| Blendenzahl | Radius des Beugungsscheibchens [µm] |
| 1,8 | 1,10 |
| 2 | 1,22 |
| 2,8 | 1,71 |
| 4 | 2,44 |
| 5,6 | 3,42 |
| 8 | 4,88 |
| 11 | 6,71 |
| 16 | 9,76 |
| 22 | 13,42 |
| 32 | 19,52 |
Beugung bei kleinen Blenden
In der Vergangenheit wählten viele Fotografen kleine Blenden, um schärfere Bilder zu erhalten. Bei digitalen Kompaktkameras führen kleine Blenden jedoch zu Schärfeverlusten – ein Beugungsproblem. In Bezug auf die Beugung haben Digitalkameras mit großen Pixeln Vorteile. Hier kann der Fotograf auch kleinere Blenden bis Blende 11 wählen, ohne dass die Auflösung sinkt. CCDs oder CMOS-Sensoren mit großen Pixeln sind allerdings meist auf digitale Spiegelreflexkameras mit großen Sensoren beschränkt. Bei Consumerkameras mit kleinen Pixeln sollte man deswegen maximal bis Blende 5,6 abblenden und kleinere Blenden wie 8 unbedingt vermeiden, da sonst die Auflösung sichtbar sinkt. Hinsichtlich der Schärfentiefe sind größere Blenden bei kleinen Sensoren unproblematisch: Bei kleinen Sensoren nimmt die Schärfentiefe zu, sodass kleine Blenden weniger wichtig sind.
Es gibt zahlreiche physikalische Phänomene, die sich geometrisch nicht erklären lassen. Ein einfaches Beispiel ist eine Wasserwelle, die eine schmale Hafeneinfahrt erreicht. Diese etwa von einem Schiff ausgelöste Welle läuft nun aber nicht durch die Einfahrt hindurch geradlinig ins Hafenbecken. Stattdessen entsteht in der Hafeneinfahrt eine neue Welle, die aussieht, als wäre in der Einfahrt ein Stein ins Wasser geworfen worden. Sie können die neue Welle an Stellen im Hafen sehen, von denen aus Sie das Schiff, dass sie verursacht hat, nicht sehen können.
| Blendenzahl | Radius des Beugungsscheibchens [µm] |
| 1,8 | 1,10 |
| 2 | 1,22 |
| 2,8 | 1,71 |
| 4 | 2,44 |
| 5,6 | 3,42 |
| 8 | 4,88 |
| 11 | 6,71 |
| 16 | 9,76 |
| 22 | 13,42 |
| 32 | 19,52 |
Das Beugungsbild zeigt ein helles Zentrum, das von hellen und dunklen Ringen umgeben ist, wobei die Helligkeit nach außen hin schnell abnimmt.
Auf die Pixel einer digitalen Kamera übertragen sollte deswegen der Radius des Beugungsscheibchens kleiner sein als der Abstand zwischen 2 Pixeln: So kann der linke Pixel das linke Beugungsscheibchen erfassen und der rechte das rechte. Der Fotograf sollte also wissen: Was ist die kleinste Blende, bei der die Beugung die Auflösung meiner Kamera noch nicht begrenzt, wie groß darf das Beugungsscheibchen sein? Um die maximal zulässige Größe des Beugungsscheibchens zu berechnen, muss man die Pixelgröße oder zumindest den Abstand der Pixelmittelpunkte kennen. Hierzu kann man die Sensorbreite durch die Anzahl an Pixeln teilen und erhält den Abstand der Pixelmittelpunkte.
| Sensoren | Sensor- Höhe | Sensor- Breite | Diagonale des Sensors | Anzahl Pixel horizontal | Pixelgröße/ Abstand Pixelmitte zu Pixelmitte | begrenzende Blende |
| Canon EOS 1Ds Mark II | 24 mm | 36 mm | 43,3 mm | 4992 | 0,0072 mm | 11,8 |
| Canon EOS 1D Mark II | 19,1 mm | 28,7 mm | 34,5 mm | 3504 | 0,0082 mm | 13,4 |
| Nikon D 70 | 15,6 mm | 23,7 mm | 28,4 mm | 3008 | 0,0079 mm | 12,9 |
| Fujifilm S3 Pro | 15,5 mm | 23 mm | 27,7 mm | 3024 | 0,0076 mm | 12,5 |
| Canon EOS 20D | 15,1 mm | 22,7 mm | 27,3 mm | 3504 | 0,0065 mm | 10,6 |
| Sigma SD 10 | 13,8 mm | 20,7 mm | 24,9 mm | 2268 | 0,0091 mm | 15,0 |
| 4/3" (z. B. Olympus E300) | 13,5 mm | 18 mm | 22,5 mm | 3264 | 0,0055 mm | 9,0 |
| 2/3" (z. B. Sony DSC-F828) | 6,8 mm | 9,0 mm | 11,3 mm | 3264 | 0,0028 mm | 4,5 |
| Panasonic LX-1 (1/1,65"; 16:9) | 5,0 mm | 8,9 mm | 10,3 mm | 2880 | 0,0031 mm | 5,1 |
| 1/1,8" (z. B. Konica Minolta Dimage X1) | 5,6 mm | 7,5 mm | 9,4 mm | 3264 | 0,0023 mm | 3,8 |
| 1/2,5" (z. B. Fujifilm FinePix E 510) | 4,1 mm | 5,4 mm | 6,8 mm | 2592 | 0,0021 mm | 3,4 |
| 1/3,2" (z. B. Casio Exilim S100) | 3,2 mm | 4,2 mm | 5,3 mm | 2048 | 0,0021 mm | 3,4 |
Wie die Tabelle mit der begrenzenden Blende zeigt, beginnt bei den digitalen SLRs die Auflösungsbegrenzung durch Beugung in der Regel ab zirka Blende 11. Bei Konsumerkameras kann bereits ab Blende 4 ein sichtbarer Auflösungsverlust eintreten. Unsere Beispielbilder von der Panasonic LX-1 zeigen bereits bei Blende 5,6 eine Verschlechterung der Auflösung.
Panasonic LX-1, Tele: Bei Blende 8 führt die Beugung zu einem deutlich geringeren Kontrast, besonders bei höheren Frequenzen (feinen Strukturen).
Die Zeichnung zeigt die Beugungsfigur von zwei Punkten: Wenn die Beugungsmaxima einen Abstand haben, der dem Radius der Beugungsfigur entspricht, dann nimmt sie das Auge bei hinreichender Vergrößerung gerade noch als getrennt wahr. Entsprechend gilt, dass auch der CCD nur solche Details auflöst, deren Beugungsmaxima erkennbar auf unterschiedliche Pixel treffen: Der Grenzwert ist erreicht, wenn der Radius der von der Blende erzeugten Beugungsfigur dem Abstand Pixelmitte zu Pixelmitte entspricht. Wer stärker abblendet, erzeugt eine breitere Beugungsfigur, die nun die Auflösung unter die Möglichkeiten des Sensors drückt.
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