch dauerhaft auf der Phosphorschicht einbrennen. Es empfiehlt sich, Bild­schirm­schoner von Computern oder DVD-Spielern einzuschalten und statt Standbildern eine fortlaufende Diashow zu zeigen.– Je nach Typ kann in dunklen und/oder hellen Bildpartien Pi­xel­­rauschen stören, eine Art bun­tes Schneegestöber. Neuere Mo­del­­le zeigen diesen Fehler kaum noch, auf älteren Plasma-TVs kann er gerade Standbilder deutlich beeinträchtigen.– Nur neueste und teuerste Modelle offerieren die volle Bild­schirm­­auflösung von 1920 × 1080 Bildpunkten.– In der Vergangenheit verbrauchten Plasma-TVs relativ viel Strom. Aktuelle Geräte sind, be­zogen auf die Bildgröße, nicht ­leis­­tungshungriger als LCDs. Deswegen Vorsicht bei Altmodellen und billigen Plasmas vom Wühltisch beim Lebensmitteldiscounter.

LCD-TechnikFlüssigkristallschirme ähneln einer farbigen Filterschicht vor einer Hintergrundbeleuchtung. Sie sperren durch Polarisation das Licht dieser ständig eingeschalteten Hintergrundbeleuchtung – oder lassen es passieren. Die zwischen zwei Glasscheiben und Polfiltern eingebetteten Kristalle verändern ihre Lage und damit die Polarisationswirkung, wenn elektrischer Strom auf sie einwirkt. Anders als Plasmamodelle wird die Helligkeit analog geregelt. Mehr Strom bedeutet: Das Kristall bewegt sich ein Stückchen mehr in die gewünschte Richtung und lässt mehr Licht passieren. Die Kristalle selbst sind farb­los; die Farbe entsteht durch entsprechend farbige Filterfolien. Jedes Pixel besteht wie bei Plasmaschirmen aus drei Subpixeln in den Farben Rot, Grün und Blau.

Als hochauflösende TV-Geräte gibt es LC-Modelle ab einer Diagonalen von 82 Zentimetern (32 Zoll), die größten noch er­schwing­lichen Flüssigkristall-Fernsehge­rä­te bringen einen 42-Zoll-Bildschirm mit (1,06 Meter). Auflösungen von 1280 × 720 oder 1366 × 768 Pixel sind gängig; auch Typen mit 1920 × 1080 Pixeln sind zu ­haben – aktuelle Markenware ab 2000 bis 4000 Euro.

Vor- und Nachteile der LCD-Technik+ Die leistungsfähige Hinter­grund­­beleuchtung und die meist nicht reflektierende Oberfläche ma­chen LCDs ideal für Tageslicht­einsätze.+  Stehende Bilder können nur im Extremfall einbrennen, und dann auch nur vorübergehend.– Farben und Kontrast verändern sich abhängig vom Betrachtungswinkel – je nach Modell wenig oder stark störend.– Schwarz erscheint wegen der ständig aktiven Hintergrundlampe grau-milchig.– Bewegungen erscheinen auch mit aktuellen Bildschirmen oft verwischt. Das ist unwichtig, wenn das Gerät tatsächlich nur Fotos groß zeigen soll, aber ärgerlich, wenn er auch als Fernseh­ge­rät fungieren soll.


Darstellung Plasma-TV-Bildpunkte Zündende Idee: Das Edelgas in den Plasma-TV-Bildpunkten wird ge­zündet, trifft auf die Phosphorschicht und regt diese zum Leuchten an.
Darstellung LCD-Bildschirme Durchblick: In LCD-Bildschirmen sperrt das Display das Licht einer Hintergrundlampe oder lässt es – abhängig von der gewünschten Helligkeit – passieren.


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