Fotopraxis Brückentag: 75 Jahre Golden Gate Bridge
© Siegfried Layda
Bay Area und Golden Gate Bridge: Warum nur zieht es mich immer wieder hierher? Seit vielen Jahren. Ja, warum? Die Antwort wird fast jeder, der mit der Kamera vor Ort war, erahnen: Die Golden Gate Bridge ist eines der wenigen Bauwerke auf der Welt, das sich unvergleichlich harmonisch in sein Umfeld einfügt. Sie stellt eine derart perfekte Ergänzung dar, dass man sich die Landschaft der Marinelands und das Golden Gate – die gut eineinhalb Kilometer breite Einfahrt zur Bucht von San Francisco – mit den grünen Hügeln und den weiten Wasserflächen ohne die Brücke eigentlich kaum noch vorstellen kann.
© Siegfried Layda
Neun Stunden Wartezeit
Neun Stunden vor Beginn des als spektakulär angekündigten Jubiläums-Feuerwerks stand ich nun hier – an einem Standort, den ich bereits am Vortag ausgewählt hatte. Das Auto parkte allerdings rund vier Kilometer entfernt, denn bereits jetzt waren alle Parkplätze in der unmittelbaren Umgebung voll und der Verkehr gesperrt. Das bedeutete zunächst einen ausgedehnten Fußmarsch und dann: warten, warten, warten. Neun Stunden sind eine lange Zeit, sie wurde aber etwas erträglicher durch Darbietungen am Himmel und Fachsimpeleien mit anderen Fotografen.
Bei Sonnenuntergang und zur blauen Stunde entstanden dann sozusagen nebenbei einige Aufnahmen, die Spannung nahm zu. Der Raum unterhalb der Brücke wurde für Schiffe gesperrt. Ab 21 Uhr durfte auch kein Auto mehr über die Brücke fahren. Zur Enttäuschung vieler Fotografen wurde nun auch klar: Man würde die Brücke während des Feuerwerks wohl nicht wie üblich illuminieren, sogar die Straßenbeleuchtung wurde ausgeschaltet.
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Das dann beginnende Feuerwerk war sehr eindrucksvoll, fotografisch jedoch eine Herausforderung – aufgrund des extrem hohen Kontrasts zwischen dem gleißenden Licht der explodierenden Feuerwerkskörper und der unbeleuchteten Brücke samt dunkler Umgebung. Als sich bei mir und den anderen Fotografen bereits Enttäuschung breit machte, hatte irgendjemand wohl doch ein Einsehen: Die Lichter wurden eingeschaltet, und so kam ich doch noch zu weiteren tollen Bildern.
Ein Bauingenieur sieht rot
Die orangerote Farbe der Brücke ist eigentlich ein Rostschutz. Oder genauer: Es handelt sich um eine in der Luftfahrt häufig verwendete Signalfarbe, die International Orange heißt, jedoch einen etwas rötlicheren Ton und spezielle Rostschutzeigenschaften aufweist. Wenn man sich vor Augen führt, dass es gerade diese Farbe ist, die zum großen Teil den Reiz der Golden Gate Bridge ausmacht, kann man sich kaum vorstellen, dass der Bauingenieur Joseph B. Strauss die Brücke ursprünglich in Grau geplant hatte.
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Aber es ist gar nicht das Bauwerk alleine, das für mich als Fotografen ein Faszinosum darstellt. Das oft unberechenbare, gar nicht von allen geliebte Wetter in der Region macht das Szenario zum landschaftlichen Gesamtkunstwerk. Das Wetter ändert sich eigentlich ständig: Blauer Himmel, hereinrollender Nebel, tiefhängende Wolken, Windstille und Sturm – all das kann man auch während eines kurzen Aufenthalts erleben. Und lassen Sie sich nicht täuschen: Nur wenige Kilometer weiter sieht es wieder ganz anders aus.
Fototipps für die Umgebung
Die Küstenregion (Golden Gate National Recreation Area) bietet gute Straßen zu den einzelnen Aussichtspunkten, Ausflugszielen und Startpunkten der Wanderwege. Und wenn nicht gerade ein Event ansteht, findet man auch einen Parkplatz. Das gesamte Gebiet ist weitläufig und bietet auch andere interessante Ziele wie z.B. die Mammutbäume in den Muir Woods oder Point Reyes National Seashore.
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