Nikon D300s

Testergebnis:
72.0 Punkte
1580 EUR
Testverfahren: 1.5

In der Kameraklasse zwischen 500 und 1000 Euro hat Nikon mit der D90 und D5000 gleich zwei...

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In der Kameraklasse zwischen 500 und 1000 Euro hat Nikon mit der D90 und D5000 gleich zwei SLR-Modelle mit Videofunk­tion im Programm. Was also lag näher, als der semiprofessionellen D300 ebenfalls eine Videofunk­tion mit auf den Weg zu geben. Nach dem Update heißt die Kamera jetzt D300s und kostet 1700 Euro. Vide­os werden wie bei D90/D5000 im Motion-JPEG-Format (AVI) und maximal in HD-Qualität (1280 x 720) aufgezeichnet. HD-Videos sind auf 5 min und eine maximale Datei­größe von 2 GB beschränkt.

Neu im Vergleich zu D90/D500 ist, dass beim Videofilmen mittels AF-on-Taste automatisch scharfgestellt werden kann. Das eingebaute Mikrofon zeichnet den Ton in Mono auf; alternativ lässt sich jetzt ein externes Stereomikrofon anschließen. Damit kann man die Tonqualität insgesamt verbessern und verhindern, dass sich der AF-Motor mit Geräuschen in der Aufnahme verewigt. Neu bei der D300s ist auch eine einfache Filmschnittfunktion für Anfang und Ende einer Videosequenz. Blendenwerte können jetzt bis 1:16 (1:8 bei der D90) eingestellt werden.

Nikon D300s
Auch im Live-View-Modus lässt sich bei der D300s der virtuelle Horizont zum exakten Ausrichten der Kamera zuschalten. Gehäuse und Bedienkonzept entsprechen dem der Vorgängerin
Zum Speichern der Bilder und Filme stehen bei der D300s zwei Kartenschächte bereit, der eine für CompactFlash-, der andere für SDHC-Karten. Die Karten können in verschiedenen Modi, parallel oder nacheinander, beschrieben werden. Dazu gehört auch die Möglichkeit, Bilder auf das eine Medium und Filme auf das andere zu speichern.

Höhere Bildfrequenz als die Vorgängerin

Das solide und griffige Magne­siumgehäuse der D300s ist umfassend gegen Staub und Spritzwasser abgedichtet, ein Selbstreinigungssystem für den Bildsensor an Bord. Der 100-Prozent-Sucher bietet eine effektive Vergrößerung von 0,63x und gehört damit zu den größten seiner Klasse. Gitterlinien lassen sich einblenden. Beim Ausrichten der Kamera im Live-View-Modus bzw. beim Videofilmen hilft ein künstlicher Horizont.

Nikon D300s
Ein LC-Display für auf­nahmerelevante Daten bleibt bei der D300s Teil des Bedienkonzepts; in diesem Punkt herrscht Einigkeit mit der EOS 7D.
Wer will, ergänzt die Kamera durch den als Zubehör erhältlichen Batteriehandgriff MB-D10 mit Hochformatauslöser und zu­sätzlichem 4-Wege-Schalter. Damit soll sich auch die maximale Bildfrequenz von gemessenen 7 B/s auf bis zu 8 B/s (Herstellerangaben) steigern lassen. Allerdings ist die maximale Bildfrequenz beim neuen Modell auch ohne MB-D10 höher als bei der D300 (6 B/s). Halbiert wurde die Einschaltverzögerung (von 0,4 auf 0,2 s); die Auslöseverzögerung inklusive AF-Zeit beträgt 0,35/0,46 s (D300: 0,27/0,47 s). Verbessert wurde die Ausleuchtung des eingebauten Blitzgeräts, das jetzt mit Brennweiten bis 16 mm (bisher 18 mm) kompatibel ist.

Nikon D300s
Durch den Anschluss eines externen Stereomikrofons lässt sich die Qualität von Videoaufnahmen entscheidend verbessern.

Aufwändiges AF-Modulmit 51 Messfeldern

Zur automatischen Fokussierung verwenden D300/300s das auch beim Profimodell D3 eingesetzte AF-Modul Multi-CAM 3500 mit 51 Messfeldern (15 Kreuzsensoren) und einem Mess­bereich von LW -1 bis 19 (ISO 100 bei 20° C). Der Auto­fokus lässt sich auf verschiedene Objektive feinabstimmen, zudem hilft eine Motiverkennungs­funktion bei der Schärfe­nach­führung.

