FotopraxisAkzente und Kontraste: Fotos von Creativ-Fotografen
Farbakzente, verstärkte Kontraste und bewusste Komposition: Wir präsentieren gelungene Aufnahmen von Creativ-Fotografen mit besonders betonter Bildaussage.
ColorFoto hat für Sie außergewöhnliche Aufnahmen von Creativ-Fotografen ausgewählt und diese befragt. Die Fotografen haben die Bilder bewusst komponiert und bearbeitet. Im Fokus stand es, themenunabhängig die Bildaussage besonders zu betonen. Sehen Sie selbst!
Verstärkter Kontrast. Hagen, Weihnachtsmarkt. Das Foto "Riesenrad" entstand an einem sehr kalten Winterabend bei circa minus 16 Grad. Ich fotografierte bei ISO 100 vom Stativ aus mit einer Canon 1D Mark II und Canon EF 28–135 IS USM bei 47 mm Brennweite, Blende 22 und 4 Sekunden Verschlusszeit. In Photoshop beschnitt ich das Bild, richtete es aus und entfernte ein paar störende Details. Zudem hob ich den Kontrast leicht an, passte die Tonwerte an und schärfte das Ergebnis leicht nach.
Farbakzent: Flughafen Saarbrücken. Das Bild Wegzeichen nahm ich während eines Airport-by-night-Workshops auf. Der Betreiber bietet diesen in den Wintermonaten für Fotografen an. Bei dem Motiv handelt es sich um Teile der Landebahn. Schon bevor ich abdrückte, war mir klar, dass sich die weißen Linien und Pfeile im Dunkeln hervorragend für eine Schwarzweißumwandlung eignen würden. Alleine erschien mir das Motiv zu langweilig, und so bat ich einen Kollegen, mehrmals den Zebrastreifen zu überqueren. Da wir aus Sicherheitsgründen alle orange-farbene Umhänge tragen mussten, stach seine Gestalt als Kontrastpunkt wunderbar hervor.
Ich fotografierte vom Stativ aus mit einer Canon EOS 7D und Tokina 12–24, Brennweite 24, ISO 400, Blende 16 und 0,8 s Belichtungszeit. Grob wählte ich den Ausschnitt und löste mehrmals aus, als der Workshopteilnehmer auf dem Zebrastreifen auf und ab lief. Bearbeitet wurde das Bild mit dem RAW-Konverter von Photoshop CS5. Die Schwarzweißumwandlung erfolgte mittels Nik Silver EFEX, wobei die Person farblich wiederhergestellt wurde. Störende Elemente wie Lichter, Reflexe und Flecken dunkelte ich ab oder belichtete sie nach. Anschließend verbesserte ich Kontrast sowie Schärfe und legte den Ausschnitt fest. Die Bearbeitung war denkbar einfach, da die Bildidee vor der Aufnahme schon feststand.
Aufgehellt und abgedunkelt. Es war nicht mein Tag, ich war stinksauer, schnappte mir meine Nikon D700 und verdrückte mich in den Erlebnispark Gelsenkirchen. Natürlich wusste ich, dass ich mit meiner 1,8/85-mm-Festbrennweite aufgrund des kleinen Telebereiches nicht viel reißen konnte, aber das war mir egal. Eisbären faszinieren mich von jeher, und so beobachtete ich die Tiere in ihrem weitläufigen Gehege, viel zu weit entfernt für meine 85-mm-Festbrennweite. Da kam ein Tier näher. Ich drückte bei ISO 320, Blende 5 und 1/160 Sekunde ab.
Bildbearbeitung: Das Bild sollte so wirken, als wäre es nicht im Zoo entstanden. Als erstes verbesserte ich mit CaptureNX2 die Bildqualität, dann dunkelte ich den Hintergrund um das Motiv ab, hellte den Bären ein wenig auf und verstärkte Kontrast und Schärfe. Mit Photoshop beschnitt ich im Anschluss das Bild, um Dynamik zu erzeugen und es für den Betrachter gefälliger zu machen. Als nächstes dunkelte ich den Hintergrund mit Nik-Software weiter ab und zeichnete ihn weicher. Um die Fellstruktur noch einmal mehr zu betonen, gönnte ich dem Bären noch etwas mehr Kontrast. Zum Schluss entsättigte ich das Ergebnis ein wenig. Fertig!
Ausschnittvergrößerung. Gerade hatte ich für meine Kamera Canon 5D Mk II ein Canon EF 2,8/100, L Makro IS USM erworben. Und dieses Bild war, wenn ich mich recht erinnere, die erste Aufnahme mit der neuen Linse. Nur hatte ich kein Stativ zur Hand und traute mich ohne nicht näher heran. Ich löste mit ISO 100 bei Blende 2,8, 1/200 s aus.
Aus dem Ausgangsfoto erstellte ich so eine Ausschnittvergrößerung und richtete sie aus. Dann hob ich mit Photoshop 5 die Kontraste leicht an, führte eine minimale Tonwertspreizung durch und schärfte das Ganze mit Nik Sharpner nach. Zum Schluss kolorierte ich das Ergebnis leicht und zeichnete das Bild "Nur ein Regentropfen" gering weich.
Montierter Blickpunkt. Nachdem das Bild als Querformat ohne Schmetterling zwar gute Wettbewerbsbewertungen bekam, aber nicht zu den Top 50 zählte, kam ich auf die Idee, als zusätzliches Spannungselement einen Schmetterling einzubauen. Die Katze hatte ich bei Freunden mit einer EOS 50D und 24–105-L-Optik fotografiert. Findus saß auf einer grauen Decke und wurde von oben mit der Hand mit einem Spielzeug animiert. Als Lichtquelle diente ein EX-Speedlite, welches indirekt auf die weiße Zimmerdecke gerichtet war. Hinterher wählte ich den Hochformatausschnitt und dunkelte den Hintergrund über mehrere Einstellmasken so weit ab, dass sich der Blick des Betrachters automatisch auf die gelben Augen der Katze richtet. Die Augen wurden dezent mittels Airbrush aufgehellt. Den Schmetterling setzte ich als Blickpunkt für Findus und den Betrachter ins Bild. Der Bildtitel "Time to say goodbye" lässt dem Betrachter Spielraum zur Interpretation.