Buchtipp Deutschland mit fremden Augen gesehen
© © Gerry Johansson, courtesy MACK / www.mackbooks.co.uk
Der Fotoband "Deutschland" von Gerry Johansson ist ein visuelles Kompendium ländlicher und urbaner deutscher Landschaften. Menschen kommen in den 176 Fotos im Duoton-Druck nicht vor. Sie werden vielmehr charakterisiert und repräsentiert durch das Umfeld, das sie für sich geschaffen haben.
Johansson zeigt einen Querschnitt durch deutsche Landschaften, Industriegebiete- und bauten, Wohnstraßen, Ladenfronten, urbane und ländliche Architektur, entstanden 1993 und 2005-2012. Die Anordnung der Fotos in alphabetischer Reihenfolge als einzigem Ordnungsmittel sorgt für Neutralität in der Präsentation. Ohne jede weitere Hervorhebung oder Zurücksetzung durch andere Faktoren ist jeder Ort mit nur einem Foto vertreten. Johanssons ruhige Aufnahmen sind sorgfältig konstruiert, und jedes Foto voll mit Informationen.
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Dass die einzelnen Fotos jeweils nur 9 x 9 cm klein gedruckt sind, fordert den sorgfältigen Betrachter. Diesem erschließen sich aber neben der Fülle von Details auch immer im Motiv versteckte Muster und andere geometrische Überschneidungen in den gezielt komponierten Graustufenbildern. Johansson vermeidet dabei aber formale Spielereien. Er nutzt die Effekte zur Verdichtung der Bildaussage, oft mit einer Tendenz zur feinen Ironie.
Bei Angehörigen der Generation 50+ dürften viele der Fotos "Deja-vu"-Bilder aus der Kindheit hervorrufen, aber je nach Sehkraft auch mehr oder weniger Ärger, dass die Fotos so klein gehalten sind. Diverse falsch geschriebene Ortnamen in dem Buch des schwedischen Fotografen aus dem Londoner Mack-Verlag fallen dem aufmerksamen Betrachter ebenfalls auf.
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