Über den Multifunktionswähler, der nicht nur „oben-unten“ oder „links-rechts“ erlaubt, sondern auch Schritte in diagonaler Richtung, lassen sich einzelne AF-Felder komfortabel anwählen. Neu ist die Bestätigungstaste im Zentrum des Multifunktionswählers. Zwar hat man die Bestätigungsfunktion als solche auch bei der D300, wenn man die große Richtungstaste exakt in der Mitte drückt. Verfehlt der Finger dabei aber das Tastenzentrum, bleibt die Bestätigungsfunktion aus.

Über die Info-Taste lassen sich alle aktuellen Kameraeinstellun­gen am Monitor anzeigen. Drückt man die Taste zweimal, gelangt man in einen Direkteinstellmodus für bestimmte Funktionen. Dazu gehören jeweils vier Konfi­gurationsspeicher für Aufnahme- bzw. Individualfunktionen, Rauschfilter, aktives D-Lighting, Farbraum, Bildoptimierung sowie einige Tastenbelegungen (AE/ AF-L, Fn und Abblendtaste).

Nikon D300s
Die Mikrofonempfindlichkeit lässt sich der Signalquelle anpassen – das gilt für das eingebaute ebenso wie für ein externes Mikrofon.

Aktives D-Lighting auch in Bracketing-Variante

Den brillanten 3-Zoll-Monitor mit einer Auflösung von 307 000 RGB-Bildpunkten kennt man bereits von der Vorgängerin, ebenso die Live-View-Funktion mit AF-Unterstützung, wobei wahlweise Phasen- oder Kontrast-AF bereit stehen. Während man Live-View bei der D300 eher umständlich aktivieren muss, steht dafür bei der D300s eine eigene Taste (Lv) zur Verfügung. Dafür entfiel die Entriegelungstaste für die Abdeckung des Speicherkartenfachs. Dieses öffnet man nun wie bei der D90 durch Verschieben des Deckels in die Aufklappposition.

Die kamerainterne Bildbearbeitung wurde bei der D300s durch eine Belichtungsreihenfunktion für das „aktive D-Lighting“ (Kontrastausgleich) ergänzt. ADL-Reihen können bis zu fünf Bilder mit verschiedenen Abstufungen des Kontrastausgleichs umfassen. Zudem existiert D-Lighting als Nachbearbeitungsfunktion für bereits aufgenommene Bilder. Unter den Bearbeitungsfunktionen ist bei der D300s jetzt auch ein RAW-(NEF-)Konverter, den man erstmalig bei der D90 ortete. Neu ist allerdings, dass auch Farbraum und Rauschfilter nachträglich eingestellt werden können.

Nikon D300s
Auf dem Info-Monitor kann man Funktionsbereiche anwählen, die dazugehörigen Einstellungen aber nur per Untermenü verändern.

Bildqualität auf dem Niveau der Vorgängerin

An der Auflösung des CMOS-Sensors im DX-Format (23,6 x 15,8 mm) hat sich im Vergleich zur D300 nichts geändert. Es bleibt bei 12,3 Megapixel an effektiver Auflösung; unverändert auch der Empfindlichkeitsbereich von ISO 200 bis 3200, expandierbar in zwei Richtungen (ISO 100 und ISO 6400). Bei der Bildqualität schafft die Neue knapp das Niveau des Vorgängermodells, ist aber keinesfalls in der Lage, noch etwas drauf­zusetzen – D300-Besitzer ohne Videoambitionen müssen nicht mit einem Modellwechsel liebäugeln.

Die Grenzauflösung der D300s variiert zwischen 1271 und 1127 LP/BH im gemessenen ISO-Bereich von 100 bis 1600. Der Texturverlust ist mit maximal 0,4 bei ISO 1600 erfreulich gering. Bei ISO 400 wird eine Dynamik von 9,5 Blenden erreicht, gleichlautend mit dem Vorgänger­modell. Bei ISO 100/800/1600 bleibt die Kamera mit 10/10/8,5 Blenden jeweils eine halbe Blende hinter ihrer Vorgängerin, spielt in dieser Disziplin aber noch immer in der ersten Reihe. Letzteres gilt auch fürs Rauschen mit VN-Werten zwischen 0,7 und 1,2.


Aktives D-Lighting, als automatischer Kontrastausgleich direkt bei der Aufnahme, ist jetzt auch als Belichtungsreihe (Bracketing) verfügbar.


Dateinamen können im Aufnahmemenü individuell vergeben werden – diesen Anwenderwunsch hat Nikon bei der D300s aufgegriffen.


ISO 400


ISO 1600


ISO 6400


ISO 400


ISO 1600


ISO 6400

Karl Stechl 23.10.2009

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