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Systemkameras Systemfrage - APS-C, Vollformat oder spiegellos

Immer mehr Hersteller bieten Kameras mit Wechselobjektiven und „großen“ Sensoren, aber völlig verschiedenen Konzepten. Entscheidende Unterschiede betreffen Sensorgröße, Suchersystem und Autofokus. Doch auch Faktoren wie Größe, Gewicht, Bedienungskomfort, Verarbeitung und Robustheit sowie Preis und Umfang des Systems spielen eine wichtige Rolle.
© Canon

APS-C:  Bewährter Standard

Die APS-C-Klasse beherrscht den Systemkameramarkt. Das etwa 23 x 15 mm große Sensorformat ist ein praktischer Kompromiss aus Bildqualität, Kosten und Größe. Die Canon EOS 600D und die Nikon D5100 gehören zu den aktuellsten Modellen in der populären Mittelklasse, die Pentax K-5 steht für das obere Marktsegment.

Bildqualität/Sensor
Aktuelle APS-C-Sensoren haben Pixelgrößen zwischen 4 und 5 µm bei 16 bis 18 Megapixeln. Damit lassen sich auch professionelle Anforderungen an die Bildqualität erfüllen. Bei den Sensortypen setzt sich CMOS immer mehr gegen CCDs durch, auch bei unserem Trio. Sie bieten die nötige Auslesegeschwindigkeit für Live-View, Kontrast-Autofokus, HD-Videofunktion und schnelle Bildserien. Neu sind bei einigen Multi-Shot-Technolo­gien. Bei Kameras wie der K5 mit beweglich gelagertem Sensor funktioniert die Bildstabilisierung anders als bei Canon und Nikon mit allen Objektiven.


Autofokus
Standard sind Autofokussysteme nach dem Phasendetektionsprinzip mit separatem Modul im Boden des Spiegelkastens. Unsere Kandidaten haben 9 oder 11 fest positionierte Sensoren. Meist ist nur der zentrale ein Kreuzsensor wie hier bei EOS 600D und D5100, die teurere K-5 hat gleich 9 Kreuzsensoren.

Der Phasendetektions-Autofokus ist blind, wenn der Spiegel für die Live-View-Funktion hochgeklappt ist. Daher wird bei Live-View und Video die Schärfe über den Kontrast des Sensorbilds bestimmt. Wenn der am höchsten ist, stimmt die Fokussierung. Mehr zum Für und Wider des Kontrast-AFs im Kapitel zu den Spiegellosen.

Bis dahin bieten Kameras wie die K-5 und EOS 600D im Live-View-Betrieb (beim Fotografieren, nicht bei Video) die Option, auf Phasendetektions-AF umzuschalten. Das ist allerdings mit einem „Blackout“ des Live-View-Bildes durch den Spiegelschlag verbunden. Die Nikon D5100 nutzt im Live-View-Betrieb ausschließlich den Kontrast-AF, doch ist der mit 1,82 s zu langsam.

Bedienung
Im breiten Spektrum zwischen „Jeder Funktion ihren Knopf“ und „Touchscreen-Menüsteuerung“ wählen die APS-C-SLRs einen Mittelweg. Bei EOS 600D und D5100 konkurrieren die variablen Anzeigen auf dem LCD-Monitor mit dem eigentlichen Bild um den Platz. Höherwertige Modelle wie die Pentax K-5 bieten ein zusätzliches LC-Display oben auf der Kamera.
4-Richtungs-Wippen mit zentraler OK-Taste für die Menünavigation sind bei allen Haupt-Bedienungselement. Einstellungen wie Zeit, Blende oder Belichtungskorrektur erfolgen direkt über Drehräder rechts vorn oder hinten. Teurere Modelle wie die K-5 bieten beide Räder.

Gehäuse
Die Pentax K-5 ist nicht nur mit ihren 740 g gegenüber der Canon EOS 600D mit 570 g und der Nikon D51000 mit 560 g das Schwergewicht. 77 Dichtungen schützen ihr Kunststoff-Magnesium-Gehäuse vor Spritzwasser und Staub. Für die günstigeren EOS 600D und D5100 müssen Kunststoffgehäuse reichen. Hier gefällt die Nikon mit etwas wertigerem Finish und griffiger Beschichtung von Handgriff und Daumenauflage.

APS-C-Kameras ermöglichen wegen des kleineren Sensors auch kompaktere Objektive: Dem 50-mm-Objektiv an der KB-Kamera entspricht ein 33-mm-Objektiv an der APS-C-Kamera (gleicher Bildwinkel), das zudem nur einen deutlich kleineren Bildkreis ausleuchten muss, mit einem Durchmesser von 28 mm statt 43 mm. Für die APS-C-Klasse gibt es das größte Objektivangebot.

Sucher/Monitor
Bei den Spiegelreflexsuchern wurden die Pentaprismen weitgehend durch Pentaspiegel-Konstruktionen abgelöst. Diese sind leichter, kompakter und günstiger. Die wichtige effektive Suchervergrößerung liegt meist bei Werten von 0,5x oder leicht darüber, so auch bei EOS 600D und D5100. Bei ambitionierteren Modellen wie bei der Pentax K-5 mit 0,61x ist der Suchereinblick größer, bei mancher Einsteiger-SLR fällt der Sucher zu klein aus.

Die Spiegelreflex-Sucher zeigen ein klares scharfes Bild, aber nicht, was Belichtungssteuerung und Weißabgleich machen werden, wie es das Live-View-Bild eines elektronischen Suchers oder des Monitors tut. Standard sind 3“-LCD-Monitore mit gut 300 000 RGB-Pixeln, wie ihn die drei Modelle bieten. Bei den jüngsten Modellen EOS 600D und D5100 ist er sogar klapp- und drehbar, bei der K-5 noch nicht.

 
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