Nikon D3s - für Profis
Testergebnis:
78.0 Punkte
4800 EUR
Testverfahren: 1.5
Community-Bewertung:
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Nikon setzt im Profibereich auf zwei Modelle: Die bekannte D3x arbeitet als Studiomodell mit 24- Megapixel-VollformatÂsensor. Die neue D3s, die „ReporÂtagevaÂrianÂte“, bleibt wie die VorÂgängerin D3 bei einem 12-Megapixel-VollformatÂÂsensor, bietet nun aber höchsÂte Empfindlichkeiten bis ISO 102400 (H3).
Beide haben einen integrierÂten AkkuÂhandÂgriff mit BedienÂelementen für die Hochformatfotografie; die Gehäuse sind äußerst robust und mit einem umÂfassenden Spritzwasserschutz ausgestattet. Zudem verfügt die D3s über eine HD-Videofunktion mit einer maximalen Auflösung von 1280 x 720 Pixeln bei einer Bildrate von 24 B/s. VideosequenÂzen lassen sich in der Kamera ruÂdimentär schneiden, Einzelbilder als JPEGs herauskopieÂren. AlternaÂtiv zum eingebauten Monomikrofon lässt sich ein StereoÂmikrofon anschließen. Und wie bei der D300s kann beim Filmen mit AF-Unterstützung fokussiert werÂden. Im Live-View-Modus am hochauflösenden 3-Zoll-Monitor wird wie bei der D3x wahlweise mit Kontrast- oder Phasen-AF fokussiert.
Der angenehm große Sucher mit einer effektiven Vergrößerung von 0,7x ist ein Merkmal aller Profi-NiÂkons und ein wichtiges Argument für diese KaÂmeÂras. Verwendet man den SLR-Sucher, steht das bewährte AF-Modul Multi-CAM 3500 mit 51 MessÂfelÂdern inklusive 15 KreuzsensoÂren zum Scharfstellen bereit. Zudem kann man die Anzahl der AF-FelÂder von 51 auf 21 oder 9 reduzieren. Beim Verfolgen sich bewegender Objekte hilft die Motiverkennung: Die dynamische Messfeldsteuerung aktiviert automatisch jene FeÂlder, in deren Bereich sich das Motiv befindet. Die AuslöÂseverzögerung beträgt 0,29/0,36 s bei 3000/30 Lux.

D3s und D3x sehen von oben gleich aus – gut für Profis, die beide in Betrieb haben und nicht umdenken müssen. Typisch ist auch die Mode-Taste zur Anwahl von Belichtungsprogrammen.
Die schon länger am Markt befindliche D3x kann die mit der D3s eingeführten Neuerungen nicht vorweisen. Dafür verwendet sie als Bildsensor ein Derivat des 24- MeÂgapixel-CMOS, der auch bei der Sony Alpha 850/900 eingesetzt wird, allerdings mit besseren Ergebnissen bei hohen Empfindlichkeiten. Der Expeed-Bildprozessor der D3x erreicht nicht die extrem hohe Bildfolge der D3s mit 8,8 B/s, sondern „nur“ 5 B/s, was auf dem Niveau der Canon EOS 1Ds Mark III und Alpha 900 liegt. Bei D3x/D3s kann vom FX-Format (36 x 23,9 mm) auf das kleinere DX-Format (23,6 x 15,8 mm) mit entsprechend reduzierter Auflösung umgeschaltet werden.

D3s und D3x haben jeweils zwei Slots für CF-Karten. Bei den Consumermodellen bis zur D90 ist die SD-Karte das Standard-Speichermedium.
Die Umschaltung lässt sich automatisieren, so dass sich das Bildfeld anpasst, wenn ein FX-Objektiv mit vollem Bildkreis oder ein DX-Objektiv mit kleineÂrem Bildkreis an die Kamera angeschlossen wird. Im DX-Modus wird das Sucherbild elektronisch abmaskiert. Die Maske ist halbtransparent, so dass man Motivpartien auch außerhalb des aktiÂven Sucherfelds erkennen kann, gut für Sport und Ation. Im Bedienkonzept ähneln sich die gehobenen Nikon-Modelle ab D300s so sehr, dass man beim UmÂstieg nicht viel denken muss. Typisch dafür ist etwa der DrehschalÂter zur Anwahl der Belichtungsmessmethode, der bei D3s/D3x seitlich am Sucherprisma sitzt. Einen weiteren Drehschalter gibt es für die AF-Feld-KonfiguraÂtion. Ergänzend zum LC-Display an der Oberseite besitzen D3s/D3x das klassentypische zweite LC-Display unterhalb des TFT-MoÂnitors zur Anzeige der eingestellten ISO-Zahl, Bildqualitätsstufe und WeißÂabgleichsmethode. Über die drei zugeordneten Tasten in Kombination mit dem hinteren Einstellrad lassen sich Werte schnell und einfach verändern. Rechts neben den Tasten befindet sich das Mikrofon für Sprachnotizen zu einzelnen Bildern– ebenfalls eine Spezialität der Profimodelle.

D3s: Am Info-Monitor hat man direkten Zugriff auf bestimmte Einstellungen; das beleuchtbare LC-Display unterhalb des Monitors ist klassentypisch. Bis auf die fehlende Live-View-Taste (Lv) sieht die Rückseite der D3x identisch aus.
Die Texturverluste sind mit durchgängig 0,1 äußerst gering, die Dynamik mit Werten zwischen 9,5 und 10 einen Tick höher als bei der D3x. Den entscheidenden Punkt zeigen die in der Tabelle unten aufgeführÂten Messwerte oberhalb ISO 1600. Bei ISO 6400 bleibt das Rauschen bei 1,6 VN, die Kurtosis (Texturverlust) bei 0,1 und die Dynamik beträgt dabei noch immer 8,5 BlenÂÂden. Bei ISO 12 800 und H1 (entsprechend ISO 25 600) werden VN-Werte von 2,0/2,1 bei einer KurÂÂtosis von 0,2, zudem eine Dynamik zwischen 8 und 9 Blenden erreicht. Bis H2 bleiÂben die Ergebnisse verwertbar, bei H3 geht’s daÂÂÂgegen schlagartig bergab. Der Rekordwert von ISO 102 400 ist eher etwas für Notfälle. In der Punktewertung schlagen sich die Nachtsichtqualitäten der D3s nicht nieÂder, da unsere Punkte nur Messwerte im üblichen Bereich bis ISO 1600 berücksichtigt.
Fazit: Bei den Modellen D3s und D3x hat der Profi die Qual der Wahl: Mehr Auflösung (D3x) oder herÂausÂragende Bildqualität bis ISO 6400 inklusive Videofunktion (D3s)? Wer überwiegend im Studio fotografiert, wird in der Regel zur D3x mit 24-Megapixel-CMOS greifen, weil er selten hohe ISO-Einstellungen braucht. Bis ISO 1600 kann die D3x aber auch bei der Available-Light-Fotografie gut mithalten. Die D3s (12 Megapixel) ist mit fast 9 Bildern pro Sekunde deutlich schneller als die D3x (5 B/s) und damit prädestiniert für Action und Sport. Zudem profiliert sie sich als Spezialist für das Fotografieren im Grenzbereich des vorhandenen Lichts – mit ISO 12 800 und mehr ist sie fast so etwas wie ein Nachtsicht- gerät mit Aufnahmefunktion und Wechselobjektiven.

Bildausschnitt ISO400

Bildausschnitt ISO1600

Bildausschnitt ISO6400

Bildausschnitt ISO25600

Bildausschnitt ISO102400
Karl Stechl 05.02.2010
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